Patientenverfügung vorher formell widersprechen?

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8 Antworten

Verstehe ich das richtig? Du kennst jemanden, bei dem die Geräte abgeschaltet wurden, weil die Angehörigen so entschieden haben, der aber hätte überleben können bei entsprechender weiterer medizinischer Versorgung?

Eine Patientenverfügung kannst nur Du selber machen. Aber es ist schon so, dass - wenn Du keine Patientenverfüung hast - Deine Angehörigen befragt werden und evtl. entscheiden müssen... Soviel ich weiß, darf das aber nur sein, wenn die Ärzte gar keine Aussicht auf Besserung sehen, wenn berechtigte Hoffnung besteht, glaube ich nicht, dass sie die Angehörigen vor so eine Entscheidung stellen dürfen.....

Hast Du Dir so eine Patientenverfügung mal genau angesehen? Man kann dort sehr genau bestimmen, in welchen Fällen man weiter behandelt werden möchte oder nicht. Nur mit einer Patientenverfügung kannst DU selber dafür sorgen, dass in Deinem Sinne gehandelt wird. Vielleicht ist es sogar möglich, hier einzutragen, dass der behandelnde Arzt im Zweifelsfall - den es vielleicht nach Deinen eigenen Angaben aber gar nicht mehr gibt - die letzte Entscheidung treffen soll.

Aber so wie ich das alles verstehe, ist es Dir sehr wichtig, dass vor allem keine anderen Menschen (Angehörigen) darüber entscheiden sollen. Das kannst Du nur verhindern, indem Du letztendlich selber die Verantwortung dafür übernimmst. Hier ein Expemplar für eine Patientenverfügung. Dort kannst Du ausser der Kreuzchen ja auch noch einen eigenen Text schreiben für Besonderheiten. Es gibt auch Ratgeber zum Thema. Außerdem sollte man seine Patientenverfügung in bestimmten Abständen durchsehen und auch neu mit Datum unterschreiben bzw. ändern, damit sie nicht zu alt wird, denn manchmal ändert man ja auch seine Meinung.

http://www.aekno.de/downloads/aekno/pat-verfuegung-2009.pdf

Ich weiß, dass es vor allem für ältere Menschen sehr wichtig ist, denn Anfang des Jahres ist mein Vater gestorben (83). Meine Eltern hatten ausführlich über das Thema gesprochen und eine Patientenverfügung gemacht, so dass mein Vater nicht unnötig längerem Leiden ausgesetzt war.... Das war für uns alle sehr wichtig und hilfreich und gab uns die Sicherheit, dass so alles richtig war....

Thorsten987 09.09.2011, 19:26

Auf der einen Seite will man weiterleben wenn es noch ein halbwegs lebenswertes Leben nach der Erkrankung gibt, und auf der anderen Seite will man auch nicht leidend so langsam dahinvegetieren.

Mediziner sind da wohl oft in der Zwickmühle. Ich selbst habe den Umgang mit dem Defribrillator gelernt und ich würde bei der Ersten Hilfe immer reanimieren. Aber das ist die Situation Unfall und nicht eine Erkrankung.

Was mich in meiner Situation störte, dass man einen Menschen viel zu schnell als "geistig nicht mehr voll da" erklärt. Da gibt es genug Gesunde, auf die das auch zutrifft.

Danke für die vielen hilfreichen Antworten. :)

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Maricat 09.09.2011, 19:53
@Thorsten987

Da hast Du recht. Der Unterschied ist groß, ob ein Mensch eigentlich noch mitten im Leben steht oder - wie mein Vater - alt is, alles zu beschwerlich wird und auch nicht mehr kann....

Vielen Dank fürs Sternchen !!!

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Maricat 18.09.2011, 20:15
@Maricat

Habe noch etwas neues erfahren, weil mein Mann einen Vortrag zum Thema Patientenverfügung angehört hat: Seit ca. zwei Jahren werden nicht mehr automatisch die Angehörigen befragt, wenn keine Patientenverfügung vorliegt, sondern es kann vom Gericht jemand ernannt werden, das kann eine völlig neutrale Person sein evtl. aber auch ein Angehöriger - hier entscheidet das Gericht - Also würde ich da an Deiner Stelle nochmal googlen oder evtl. mal eine Beratungsstelle aufsuchen ...

