paranoide schizophrenie

6 Antworten

Hallo zusammen,

ich bin selbst letztes Jahr im ALter von 23 Jahren an paranoider Schizophrenie erkrankt. Es begann damit dass ich immer das Gefühl hatte beobachtet zu werden und dass die Leute über mich tuscheln (zB in der Straßenbahn oder beim Einkaufen). Später fing ich an Stimmen zu hören und dachte deshalb, das mich jemand beobachtet und verfolgt. Damals war ich überzeugt dass meine Nachbarn Mikrofone und Kameras in meiner Wohnung installiert haben und mich so beobachten und abhören. Deswegen bin ich zweimal in 6 Monaten umgezogen. Irgendwann haben die Stimmen angefangen auf meine Gedanken zu antworten, sodass ich daran geglaubt habe dass meine Gedanken abgehört werden von einem Geheimdienst oder ähnlichem. In der Endphase dachte ich dass meine Gedanken kontrolliert und von Fremden eingespielt werden. Viele Schizophrene glauben dann dass jemand einen Chip in ihren Kopf gepflanzt hat oder ähnliche absurde theorien. Zum Schluss habe ich versucht mir das Leben zu nehmen. Dadurch kam ich in die Psychatrie und bekam die Diagnose und sofortige Hilfe. Falls du glaubst an dieser Krankheit erkrankt zu sein, such dir sofort Hilfe bei einem Psychiater! Mit Medikamenten kann man alle Krankheitssymptome unterdrücken. Ich habe nachher bereut nicht direkt zum Arzt gegangen zu sein. Durch die Medikamente kann ich ganz normal leben wie früher und kann auch wieder arbeiten. Ich kann nur nochmal betonen, SUCH DIR HILFE.

Schau mal hier: http://www.paradisi.de/Health_und_Ernaehrung/Erkrankungen/Schizophrenie/?PHPSESSID=b2472e46368383cde4b19e462ac91e77

Hallo, ich habe mit einer Werkstatt für pschychisch Kranke zu tun, wo einige Menschen mit dieser Diagnose arbeiten. Deshalb habe ich mich auch näher mit dem Krankheitsbild der Schizophrenie und anderen psychischen Störungen beschäftigt:

Ich vermute, dass die ARGE, Dich loswerden möchte aus der Reihe der zu vermittlenden Arbeitslosen(?) Denn mit dieser Diagnose kommen die Menschen, nach einer Phase der Stabilisierung z.B. auch in einem Krnakenhaus in unsere Werkstatt (WfbM = Werkstatt für behinderte Menschen) an einen geschützten Arbeitsplatz. Als Behindert kann man deshalb gelten, weil man nicht die volle Leistung eines Gesunden erbringen kann (Du wirst Dich wundern, wie viele Leute mit einem Schwerbhinderten-Ausweis rumlaufen, obwohl man es ihnen auf den ersten Anschein nicht zutrauen würde...!) Bei psychischen Behinderungen gibt es einen wesentlichen Unterschied zu den körperlichen Behinderungen: sie brauchen nicht von Dauer sein und können vorübergehen oder nur zeitweilig auftreten!

Die Arbeit in einer Werkstatt hat trotz der damit meist subjektiv empfundenen Stigmatisierung den Vorteil, dass übermäßiger Streß vermieden werden kann. Der ist nämlich ein auslösender Faktor für Krankheitsschübe: gewiss auch der dauernde Streß mit der ARGE, an einen unpassenden Arbeitsplatz geschickt zu werden. Der Druck der auf die restlichen Menschen in normalen Arbeitsplätzen ausgeübt wird, wird ja immer größer! In einer WfbM wird darauf geachtet, dass solche Stressüberlastungen wie Termindruck oder Konfliktstress abgefedert werden z.B. auch durch einen begleitenden sozialen Dienst, der auch in Konflikten mit der ARGE vermitteln kann.

Übrigens gilt auch die Situation als Arbeitsloser existieren zu müssen, schon als ein erhöhter Stressfaktor. Das erkennt nur niemand an! Arbeitslos zu sein ist eine Verletzung der Seele und des Selbstwertgefühles und bedeutet Stress. Auch das dauernde Anrühren dieser seelischen Verwundung ist ein hoher Stressafaktor. Ich habe beim Amt nicht erlebt, dass darauf Rücksicht genommen wurde.

