Passt mein Pferd wirklich zu mir?


05.02.2020, 14:28

Ich will nur sagen, ich sage nicht schnell, dass jemand oder ein Tier zickig ist. Niemand will dieses Pferd reiten. Mir tut das Pferd eher leid, deshalb habe ich auch bisher nichts gesagt

13 Antworten

Deshalb ist es gut, dass du kein eigenes Pferd hast. Und es ist immer gut, wenn man möglichst viele unterschiedliche Pferde reitet. Nur so merkt man, was einem wirklich liegt. Und das kann dir Haus im Laufe des Reiterlebens immer wieder mal wechseln.
Ich persönlich habe es als Jugendliche sehr genossen, fast einer Art „Immenhofromantik“ aufgewachsen zu sein; da waren Ponys einfach klasse. Später hat mir eine Weile die Mithilfe beim Anreiten unterschiedlichster junger Pferde und das Springen sehr viel Spaß gemacht, da mochte ich Araber besonders gern. Dann hatte ich eine Weile die Möglichkeit, Galopper im Training zu reiten, und habe mich so ins Englische Vollblut verliebt, dass ich dachte, ich möchte später mal einen besitzen. Nach vielen Jahren Reitpause habe ich dann iberische Pferde für mich entdeckt, weil ich diese als Reitbeteiligung fand, und die meinem inzwischen fortgeschritteneren Alter angemessener scheinen. Nun reite ich aber wieder überwiegend Warmblüter, und habe darunter auch mein „one in a lifetime horse“ gefunden.
(Zwischedurch gab es noch einiges, kann nicht alles aufzählen...)
Unterm Strich muß i h sagen: ich liebe die Vielfalt, und es sind immer einzelne Pferde, die einem besonders passen. Und das merkt man nur, wenn man sich nicht an einem „festklammert“, sondern offen bleibt, immer wieder andere kennenzulernen.

Jedenfalls wurde ich kein Pferd reiten, das mir keinen Spaß macht. Ist doch mein Hobby!

da es ja nicht dein Pferd ist, hast du ja noch eine Weile Zeit, bis (oder falls) du dir ein eigenes Pferd kaufen willst/kannst. Bis dahin solltest du überlegen, welchen Pferdetyp du bevorzugst. Jemand der Kaltis oder Tinker liebt, wird mit einem Araber nicht glücklich. Jemand, der das Tölten erlernen will, kann mit einem Haflinger etc.. nichts anfangen.

Du wirst für dich schon herausfinden, welche Art Pferd dein Herz öffnen kann. Reite den Haflinger ruhig weiter. Wenn er nicht vergurkt ist, dann kann man von einem "zickigen" Pferd eine Menge lernen.

Als ich noch jugendliche Reitschülerin und aus den Anfängerstiefeln hinausgeritten war, bekam ich immer einen Traberwallach für die Reitstunde. Der war halt ein flottes Pferd...und neigte auch zum Buckeln. Damals konnte ich das noch sitzen. Der Traber hat mir beigebracht, loslassend und fein zu reiten, denn festgehalten zu werden, mochte er gar nicht. Und er hat meine Neigung für hochblütige Pferde entstehen lassen.

Und dann auf einer Equitana sah ich den Vollblutaraberhengst Mehanna. Ich dachte, ich werde ohnmächtig, so wunderschön fand ich ihn. Seitdem bin ich auf diese Rasse festgelegt.

Haflinger sind tatsächlich etwas eigenwillig, weil sie selbst denken und notfalls Entscheidungen alleine treffen. Das wird dann oft als stur oder halt zickig ausgelegt. Ich denke, wenn Du es schaffst, dass er Dir vertraut und dass er Deiner Führung vertraut, dann wirst Du ein verlässliches Reitpferd bekommen. Wenn keine Möglichkeit besteht, Bodenarbeit zu machen: im Prinzip ist der ganze Umgang mit dem Tier ( Führen, Putzen, Satteln usw.) dazu geeignet, mit dem Pferd eine Verbindung aufzubauen.

Dir werden noch viele Pferde begegnen.

Das mit dem Zickig... Naja, man kann auch sehr viel vermenschlichen. Pferde behandeln dich so, wie sie auch behandelt werden, vom Grundprinzip her. Wird das Pferd eh schon für "zickig" gehalten, ihm nicht zugehört, wirkt es natürlich zickig, obwohl es vll. sich einfach nur äußert, dass es Schmerzen hat. So als Beispiel.

Dein Reitlehrer wird sich bestimmt etwas dabei gedacht haben, dich auf dieses Pferd zu setzen. Also sie es nicht von wegen "das Pferd passt nicht zu mir", sondern nimm das als Anreiz "wenn ich mich stets verbessere und feiner werde, lerne ich, mit diesem Pferd umzugehen".

Wie weiß ich, ob ein Pferd wirklich zu mir passt?

Gute Frage. Manchmal macht es eben einfach "klick".

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – über 20 Jahre Reiterfahrung und eigenes Pferd seit über 10J.

Da kann ich dir direkt weiterhelfen. Mache mal einen Pferde Test. Ich kenne zum Beispiel die ReiteRi Pferde Tests: https://reiteri.de

Habe ich selbst auch gemacht. Hat mir ein paar Anhaltspunkte gegeben. Man refektiert dann etwas mehr und hat dann mehr Mut zu sagen, wenn man das Pferd wechseln will.

OK, das hilft mir persönlich. Danke

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