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Bitte ? Du hast eine Patintenverfügung bei dir und möchtest aus selbst erlebten Gründen, dass sie unteschrieben wird ? Na, dann mach es doch. Aber dennoch dem Mediziner alles überlassen ? Na dann solltest du deine Patientenverfügung vernichten. Für einen anderen Menschen kannst du das nicht, diese Person hat das Recht zu entscheiden, ob sie eine Verfügung erstellen udn aufrecht erhalten will oder nicht.

Du beschreibst ein sehr heikles Thema das unsere obersten Gerichte schon öfter beschäftigte. Gehe zu lexetius, gebe unterschiedliche Stichworte ein, auch Betreuung würde ich empfehlen in dem Fall. Belese Dich. So wirst Du schlauer.

Für Dich selbst: Je nach Bundesland kannst Du einfach zu einem Notar gehen um eine eigene Patientenverfügung niederzulegen. Es macht sehr viel Sinn sich vorher genau zu erkundigen welche Fragen von den höchsten Gerichten behandelt wurden um eine Ahnung vom Umfang der Thematik zu bekommen und den vielfältigen Möglichkeiten eine solche Verfügung zu umgehen.

Tatsächlich weißt Du nicht wie der Zustand des Herzens Deines Vaters war. Es kommt durchaus vor, dass ein Mensch eine Weile auf eine normale Station verlegt wird im Sterbeprozess. In dieser Zeit ist der Mensch vollkommen da, nimmt das Leben sehr bewusst wahr. Dann ist es Zeit zurück auf Intensivstation zu gehen um bei der vorliegenden Erkrankung den Tod so schmerzfrei als möglich zu gestalten.

Bevor Du also zu einem Rechtsanwalt gehst lass Dir die Krankenakte Deines Vaters aushändigen. Dann hast Du was mit dem Du erst mal genau recherchieren kannst.

Warum hast Du dann eine Patientenverfügung gemacht, wenn Du die Entscheidung eh den Medizinern überlassen willst? Dann brauchst Du nämlich keine. Und ohne Unterschrift ist sie eh nicht gültig. Also brauchst Du sie auch nicht mit Dir rumzutragen.

Ich habe schon vor langer Zeit eine Patientenverfügung gemacht, in der meine Wünsche stehen. Eine Kopie habe ich meiner Tochter gegeben, damit sie Bescheid weiß und entsprechend handeln kann, bis sie das Original vorlegen kann.

Ich weiß nicht, ob die Kopie gilt, aber auf jeden Fall ist sie abgesichert und kann das Original nachreichen.

über den inhalt einer patientenverfügung entscheidet ausschließlich der patient, wenn diese nicht ethischen grundsätzen widerspricht.

Ich dachte dass sowieso alles von Medizinern entschieden wird, wenn keine Patientenverfügung vorliegt... Wenn du ganz sicher sein willst, geh zum Anwalt, schreib das nieder und gib diesen Anwalt als Notfallkontakt an!

Thorsten987 08.09.2011, 21:54

Du hast mich anscheinend korrekt verstanden. ;)

Mir geht es darum wenn ich mal Patient werden sollte, die Mediziner das Sagen behalten und nicht meine Angehörigen. Ich habe meine berechtigten Gründe.

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konstanze85 08.09.2011, 21:55
@Thorsten987

Wenn du volljährig bist, dann kann dir keiner deiner Verwandten etwas. Das liegt dann alles an dir.

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Thorsten987 08.09.2011, 22:04
@konstanze85

Moment, da ist der Haken.

Mal angenommen ich liege auf der Intensivstation nach Hirnblutung. Ich schlafe viel und leide unter typischen Symptomen wie Verwirrtheit, Halluzinationen usw.