Ansonsten wird darauf Wert gelegt, dass die Normalität des Arbeitslebens erhalten bleibt, um die Chancen einer Rehabiltiation zu wahren.

Zum Krankheitsbild ist vielleicht kurz zu sagen, dass sie in ihrer in drei Kategorien gegliedert wird: die erste Kategorie hat nur ein einmaliges Auftreten der Symptome und ist ganz heilbar, ohne dass je im weiteren Leben wieder wieder ein Schub passiert (vor hohem Stress sollte man sich dennoch hüten!). Die zweite Kategorie bleibt auf einem Level und der Betroffene lernt damit zu leben, dass er gelegentlich, in besonderen Situationen mit Krisen rechnen muss (Das sind die Menschen, die dauerhaft in der Werkstatt anzutreffen sind.) Die dritte Kategorie wird chronisch und verschlimmert sich eventuell.

Im Krankenhaus werden Medikamente ausgetestet, die den Betroffenen helfen können, ein weitgehend normales Leben zu führen und den Leidensdruck zu lindern. Weiterhin gibt es Programme wie "PEGASUS" und "ZERA", die beim Erlernen mit der Störung umzugehen und auf Frühwarnsyntome für Chrisen zu achten, helfen sollen. Beides wird im Krankenhaus und in der Wekstatt vom sozialen Dienst vermittelt.

Du schreibst: "Ich war noch nie gewalttätig, ..." Das zeigt das allgemeine negative Bild von psychischen Störungen in der Bevölkerung: Wenn jemand "amok läuft" oder seine Familie auslöscht wird er als "psychisch Kranker" in den öffentlichen Medien bezeichnet. Dabei ist doch klar dass kein Gewalttäter oder Verbrecher psychisch gesund sein kann! Warum also das so hervorheben?! Geschwiegen wird über die vielen Leute, die gelernt haben mit ihren Schwierigkeiten umzugehen und eher die allzu friedliebenden Opfer sind als die Täter. Übrigens es gibt viele die psychische Probleme haben und sie verbergen. Wenn man selbst davon betroffen ist, lernt man die meist erst kennen. Und ich denke, das ist der Gewinn, der auch aus dieser Situation gezogen werden kann.

Es ist übrigens nicht jedem möglich, daran zu erkranken; es gehört seltsamerweise eine gewisse Intelligenz dazu...

Im übrigen bewundere ich Deinen Mut, mit der Frage an die Öffentlichkeit zu gehen!

Deiner Antwort kann ich nur zustimmen.

0

Es ist übrigens nicht jedem möglich, daran zu erkranken; es gehört seltsamerweise eine gewisse Intelligenz dazu

Danke, dass Du das auch registriert hast! ich steh da nämlich oft belächelt da, wenn ich das anmerke.

0

Paranoide Schizophrenie aufgrund von Schlafentzug?

Nach der Geburt meines Babys konnte ich vor Aufregung und Beanspruchung nicht schlafen – ich machte mir Sorgen, das Baby hatte ständig Hunger und musste gestillt werden. Ich konnte über mehrere Tage nicht mehr einschlafen und bekam Halluzinationen mit der Diagnose Paranoide Schizophrenie, Neuroleptika über Jahre.

...zur Frage

Angst verrückt zu werden, geht das?

Momentan habe ich sehr viel Zeit und kann mir somit viele Gedanken machen. Ich steiger mich nur viel zu krass hinein und habe echt Schiss, dass ich dadurch verrückt werde und durch drehe. Dazu sollte ich vielleicht sagen, dass ich die Diagnose Depressionen vor ca. einem 3/4 Jahr bekommen habe. Dementsprechend sehen meine Gedanken halt auch aus und sind auch häufig mit dem Tod verbunden. (Habe nicht vor etwas umzusetzen) Kann ich wirklich verrückt werden dadurch?

...zur Frage

Unverständnis - Was kann ich tun?

