Parkett bzw. Dielen in der Küche?

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8 Antworten

Hallo Boldtbregu,

die Frage ist absolut berechtigt und der Hintergrund (Fliesen kalt etc.) auch verständlich. Warum auch immer es in der allgemeinen Meinung heißt, dass Holz in der Küche ein Tabu oder schwierig sei, weiß ich nicht. Es hat sicher seine Gründe und es hält sich hartnäckig. Hier mal ein Versuch das von verschiedenen Seiten zu beleuchten.

Okay, in der Küche geht es manchmal sprichwörtlich heiß her und auch Spritzwasser so wie dass mal was auf den Boden fällt sind Tatsachen. Das wird passieren und lässt sich auch nicht vermeiden. Punkt.

Jetzt stellt sich also die Frage wie gut ein Parkett oder Dielenboden mit diesen Anforderungen klarkommt. Und die Antwortet lautet: es kommt darauf an.

Die Oberflächenbehandlung ist der ausschlaggebende Punkt

Grundsätzlich gibt es geschlossene oder offenporige Oberflächen im Bereich der Holzböden (zu denen Parkett und Dielen zählen). Eine Versiegelung oder Lackierung sind geschlossene, d.h. nicht-offenporige Oberflächen. Eine Oberflächenbehandlung mit Öl, Wachs oder Seife ist eine so genannte offenporige Oberfläche.

  • Versiegelte Oberfläche: eine versiegelte Oberfläche ist eine geschlossen-porige Oberfläche, d.h. nichts kann eindringen, die Poren des Holzes sind von oben verschlossen. Dadurch ist die Oberfläche extrem widerstandsfähig und wasserabweisend Der Nachteil ist, dass wenn die Versiegelung oder Lackierung an nur einer Stelle unterbrochen ist (z.B. kleine Fuge), hat Wasser die Möglichkeit einzudringen. Fertigparkett hat meist eine versiegelte Oberfläche. Im höherwertigen Segment findet man häufig aber auch Parkettboden ohne werksseitige Oberfächenversiegelung. Diese können dann nach dem Einbau mit einer individuellen Oberflächenbehandlung versehen werden (z.B. mit einem Öl).

  • Offenporige Oberfläche: eine offenporige Oberfläche gibt dem Boden einen Schutz, verschließt die Poren des Holzes aber nicht gänzlich. Beispiele für solche Oberflächen sind Öle, Wachse und Seifen (ja auch ein geseifter Boden hat einen Oberflächenschutz). Der große Vorteil dieser Oberflächenbehandlung ist, dass es wasserabweisend wirkt, d.h. Spritzwasser ist überhaupt kein Problem und muss auch nicht zwingend gleich danach abgewischt werden. Selbst wenn das Wasser ins Holz eindringt, kann es danach dank der offenporigen Struktur wieder trocknen - und das ist der entscheidende Punkt.

Um die Frage also abschließend und kurz zu beantworten: Dielenboden in der Küche ist kein Problem, so lange mit einer offenporigen Oberfläche gearbeitet wird. Bewährt hat sich eine Oberflächenbehandlung mit Öl. Mehr Informationen zum Thema Oberflächenbehandlung findest Du gerne hier: http://purnatur.com/dielen/oberflaechen.html

Als Holzarten haben wir gute Erfahrungen mit Douglasie und Eiche gemacht. Es funktionieren aber sicher auch z.B. Esche oder Lärche, wenn man wie gesagt das Thema Oberflächenbehandlung beachtet.

Falls ihr euch für Parkett entscheidet oder Laminat, solltet ihr auf jeden Fall mit speziellen Mitteln imprägnieren. Die Fugen, wie das Parkett oder Laminat selbst sind dann vor Wasser geschützt. (Muss regelmäßig wiederholt werden!) Ich habe Laminat in der Küche verlegt und bis jetzt keine Probleme gehabt. Einziges Problem ist nur, wenn etwas scharfkantiges herunterfällt und das Laminat beschädigt. Das ist dann natürlich ärgerlich.

Wir haben Echtholzparkett, geölt, gewachst in der Küche. Schön, angenehm aber Wasser sollte dort nicht stundenlang "stehen bleiben". Also wirst du dir wohl einen Laminatboden legen müssen.

Wir haben jetzt seit siebzehn Jahren lackierte Kiefernbretter in der Küche (auch im Bad), in der wir auch einen mit Holz befeuerten Ofen stehen betreiben und die sind jetzt erstmals reif für ein Abschleifen und Überlackieren.

Für superpingelige Hausfrauen ist ein solches "lebendes" Material aber sicher weniger geeignet, die sollten bei Fliesen bleiben.

Mal gut, dass ich keine superpingelige Hausfrau bin!

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Es gibt auch heute noch PVC - Böden, mit sehr schönen Muster, auch für die Küche. Da sollte man aber schon GUTE Qualität nehmen, das heist nicht zu dünn, ev. noch ein Vlies untendrunter. Da kann schon mal etwas runterfallen, ohne das es gleich kaputt geht. Lass Dich im Fachgeschät mal beraten.

Solchen dicken PVC-Boden mit Parkettmuster haben wir jetzt in der Küche auf den Fliesen. Das ist schon o.k., auch praktisch, aber so richtig der Hit doch nicht!

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Meine Eltern haben sich Dielen in der Küche legen lassen. Ein absoluter Krampf! Kratzer, hochstehende Kanten vom Aufquellen durch Essensreste und Wasser, Schmutz in den Ritzen, der Hund verkratzt alles... Hätte ich nie getan. Wir haben PVC-Boden mit Parkett-Boden, jederzeit nass rauswischbar und nicht so anfällig, wenn was runterfällt. Ein neuer Belag läßt sich jederzeit auswechseln und wird dann nicht so teuer.

Naja, Kratzer finde ich nicht soo schlimm bei Holz, das sind eben die Gebrauchsspuren, aber trotzdem danke für den Erfahrungsbericht!

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Ich glaube Laminat ist für diesen Zweck weniger anfällig als Echtholzparkett.

Wie wäre es mit einem Korkboden, der ist nicht ganz so empfindlich wie Laminat und ist auch pflegeleicht.

Hier habe ich eine Seite gefunden, wo beschrieben ist, das ein Korkfußboden in der Küche, hoch strapazierfähig und superleicht zu pflegen ist.

http://www.schoener-korkboden.de/

Ja, Kork wäre auch eine Alternative, habe ich im Gäste-WC verlegt, das ist auch schön warm an den Füßen, haben wir auch schon überlegt, aber mein Mann träumte eben auch von Dielen...

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@Boldtbregu

Also wir haben Kork in der Küche und ich möchte nichts anderes mehr! Fällt mal ein Glas oder so was runter, is es nich gleich kaputt. Und bei den warmen Füßen kann ich nur zustimmen.

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