Ich bin aber wenn ich wach bin noch geistig den Umständen entsprechend voll da.

In dem Fall den ich kenne, wurde eine Patientenverfügung erlassen dass die Mediziner z. B. nicht reanimieren dürfen. Es kam viel später zum Herzstillstand und es durfte nicht reanimiert werden.

Ich meine wenn jemand fast nur schläft und einen verwirrten Eindruck macht, zu wem auch immer, ist es dann rechtens dass andere, nicht der Arzt, so etwas entscheiden darf?

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Rose125 08.09.2011, 22:05
@Thorsten987

Dann hab ich dich doch genau richtig verstanden! Wenn du Patient bist und volljährig und KEINE Patientenverfügung hast, behalten die Mediziner eh das Sagen. Solltest du dir aber unsicher sein, schreibe bei einem Anwalt nieder, dass du möchtest, dass deine Verwandschaft NICHTS zu sagen hat und gib ihn als Notfallkontakt an....

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Rose125 08.09.2011, 22:11
@Rose125

Entschuldigung, wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Du hast ja geschrieben, dass ich dich richtig verstanden habe... Ach du liebes Bisschen, ich muss ins Bett...

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Thorsten987 08.09.2011, 22:17
@Rose125

Den Fall, den ich beschrieben habe, betraf meinen Vater.

Meine Mutter unterschrieb eine Patientenverfügung und die Ärzte durften nicht reanmieren.

Mein Vater war die meiste Zeit am Schlafen und sozusagen nicht mehr bei seinen geistigen Kräften.

Er war zwischendurch wieder auf der Normalstation und schon in der Intensiv konnte ich mich, wenn er wach war, vollkommen normal unterhalten.

Mein Großvater wurde ähnlich zum Pflegefall, vielleicht wollte man das nicht. Aber ich hätte meinem Vater noch ein Jahr im Rollstuhl mit seinem Enkel gegönnt.

Ich werde dies mal meinem Anwalt fragen, die wissen sowas.

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Rose125 08.09.2011, 22:25
@Thorsten987

Also mit ner Verfügung ist das eigentlich so: DU selbst schreibst, was du willst. Die andere Person, die unterschreibt, ist nur die ansprechperson im Notfall für die Ärzte. Diese Person sollte (muss) sich aber daran halten, was DU selbst unter Vollbesitz deiner geistigen Fähigkeiten verfügt hast. Wenn in der Verfügung zB steht, "Ich will so lange am Leben gehalten werden bis nix mehr geht" (ich weiß, das formuliert man dann anders) dann muss die Ansprechperson sich daran halten...

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Zerreisse den Schrieb und gut ist. Dann wird der Onkel Doc. dich an die Maschinen anschließen bis zum Abwinken.

Thorsten987 08.09.2011, 21:49

Ich meine damit mich selbst. Ich will nicht dass einer meiner Angehörigen jemals eine Patientenverfügung unterschreibt.

In dem Fall den ich kenne durfte ein Mann mit Herzstillstand nicht reanimiert werden, obwohl er noch geistig fit war und körperlich wieder auf die Reihe gebracht werden hätte können.

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hauseltr 08.09.2011, 22:09
@Thorsten987

Eine Patientenverfügung verfügst du selber und kein Angehöriger!

Ob die Angehörigen eine Patientenverfügung für sich selbst unterschreiben, geht dich nichts an.

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Andrea2009 08.09.2011, 22:16
@hauseltr

Weisst du überhaupt, was eine Patientenverfügung (dein Schriebs) ist??? Keine Patientenverfügung, keine Entscheidung von Angehörigen! Dann macht der Doc, was er für nötig hält.

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Thorsten987 08.09.2011, 22:20
@Andrea2009

Das interessante dabei ist, dass meine Mutter, obwohl es nicht stimmt, sich nach dem Tod meines Vaters darüber aufgeregt hat, dass ich behauptet hätte dass sie meinem Vater den Stecker gezogen hätte.

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eine patientenverfügung bekommt niemand vorgelegt,meinste eine organspendeausweis?

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