Hallo Liebe Community!

Ich hoffe sehr, dass mir jemand helfen kann. Zu meiner Person: 23 Jahre alt, seit gut 10 Jahren an einer schizoaffektiven Störung erkrankt (natürlich diagnostiziert) und ich lebe mit meinem Freund zusammen.

Mit 16 oder 17 litt ich an einer Angststörung und habe in der Zeit schon feststellen dürfen, dass mein Umfeld nicht gerade tolerant gegenüber psychischen Erkrankungen ist (meine Mutter hat mich damals in Schlafsachen zur Schule gefahren, obwohl ich nicht konnte und mich zusätzlich noch bloßgestellt, weil ich mich ja nur anstelle und das war nicht mal annährend alles, was mir während dieser Zeit passiert ist).

Ich fing irgendwann an mir selbst zu schaden.. pi pa po. Mit 19 habe ich meinen Freund kennengelernt, da war ich noch in dieser selbstverletzenden Phase drin und auch in einer Tagesklinik. Leider hat mich diese Klinik mal eben nach einem sehr tiefen Schnitt in eine geschlossene Anstalt verfrachtet, von da aus bin ich aber abgehauen. Ende vom Lied: Ich hab niemals diese Therapie beendet und kann auch heute schlecht damit umgehen.

Ich würde ja, wenn ich alleine wäre, einfach wieder eine neue Therapie anfangen ABER, weder meine Familie, noch mein Partner weiß, dass ich nach dem Klinik-Ding nicht auf magische Weise geheilt wurde und es mir zunehmend schlechter geht. Beide Parteien zeigen nur unverständnis, vor allem wenn das Thema Depression aufkommt und ich versuche anzudeuten, dass es mir schlecht geht. Kinder in Afrika hungern, du hast doch alles was du dir wünschen könntest, heul nicht so rum... und ist nur ein Bruchteil.

Ich verletze mich nicht mehr aktiv selbst, nur noch manchmal (wie heute) aber dann an Stellen, die niemand sieht, weil ich echt ratlos bin...

Habt ihr vielleicht Tipps, wie man das Gespräch in die richtige Richtung lenken könnte?

Ich entschuldige mich für diesen langen Text und bedanke mich schonmal im Voraus für hilfreiche Antworten.

...zur Frage

Paranoide Schizophrenie & Führerschein

Hallo

hier möchte ich mich erkundigen ob man mit der Diagnose "paranoide Schizophrenie" autofahren darf wenn die Erkrankung medikamentös gut eingestellt ist. ?

Besteht die Gefahr des Führerscheinentzuges oder darf man den "Lappen" behalten ?????

Darf der behandelnde Arzt oder der Betreuer der Führerscheinstelle eine Meldung machen ?????

Wer kennt sich da aus ?

Gruß Eipick

...zur Frage

Wie eine Erwartungshaltung verändern?

Ich habe seit 7 Jahren nun Schizophrenie wie kann ich meine paranoide Erwartungshaltung ändern die mich wieder psychotisch werden lässt oder ist das alles vergebens aufgrund von veränderter gehirnstruktur von grau zu weiss wie bei mir

...zur Frage

Das Leben macht keinen Sinn oder?

Das Leben hat nicht wirklich einen Sinn oder? Ich meine was für ein Sinn soll das sein? Wozu lebt man überhaupt? Was bringt das? Jedenfalls hat mein Leben absolut keinen Sinn. Eigentlich vegetiere ich nur dahin, viel mehr tue ich nicht. Ich warte praktisch nur auf den Tod, viel mehr tue ich in meinem Leben nicht, also wozu das ganze? Es macht absolut keinen Sinn weiter zu leben. Ausserdem werde ich wohl durch Einsamkeit und meine Depressionen immer verrückter. Was soll ich tun? Ich habe mich auch praktisch aufgegeben. Was soll ich also tun wenn mein Leben komplett sinnlos ist? Ich denke ich habe nicht nur Depressionen sondern ich leide oft wohl auch unter Wahnvorstellungen. Möglicherweise habe ich auch Shcizophrenie, also was soll ich tun?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?