Paragraf 219 a wird gestrichen?

Das Ergebnis basiert auf 31 Abstimmungen

Gut so! 74%
Paragraf 219a sollte bestehen bleiben. 26%

9 Antworten

Gut so!

Es ist eine infame Unterstellung, dass wir Frauen durch Werbung zu einem Schwangerschaftsabbruch "verführt" werden könnten! Glaubst du wirklich, dass sich eine Frau, die gerne ein Kind bekommen möchte, sich zu einem Abbruch durch ein "2für1-Angebot" oder so "überreden" lassen würde? Also bitte!

Was dieser Paragraph hingegen in der Praxis gebracht hat, ist, dass Ärzt*innen auf ihren Websites nicht darüber informieren dürfen, welche Methoden sie in ihrer Praxis durchführen, unter welchen Umständen welche Methode möglich ist, wie das alles abläuft und welche Risiken und Nebenwirkungen dabei bestehen. Sprich, es wurde ihnen und uns Frauen unmöglich gemacht, fachlich saubere, umfangreiche Informationen direkt von den Fachleuten zu bekommen und die Suche nach einer Praxis, in der ein Abbruch durchgeführt werden kann, zu vereinfachen.

Stattdessen landeten vor allem richtig üble Seiten von Abtreibungsgegnern ganz oben in den Google-Ergebnissen, die mit lauter Fehlinformationen und Ekelbildern aufwarten.

Aus diesem Grund ist es sehr gut und war längst überfällig, dass dieser Paragraph ersatzlos gestrichen wird!

Naja, die Enkelbilder zeigen die Realität.

Welche "Fehlinformationen" meinst du genau?

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@Interesierter
Naja, die Enkelbilder zeigen die Realität.

Nö, da werden zu 90% Spätabtreibungen als "normale" Abtreibung innerhalb der Frist dargestellt.

Da werden Bilder von fast geburtsreifen Babys genommen, und behauptet, das wäre die 14 oder 16 Woche.

Auch findet man immer wieder den Fake Film "Der Stumme Schrei" der von sämtlichen seriösen Ärzten als manipulatives Machwerk voller Falschinformationen abgelehnt wird.

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@Deamonia

Behaupten kann man vieles. Ich denke, wir können uns darauf einigen, dass ein Schwangerschaftsabbruch nichts schönes ist.

Das Kernproblem ist, dass der ausführende Arzt zwangsläufig im Interessenkonflikt steht und damit eben keine neutrale Beratung leisten kann.

Es hat schon seinen Sinn, dass die Schwangerenkonfliktberatung eben nicht vom ausführen Arzt, sondern nur von einer neutralen Beratungsstelle durchgeführt werden darf.

Genau dieser Grundgedanke würde jedoch mit der Streichung aufgegeben. Hier muss die Frage gestellt werden, ob das wirklich wünschenswert ist.

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@Interesierter
Behaupten kann man vieles.

Ich behaupte das nicht bloß, das ist ein Fakt. Auch wird auf diesen Manipulativen Seiten stets von Baby statt von Fötus gesprochen, und es wird mit allen Mitteln versucht Emotionen zu wecken.

So schreiben sie von "kleinen Herzchen" von "Händchen" und "Füßchen". Ebenso wird immer wieder gern fälschlicherweise behauptet, der Fötus würde in der Gebärmutter in Stücke geschnitten, obwohl jeder mit nur ein bisschen Verstand sich denken kann, das das Unsinn ist.

Denn warum sollte man einen 3cm kleinen Fötus zerstückeln müssen, wenn ein Geburtsreifes Baby von 40cm auch so durch passt?

Ebenso wird immer wieder die Mär verbreitet, Föten würden bei der Abtreibung Schmerzen Empfinden, was allerdings unmöglich ist.

Ich denke, wir können uns darauf einigen, dass ein Schwangerschaftsabbruch nichts schönes ist.

Nichts schönes, aber eben auch nichts schlimmes. Ich sehe Abtreibungen recht neutral vor der 24 Woche.

Das Kernproblem ist, dass der ausführende Arzt zwangsläufig im Interessenkonflikt steht und damit eben keine neutrale Beratung leisten kann.
Es hat schon seinen Sinn, dass die Schwangerenkonfliktberatung eben nicht vom ausführen Arzt, sondern nur von einer neutralen Beratungsstelle durchgeführt werden darf.
Genau dieser Grundgedanke würde jedoch mit der Streichung aufgegeben.

