Panikattacken/Angststörung besiegt?

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4 Antworten

jein... ich hatte massive panikattacken in verbindung mit einer depression und später ohne verbindung. ich weiss, es ist die absolute hölle. das problem ist ja oft, dass die angst aufkeimt und man sofort in eine art "alarmzustand" gerät, welcher die angst nur noch grösser macht. zudem ist man immer in alarmbereitschaft, sozusagen die angst vor der angst, was auch logisch ist. wiso sollte man keine angst vor dem schlimmsten haben, was einem wiederfahren ist. es gibt jedoch verschiedene methoden, gegen angstzustände vorzugehen.

  • das erste ist das rationale bewusstsein, dass sich die situation längerfristig entspannen wird, auch wenn mans in diesem zustand emotional nicht glaubt.
  • entspannungsübungen wie z.b. thai-chi, yoga, atemübungen etc. können helfen, vor allem wenn sie regelmässig (auch wenn gerade keine angst vorhanden ist) geübt und bei angst rechtzeitig angewannt werden.
  • ein geregelter tagesablauf kann helfen, da man sich so geübter bezw. sicherer fühlt.
  • dosiert an reizen aussetzen (also kein totaler rückzug), aber eine reizüberflutung verhindern.
  • keinen alkohol und sonstige drogen, da die reaktion darauf unterschiedlich und plötzlich auch negativ sein kann.
  • unbedingt stress vermeiden aber auch nicht tatenlos herumliegen. ruhige tätigkeiten sind zu empfehlen.
  • längerfristig ist eine psychotherapie fast nicht zu umgehen und absolut sinnvoll, da man die ursachen, welche die angst produzieren bekämpft.
  • auch wenn du es nicht gerne hörst, es gibt fälle bei denen es ohne medikamente nicht geht, darum eine kleine übersicht. längerfristig kommen antidepressiva zum einsatz, vorwiegend aus der gruppe der SSRI. antidepressiva helfen gegen ängste ironischerweise viel zuverlässiger als gegen depressionen. das problem ist, dass diese medikamente in den ersten wochen (meistens 2-3 wochen) die angst steigern können, bis sie anfangen zu wirken. zudem haben antidepressiva vor allem vorübergehende (z.B. kopfschmerzen etc) aber auch längerfristige (z.B. reduktion der libido) nebenwirkungen. die nebenwirkunen sind sehr individuell bzw. bei jedem menschen anders. nach einer hohen dosis anfangs, können die medikamente jedoch reduziert werden, was auch die nebenwirkungen senkt.
  • kurzfristig werden benzodiazepine eingesetzt (vor allem lorazepam und/oder alprazolam). diese wirken sehr effektiv und haben auch weniger nebenwirkungen. das problem an diesen medikamenten ist, dass sie bei längerem und intensivem gebrauch abhängig machen, zudem entwickelt der patient nach einer gewissen zeit eine toleranz bzw. muss die dosis erhöht werden. benzodiazepine werden meist zur überbrückung eingesetzt, bis die antidepressiva wirken. zudem werden sie oft als reserve verschrieben, dass man die angst/panik bei akutem auftreten im keim ersticken kann.
  • neuerdings wird auch das antieptileptika "pregabalin" verwendet, die erfahrungen halten sich jedoch in grenzen. auch pregabalin hat relativ viele nebenwirkungen
  • medikamente nie ohne ärztliche aufsicht einnehmen!

ich will dich nicht überzeugen medikamente einzunehmen, meine zeilen sind also nur als info gedacht! es ist an dir abzuwägen, wie lange zu es aushältst und ob du auf entspannungsübungen etc. gut ansprichst.

mir persönlich hat eine kombination aus allen punkten geholfen. zuerst habe ich es mit entspannungsübungen versucht, doch wurde diesen terror einfach nicht los bzw. ging die ganze zeit die wände hoch. nach einer weile hatte ich fast keine andere wahl, als in den sauren apfel der medikamente zu beissen. ich hatte panische angst von benzodiazepinen abhängig zu werden, nahm diese also sehr selten, manchmal zu selten. längerfristig haben mir dann antidepressiva geholfen. ich nehme noch heute eine absolute minimaldosis antidepressiva, um rückfälle zu verhindern. zudem habe ich meist lorazepam dabei, dies gibt mir psychologische sicherheit, gebraucht habe ich es in der zeit nach der aktuphase jedoch fast nie. entspannungsübungen praktiziere ich noch heute. auch besuche ich regelmässiv einen psychotherapeuten.

ich bin also die panik/angst los, ganz vergessen kann ich es aber nicht.

samm1917 21.02.2015, 01:05

natürlich habe ich etwas vom wichtigsten vergessen: sport bzw. ausdauertrainig (z.b. joggen). studien zeigen, dass sport die angst bei täglicher praxis stark reduzieren kann. auch ansonsten ist bewegung, z.b. spazieren an ruhigen orten gut.

hoffe konnte weiterhelfen ;-)

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CayenneGTS 21.02.2015, 12:55

Vielen dank das nenn ich mal eine sehr gute Antwort danke :-)

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Ja ich zum Beispiel, Aber ich kann dir hier oder ich möche das nicht, viel dazu sagen, jedenfalls kann man sich beim eigenen Mut packen, und mit jedem Überwinden, jedem der Angst ins Auge sehen, und jedem aktiven trotzdem etwas tun, das sogar relativ schnell überwinden, In die Handlung kommen, das ist das was Hilft. Grüße

Hallo Leute ,auch ich habe mit panik zu kämpfen ,leider. Bei mir hat nix geholfen ,weder tabletten noch sport oder sonstiges. Therapie hab ich bis jetzt nicht gemacht,bezweifle das es mir was bringt :(

Ja, ich bin sie losgeworden. Habe 15 Jahre schwer damit gekämpft. Aber lass dir nicht den Mut nehmen, es gibt immer einen Weg da heraus.

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