papa wird mit der trauer nicht fertig?

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4 Antworten

Du bist Du - und Dein Papa ist Dein Papa.

Und ich finde, Du solltest erst einmal für Dich sorgen.

Ich glaube nicht, dass Du etwas machen kannst, dass er wieder so wie früher wird.

Aber Du kannst etwas für Dich tun. Wie gehst Du mit Deiner Trauer um? Blockst Du sie ab? Verdrängst Du sie?

Oder lebst Du sie? Die gute Erinnerung an Deine Mutter - die Du ganz sicher nie vergessen willst?

Und wenn Du Deine Mutter nicht vergessen willst, dann willst Du auch nicht, dass die Trauer endet.

Weißt Du, was man von Kindern lernen kann? Wenn denen die Trauer zu viel wird, steigen sie aus und gehen spielen. Das müssen wir von ihnen lernen: Aus der Trauer aussteigen und etwas Schönes machen. Damit wir Kraft haben, wenn die Trauer wieder kommt.

Weißt Du, dass man in Trauergruppen für Jugendliche nicht immer nur über die Trauer spricht, sondern viele gute und schöne Dinge tut?

Das würde ich Dir raten. Ehrlich traurig zu sein, auch eine Träne zu vergießen, und dies auch dann, wenn Dein Vater dabei ist. Vielleicht hilft es ihm auch, ehrlich zu trauern.

Und ich würde Dir raten, schöne Dinge zu entdecken, die Du gerne machst und die Dir gut tun.

Du darfst sie tun, und es würde Deiner Mutter gefallen, _dass_ Du sie tust.

Das wird auch Deine Trauer verändern. Du wirst irgendwann gerne trauern. Denn es geht um die für Dich beste Mutter der Welt.

Und ich bin überzeugt: _Das_ wird auch Deinen Vater verändern. Völlig unbeabsichtigt.

Also: Ich bin überzeugt, dass Du Deinem Vater am besten helfen kannst, wenn Du erst einmal Dir selber hilfst und an Deiner eigenen Trauer arbeitest.

Alles Gute und viel Kraft!

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Kommentar von nachdenklich30
03.03.2017, 23:03

Nachtrag: Schau mal, ob es in Deiner Nähe Angebote für Dich gibt wie http://www.traudichtrauern.de/

Evt. kannst Du auch dort anrufen und Dich dort erkundigen. Manchmal kennen die auch ähnliche Angebote in anderen Regionen.

Will sagen: Du musst nicht unbedingt allein mit Deiner Trauer fertig werden sondern kannst Dir Verbündete und Fachleute an Deine Seite holen.

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Ich habe länger darüber nachgedacht, ob und wie ich darauf antworten soll... Das ist nun mal ein sensibles und auch extrem schwieriges Thema.
Zunächst möchte ich dir erst einmal mein tiefstes Mitgefühl und Beileid aussprechen. Es ist für niemanden leicht, jemanden zu verlieren, der einem so nahe stand; besonders nicht, wenn er einen so großen Teil seines Lebens ausmacht. Ich weiß natürlich nicht, wie alt du bist, aber wenn du noch bei deinem Vater lebst, bist du ja ein Stück weit auch auf ihn und seine Glücklichkeit angewiesen – es zieht einen nun mal herunter, nach solch einem plötzlichen Weltzusammenbruch noch die schwerwiegenden Folgen in der Familie beobachten zu müssen. Man kann allerdings keine pauschalen Schlüsse ziehen, wie lange und wie stark der Trauerprozess noch sein wird, da das bei jedem Menschen anders ist. Es kann also gesund für deinen Vater sein, dass er sich etwas Zeit lässt damit, weil er so richtig abschließen kann und so nicht "rückfällig" wird. Trauer kann sich nämlich zu einer Sucht entwickeln... Ganz besonders, wenn sie auf Liebe basiert.
Es ist lobenswert und gut, dass du dir Gedanken um deinen Vater machst und versuchst, dich um ihn zu kümmern, aber vergiss dich selbst nicht. Hast du den Tod deiner Mutter schon (zum Großteil) verarbeitet? Kannst du offen darüber sprechen? Lebst du selbst dein Leben weiter, wie du es solltest? Vielleicht solltet ihr daran ansonsten gemeinsam arbeiten. Sprich ihn darauf an, dass du gerne die Vergangenheit ein Stück weit hinter dir lassen und dich wieder mehr auf die Gegenwart konzentrieren möchtest. Er trägt schließlich auch Verantwortung für dich und dein Wohlergehen, also sollte ihn das wieder etwas auf die richtige Spur bringen, sofern er nicht komplett in seiner Trauerwelt eingeschlossen lebt...
Wenn er selbst keine Hilfe von außen annehmen möchte, kannst du übrigens auch selbst welche annehmen. Rufe doch beim Kummertelefon an, sprich mit einem Psychologen, Seelsorgern etc., die sollten dir alle Hilfe beim Leisten der Hilfe für deinen Vater bieten können. Du sollst dich schließlich nicht wieder zurückentwickeln in deinem Progress bzw. auf deinem seelischen Stand stehenbleiben. Blicke nach vorn und nimm alle Hilfe an, die du nehmen kannst.

Ich wünsche dir und deinem Vater alles Gute für die Zukunft.

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Das tut mir leid für dich und deinem Papa. Was der vielleicht mal braucht ist jemanden zum reden. Du kannst ihm auch gerne deine sorgen mitteilen. Ich glaube ihr solltet mal einen Vater Tochter/Sohn Ausflug machen. Dann habt ihr nur zeit für euch und ihr könnt eure Bindung stärken. Ihr habt nur noch euch und deswegen solltet ihr soviel zeit wie möglich miteinander verbringen. Falls du noch Großeltern hast kannst du denen das ja sagen und sie könnten deinem Papa ja den Vorschlag machen. Ich glaube, dass würde euch beiden mal gut tun

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Hi!
Am besten wäre es, wenn ihr zusammen zu einem Psychologen geht/es gibt sicher gute Anlaufstellen in deiner Stadt. Mein Beileid.
Lg

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