Es geht hier doch gar nicht um die Beratung, sondern darum, das Ärzte auf ihrer HP einfach Infos zu Schwangerschaftsabbrüchen bereit stellen wollen.

Die Beratung soll weiterhin verpflichtend bei einer neutralen Stelle stattfinden, daran soll die Streichung des Paragraphen nichts ändern.

Es geht darum, das der FA auf seiner HP bisher NUR schreiben darf "Wir führen Schwangerschaftsabbrüche durch"

Warum sollte ein Arzt nicht noch dazu schreiben dürfen, welche Methoden er anbietet, und wie diese ablaufen?

Jeder verfluchte Laie darf dazu eine Internetseite erstellen, aber die die am meisten Ahnung davon haben, die dürfen nicht informieren, das ist doch krank!

Weist du womit die ganze Sache angefangen hat? Eine Ärztin wurde verklagt, weil sie schrieb, das sie Schwangerschaftsabbrüche in sicherer Atmosphäre durchführt. Das "sicherer Atmosphäre" wurde hier als Werbung gewertet.

Findest du das nicht auch ziemlich lächerlich?

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@Deamonia

Neutral betrachtet ist das Werbung.

Ich finde das überhaupt nicht lächerlich. Ich finde es beängstigend, dass diese Ärztin so vehement darauf aus ist, der Schwangerenkonfliktberatung vorzugreifen.

Es geht nicht darum, dass der ausführende Arzt Ahnung hat, sondern dass er ein finanzielles Interesse an der Durchführung hat. Er ist damit kein neutraler Berater, sondern der Verkäufer einer Dienstleistung. Neutraler Berater und gewerbsmäßiger Dienstleister in einer Person schließt sich gegenseitig aus.

Kannst du diesen Interessenkonflikt erkennen?

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@Interesierter
Neutral betrachtet ist das Werbung.

Inwiefern ist es Werbung, wenn statt "Wir führen Schwangerschaftsabbrüche durch" auf der HP stehen würde "Wir führen Schwangerschaftsabbrüche mit Pille oder Absaugung durch"?

Das ist reine Information.

Werbung wäre: "Jetzt neu, Abtreibung ohne Schmerzen, kommen, abtreiben, nach Hause gehen." "Heute 2 Abtreibungen zum Preis von einer, überreden sie ihre Beste Freundin zum gemeinsamen Abtreiben" usw.

Ich finde es beängstigend, dass diese Ärztin so vehement darauf aus ist, der Schwangerenkonfliktberatung vorzugreifen.

Tut sie überhaupt nicht. Neutrale Informationen über Schwangerschaftsabbruchsmethoden haben nichts mit Schwangerschaftskonfliktberatung zu tun. Das kommt in der Regel erst danach, wenn die Frau sich einen passenden Arzt suchen möchte.

Es geht nicht darum, dass der ausführende Arzt Ahnung hat, sondern dass er ein finanzielles Interesse an der Durchführung hat. Er ist damit kein neutraler Berater, sondern der Verkäufer einer Dienstleistung. Neutraler Berater und gewerbsmäßiger Dienstleister in einer Person schließt sich gegenseitig aus.

Erneut: Die Beratung soll weiterhin verpflichtend bei einer neutralen Stelle stattfinden, daran soll die Streichung des Paragraphen nichts ändern.

Von daher ist das was du schreibst hierfür völlig unwichtig.

Ja, der Arzt ist ein Dienstleister, und sollte ich als Kunde nicht die Möglichkeit haben, genau zu erfahren was diese Dienstleister genau anbieten, und wie sie das durchführen?

Kannst du diesen Interessenkonflikt erkennen?

Wenn die Ärzte die Beratung übernehmen wollten dann hättest du recht, da dies aber nicht der Fall ist, besteht hier keinerlei Interessenskonflikt.

Ich glaube du hast das was mit den Fakten völlig durcheinander gebracht, daher nochmal zusammengefasst:

Durch die Abschaffung des Paragraphen ändert sich lediglich, das Ärzte ausführlicher über Schwangerschaftsabbruchmethoden informieren dürfen. An der verpflichtenden Beratung bei einer neutralen Beratungsstelle, ändert sich absolut nichts!

