PatVerfü - Wirksam trotz Diagnose?

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2 Antworten

kommt auf die Diagnose an.... solange du im "Vollbesitz deiner geistigen Kräfte" bist kannst du eine Patientenverfügung machen.

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Flundern 11.06.2014, 13:07

Man kann sich soweit ich weiß den Zustand des "Vollbesitzes der geistigen Kräfte" im "Nachhinein" - also selbst mit Diagnose, von einem Arzt bescheinigen lassen.

Mit einer solchen Bescheinigung kann man die PatVerfü bearbeiten und vom Notar segnen lassen.

Mich interessiert, ob Menschen denen der "Vollbesitz der geistigen Kräfte" durch eine Fehldiagnose, Wahn, Schizophrenie etc. abgesprochen wurde sich im Nachhinein mit einer PatVerfü vor Zwangsmaßnahmen schützen können?

  1. Zwangseinweisung ansich
  2. Zwangsmedikation
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imager761 11.06.2014, 13:23
@Flundern
Mich interessiert, ob Menschen denen der "Vollbesitz der geistigen Kräfte" durch eine Fehldiagnose, Wahn, Schizophrenie etc. abgesprochen wurde sich im Nachhinein mit einer PatVerfü vor Zwangsmaßnahmen schützen können?

Nein: Patientenverfügungen schützen nicht vor Diagnosen und Einweisungen in psychatrische Kliniken.

Und ein Notar "segnet" keine Willenserklärungen, sondern bestätigt, dass der Unterzeichner "die Tragweite seiner Entscheidungen erkennen und seinen Willen frei von Einflüssen dritter Personen bilden und äußern konnte".

Dem steht allerdings klar eine fachärztliche Begutachtung oder gerichtliche Betreuerbestellung im Zeitpunkt der Errichtung einer PatVerf entgegen.

G mager761 I

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HolgerVerfue 16.06.2014, 14:31
@imager761

imager761 schrieb:

"Nein: Patientenverfügungen schützen nicht vor Diagnosen und Einweisungen in psychatrische Kliniken."

Das ist Unsinn.

Gerade die Verweigerung der Untersuchung und "Diagnose" (und damit folglich auch der Zwangseinweisung und Zwangsbehandlung) ist Sinn und Zweck der PatVerfü®. § 1901 a (1) BGB besagt:

"(1) Hat ein einwilligungsfähiger Volljähriger für den Fall seiner Einwilligungsunfähigkeit schriftlich festgelegt, ob er in bestimmte, zum Zeitpunkt der Festlegung noch nicht unmittelbar bevorstehende Untersuchungen seines Gesundheitszustands, Heilbehandlungen oder ärztliche Eingriffe einwilligt oder sie untersagt (Patientenverfügung), prüft der Betreuer, ob diese Festlegungen auf die aktuelle Lebens- und Behandlungssituation zutreffen. Ist dies der Fall, hat der Betreuer dem Willen des Betreuten Ausdruck und Geltung zu verschaffen."

Quelle:

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1901a.html

Die Wendung "der Betreuer" ist austauschbar in "der Bevollmächtigte" oder "der Vorsorgebevollmächtigte".

§ 1896 Abs. 2 besagt (Ausschnitt):

"(2) [...] Die Betreuung ist nicht erforderlich, soweit die Angelegenheiten des Volljährigen durch einen Bevollmächtigten, [...] ebenso gut wie durch einen Betreuer besorgt werden können."

Quelle: gesetze-im-internet.de/bgb/__1896.html

MfG

HolgerVerfü

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Die Frage ob eine Patientenverfügung trotz bestehender Diagnose den Betroffenen vor Übergriffen der Psychiatrie schützt, so wie es in der Überschrift steht, ist bisher nicht trefflich beantwortet.

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