Partnerin hat Angst vor mir aufgrund schlimmer Kindheit - wo bekommt sie professionelle Hilfe?

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4 Antworten

Sie sollte zunächst mal ihren Hausarzt aufsuchen und ihre Ängste und damit ihre Beziehungsunfähigkeit schildern. Der überweist dann an einen Fachmann, einem Psychologen/Therapeuten. Eine Überweisung wird sie benötigen!

Leider haben Psychologen oft eine lange Warteliste und ich denke, dass sie in der Wahl auch eingeschränkt sein wird, da sie vermutlich lieber zu einer Pychologin gehen wird. Entweder kann ihr der Hausarzt eine Empfehlung aussprechen oder sie muss selbst recherchieren oder über ihre Krankenkasse in Erfahrung bringen, wo eine Psychologin in ihrer Nähe ist.

Das sie sich zu einer Therapie entschlossen hat, ist wirklich goldwert und schon mal der erste Schritt zu einer Gesundung. Sie sollte eine Tiefenpsychologische Therapie machen - keine Verhaltenstherapie, denn bei ersterem geht der Psychologe an die Wurzeln, bei zweitem werden in erster Linie die Symptome behandelt. Aber ein Psychologe wird wissen, welche Form der Therapie sinnvoll ist.

Das sie keinen Kontakt zu Dir möchte, kann ich nachvollziehen, sie wird während der Therapie sehr viel mit sich zu tun haben und wird ihre Traumata verarbeiten und aufarbeiten müssen. Für sie wäre es eine doppelte Belastung, wenn sie Dir auch noch gerecht werden muss, auch wenn Du nur an ihrer Seite unterstützend sein möchtest ohne irgendwelche Erwartungen zu haben. Doch das wird sie vermutlich anders sehen. Die Therapie wird vermutlich Monate unter Umständen Jahre dauern, bis sie in der Lage ist, Vergangenes zu akzeptieren und zu verzeihen bzw. damit umgehen zu lernen.

Falls Du auf sie warten möchtest, brauchst Du mehr als Geduld. Alles Gute.

19Randy84 10.08.2015, 14:01

Danke, das war eine ganz tolle Antwort.

Ich verstehe das auch, daß sie keinen Kontakt will. Auch wenn es wahnsinnig schwer ist. Aber es macht mich total fertig, daß ich ihr keinen Ratschlag geben kann (das was du mir gerade geschrieben hast mit Hausarzt usw) weil sie wird jetzt nur zu der (Paar)Therapeutin gehen, bei der wir letztens waren. Sie ist ihr sehr symphatisch (was für sie extrem wichtig ist), aber ich denke nicht, daß diese Frau die beste Hilfe für sie ist. Meine zweite Angst ist, daß diese Therapeutin sie nicht weiter verweisen wird oder ihr raten würde zum Hausarzt zu gehen, da sie ja weiterhin ihre 120 Euro/50min verdienen will.

Ich bin echt ratlos .. ich traue mich nicht ihr zu schreiben, weil ich es versprochen habe :-/

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conelke 10.08.2015, 14:06
@19Randy84

Freut mich, wenn ich Dir ein wenig helfen konnte.

Ich kann das natürlich nicht wirklich beurteilen, aber ich würde auch meinen, dass sie bei einer Paartherapeutin nicht unbedingt bestens aufgehoben ist. Das Wort PAAR sagt ja schon alles!

Bei einer Überweisung übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Therapie, dass sollte eigentlich Ansporn genug sein, um nochmal den Hausarzt aufzusuchen.

Du bist echt in einer Zwickmühle, Du möchtest gerne helfen und darfst nicht. Es ist gut, dass Du Dich zurücknimmst und ihre Wünsche respektierst. Vielleicht kannst Du ihr jedoch einen persönlichen Brief mit Deinen neuen Erkenntnissen zusenden und ihr das als Option anbieten. So musst Du Dir dann nicht sagen, dass Du es nicht versucht hast.

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Ich denke doch, dass deine Freundin nicht ganz ohne Information über eine mögliche weitere Vorgehensweise sowie der Information über den Ablauf aus der Paartherapie gegangen ist!? Es gibt mehrere Wege. Sie kann sich an einen Psychiater wenden, an den Hausarzt aber besser noch an die Krankenkasse und dort bekommt sie auch die Listen von den Kassentherapeuten. Ein Psychologe behandelt keine Patienten sondern psychologische Psychotherapeuten, klinische Psychologen, Psychiater (die Psychotherapie anbieten, das ist nicht bei jedem der Fall). Die Fachrichtung ist meist weniger ausschlaggebend als die Sympathie und das daraus entstehende Vertrauensverhältnis zwischen Klient und Therapeut.

Sie braucht einen Psychotherapeuten, also eine Psychologin/Psychologe, die/der mit ihr ihre Kindheit aufarbeitet. Wenn sie geschlagen wurde, insbesondere von männlichen Personen, wird sie eine Grundangst und ein Misstrauen gegenüber Männern entwickelt haben. Ziel der Therapie wird es sein, ihr zu zeigen, dass Gewalt NICHT normal ist in einer Familie und dass nicht alle Männer gewalttätig sind. Bring die Geduld auf, auf sie zu warten und bedränge sie nicht, aber hilf ihr, wenn sie das möchte, damit sie Vertrauen zu dir aufbauen kann

19Randy84 05.08.2015, 15:45

Ich bin geduldig und warte auf sie, weil sie gemeint hat sie muss das alles mal verarbeiten. Darum hat sie mich auch gebeten. Aber ich möchte eben darauf vorbereitet sein ihr helfen zu können, sollte sie mich darum bitten.

Meinst du gibt es da auch Unterstützung durch die Krankenkasse? Weil es finanziell gerade nicht so gut bei ihr ausssieht und sie will sich aber von mir finanziell nicht helfen lassen bzgl der Therapie. Weil die Therapeutin wo wir waren, die war doch sehr teuer.

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mirolPirol 05.08.2015, 15:49
@19Randy84

Es kommt auf den Befund an. In diesem Fall muss ein Psychiater eine Erkrankung der Seele diagnostizieren, wie einer Depression oder einem seelischen Trauma, was es ja wohl ist. In dem Fall übernimmt die Kasse nicht nur die Kosten für den Psychiater, sondern auch für die nötige Psychotherapie vollständig.

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Sie wird das schon in den Griff bekommen und sich einen Therapeuten oder Psychiater suchen, du solltest das jedoch respektieren und Abstand halten. Sie wird sich das schon überlegt haben und im Moment tust du ihr überhaupt nicht gut sondern bremst sie sogar aus. Demnach kann sie dich auch garnicht lieben.

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