Sorry für das Format, aber das ist eben das wichtigste in meinem Kommentar ;)

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@Interesierter

Ist dir eigentlich bewusst, dass sich eine Schwangerschaft für eine Praxis mit all den Vor- und Nachsorgeuntersuchungen finanziell wesentlich mehr lohnt als ein Abbruch? Wenn es dort also einen Interessenkonflikt in dieser Hinsicht gäbe, dann definitiv zu Ungunsten des Abbruchs! Also, falls du dir Sorgen machst, dass wir Frauen irgendwie dumme, manipulierbare Hohlbirnen sind, die allein durch sachliche Informationen über Abbrüche diesen Weg gehen würden, dann beruhigt es dich ja vielleicht ein wenig, wenn du weißt, dass die bösen, profitorientierten Ärzte den größeren finanziellen Vorteil haben, wenn sie uns eher zur Austragung hin manipulieren...

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@Deamonia

Wo ziehst du die Grenze zwischen neutraler Information, Beratung und Werbung?

Werbung ist immer Information. Information mit dem Ziel, dass interessierte Kunden diese Dienstleistung annehmen.

Wenn ausführende Ärzte Werbung dafür machen dürfen, dann beschränkt sich das nicht auf die von dir genannte Information. Dann umfasst das komplette Unterlagen, Telefonate und auch persönliche Gespräche. Das alles wäre mit einer ersatzlosen Streichung des Par. 219a möglich und legal.

Und damit sind wir dann selbstverständlich an dem Punkt, dass der ausführende Arzt die Beratung vorwegnimmt. Die von dir groß und fett aufgestellte These stimmt eben nicht. Tatsächlich würde dann die Beratung vom ausführenden Arzt vorgenommen und bei der Beratungsstelle würde nur noch der obligatorische Schein abgeholt.

Dies zu verhindern ist der Sinn des Par. 219a. Erst dieser Paragraph erfüllt die Beratungslösung wirklich mit Sinn.

Ohne könnte man gleich zu einer reinen Fristenlösung übergehen. Genau das wurde in der Vergangenheit schon zweimal von der Regierung versucht und zweimal vom Bundesverfassungsgericht verworfen.

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@Interesierter
 Dann umfasst das komplette Unterlagen, Telefonate und auch persönliche Gespräche

Das ist heute bereits erlaubt. Persönlich darf der Arzt einen interessierten über alles mögliche beraten, nur auf seiner HP darf er es nicht schreiben.

bei der Beratungsstelle würde nur noch der obligatorische Schein abgeholt.

Das ist bereits heute meist der Fall. Wer sich sicher ist abtreiben zu wollen, braucht auch keine großartige Beratung mehr, und wer Beratung möchte, der bekommt sie auch.

Wenn du zu einer Beratungsstelle gehst, und sagst "Ich bin schwanger, gut informiert und sicher das ich abtreiben möchte" hast du nach 2min den Schein in der Hand.

Die Beratung ist für die die sie wollen wichtig, für die anderen ist sie halt eine nötige Pflicht mehr nicht.

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@Deamonia

Ich sehe dieses systematische Unterwandern der Beratungspflicht als problematisch an.

Im Grunde wird damit die Beratungslösung ad absurdum geführt.

Wenn das so gewünscht ist, dann sollte man auch gleich Nägel mit Köpfen machen und eine reine Fristenlösung einführen.

Nur hat eben das BVerfG diesen Versuch schon zweimal als nicht vereinbar mit dem Grundgesetz verworfen.

Bleibt das Bundesverfassungsgericht bei dieser Feststellung, wird es jeden weiteren Versuch in diese Richtung verwerfen. Auch die Streichung von Par. 219a.

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Paragraf 219a sollte bestehen bleiben.

Der Paragraf sollte nicht wegfallen muss aber m.e. dringend reformiert werden.

Werben sollte man weiterhin nicht erlauben.

Aber es gibt dahingehend Handlungsbedarf, das ein Arzt der neutrale/wertungsfreie Informationen hierzu anbietet nicht Gefahr läuft deswegen verurteilt zu werden. hier muss mehr Klarheit her was ok ist und was zu weit geht

Er soll angepasst werden.

Es sollte keine Plakatwände oder TV Spots geben zu drm Thema.

Aber aufklärende Inhalte und verweise das die Ärztin das macht und wir sollten devinitiv erlaubt sein.

Naja... dafür werben sollte man nicht, aber definitiv mehr informieren.

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