Panische Angst vor Vorstellungsgespräch/Arbeit

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1 Antwort

Hallo,

ich mein das jetzt nicht böse, aber Deine Eltern haben keine Ahnung, was es bedeutet psychisch krank zu sein, sonst würden sie Dir nicht diesen Tipp geben. Man kann ihnen auch nicht böse sein, weil es oft für andere unverständlich ist, was da abgeht.

Meiner Meinung nach ist das jetzt der schlechterste Zeitpunkt eine Arbeit oder Ausbildung anzufangen, da Du zu krank dafür bist. Die stationäre Behandlung hat jetzt totalen Vorrang und vor allem, dann kurz nach dem Du zu arbeiten begonnen hast, bald wieder zu fehlen, weil Du ja in die Klinik gehst, das kann nicht gut gehen.

Das Du nicht faul bist usw., das glaub ich Dir sofort, ganz bestimmt, aber Du bist jetzt das Wichtigste und lass Dir von niemanden einreden, das Du nicht willst, faul bist usw., weil das nicht stimmt.

Du musst erst wieder einigermaßen auf die Beine kommen und arbeiten geht jetzt auf keinen Fall. Es ist eine zusätzliche Belastung, die Dir gar nicht gut tut, alleine jetzt ja schon das Bewerbungsgespräch ist der Horror für Dich. Es ist nicht mit einer "normalen" Angst vor solch einem Gespräch zu vergleichen.

Deine Krankheit wird nicht besser, in dem Du unter Leute kommst und arbeitest. Deine Eltern sollten vielleicht mal mit zu Deinem Psychologen, der ihnen mal erkären soll, so weit es erklärbar ist, was bei solch einer Krankheit vor sich geht und dies überhaupt keine Therapie ist, einfach denjenigen ins Berufsleben zu schupsen, ganz im Gegenteil.

Natürlich wäre es toll, wenn Du dort Arbeit bekämst und ich möchte Dir wirklich nix ausreden oder Dir das Gefühl geben, das schaffst Du nicht, weil ich es so bestimmt nicht meine. Es ist nicht zu schaffen, weil Du krank bist und die Krankheit muss erst einigermaßen in Griff sein, bevor Du so einen großen Schritt wagen kannst.

Schau, Du möchtest jetzt das Medikament von Deinem Hausarzt für das Bewerbungsgespräch, alleine dies sollte Dir doch selber zeigen, das solche Aktionen jetzt nicht möglich sind und vor allem, wenn Du dort dann anfangen würdest, wie soll das dann gehen, Du hast dann nicht weniger Angst.

Natürlich musst Du selber entscheiden, was für Dich das richtige ist, aber meiner Meinung nach, ist das die verkehrte Reihenfolge. Du musst erst in die Klinik und wenn dort lange kein Platz frei ist, soll Dein Psychologe dort anrufen und es dringend machen, dann geht's auch schnell. Wenn er dies nicht macht, ist er der falsche Arzt, ganz ehrlich.

Oder frag in einer anderen Klinik, es gibt doch genügend, auch wenn diese weiter weg sind, egal. Hauptsache, Deine Krankheit wird schnell behandelt, denn dies kann lange dauern . Du wirst auch Medikamente bekommen und da schlägt ja nicht gleich jedes an oder es hält die Wirkung nicht an, Du wirst Gespräche haben mit einem Psychologen, mit Ärzten, Untersuchungen haben usw. Dies sollte jetzt alles Vorrang haben.

Du kannst bei der Bewerbung auch nicht verschweigen, das Du in stationäre Therapie gehst. Doch, ob sich das dann auf die Bewerbung gut auswirkt, bezweifele ich. Nichts ist jetzt wichtiger als Du selber und das muss Dir klar sein, auch Deinen Eltern.

Du kannst auch nicht aus der Klinik dann raus und gleich arbeiten, das geht nicht. Du musst erst so im Alltag wieder zurecht kommen, darum so sehr ich Dir glaube, das Du nicht faul bist usw. musst Du in erster Linie jetzt an Dich denken.

Natürlich kannst Du versuchen bei diesem Bewerbungsgespräch dies zu erkären, aber Du kannst keine Zusage machen, das Du zu einem bestimmten Termin anfangen kannst, weil keiner sagen kann, wie lange die Therapie dauert.

Und lass das mit dem Medikament , wenn Du wirklich zu dem Bewerbungsgespräch gehst. Nimm lieber einen Freund, Freundin oder jemanden, dem Du vertraust mit, der Dir etwas Sicherheit geben kann.

Liebe Grüssle und ich wünsch Dir nur das Allerbeste!

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