Panikattacken Brustschmerz?

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3 Antworten

Was du beschreibst sind klassische Symptome einer Panikattacke (einge Diagnose stellen kann jedoch nur eine Fachperson). Das beim Arzt alles körperlich OK ist, ist kein Wunder. Panikattacken sind eine psychische Erkrankung, es sei denn, sie werden durch eine Unterfunktion der Schilddrüse ausgelöst.

Zu den klassischen Symptomen einer Panikattacke gehören (gemäss internationalem Diagnoseverzeichnis ICD-10):

- Atemnot bis hin zum Gefühl zu ersticken
- Angstgedanken wie "ich werde verrückt" und/oder das ist ein Herzinfarkt
- Depersonalisation und/oder Derealisation
- Adrenalinschübe
- Todesangst
- Herzrasen oder unregelmässiger Herzschlag (nicht körperlich Bedrohlich)
- Schwindel
- Übelkeit bis hin zum Erbrechen
- innere Spannungszustände
- Zittern
- Hyperphentilation
- Agoraphobie

Niemand entwickelt alle diese Symtpome, doch die Mehrheit sollte vorhanden sein. Sehr häufig sind die Symptome der Atemnot und der Angstgedanken.

Hinzu kommt das Problem der Angst vor der Angst. Der Betroffene lebt in einem dauernden inneren Alarmzustand aus Angst vor der nächsten Attacke. Das ist mehr als nachvollziehbar, wie sollte man auch keine Angst haben vor dem schlimmsten was man kennt.

So schlimm sich Angststörungen anfühlen, so gut lassen sie sich jedoch Behandeln. Meist hilft das Training von Enspannungsüberungen und/oder eine Verhaltenstherapie.

In schwereren Fällen werden auch Medikamente eingesetzt. Allen voran sogenannte Antidepressiva der SSRI-Klasse. Diese wirken gegen Ängste ironischerweise besser als gegen Depressionen. Das Problem von Antidepressiva ist, dass sie zu Beginn der Einnahme (die ersten 2-4 Wochen) die Angst verstärken können bevor sie nach ca. 4-6 Wochen angstlösend wirken. Zudem sind sie mit Nebenwirkungen verbunden. Die meisten Nebenwirkungen verschwinden nach einigen Wochen, andere bleiben. Als kurzfristige Lösung werden Benzodiazepine (z.B. Lorazepam oder Alprazolam) verschrieben. Diese wirken sehr effektiv, sind jedoch nicht für eine längerfristige Medikation geeignet, da Sie bei längerem regelmässigem Konsum abhängig machen (nach ca. 4 Wochen regelmässiger Einnahme).

Ich will damit nicht sagen, dass du Medikamente einnehmen sollst. Es ist an dir und deinem Therapeuten zu eintscheiden was schlimmer ist: Die Nebenwirkungen der Medikamente oder die Angststörung.

Auf jeden Fall jedoch (unabhängig von Medikamenten oder nicht) rate ich dir Sport zu machen (wirkt effektiv nach ca. 4 Wochen täglich), Enspannungsübungen zu lernen und dich in eine Psychotherapie zu begeben.

Bei Ängsten kann dir körperlich nix passieren, jedoch macht es die Sache nicht viel besser. Ängste fühlen sich real an. Der logische Verstand weiss, dass das psychisch bedingt ist, doch die emotionen und das Unterbewusstsein leider nicht. Mit dem logischen Verstand lässt sich das Unterbewusstsein leider nur sehr beschränkt beieinflussen, desshalb auch eine Psychotherapie.

PS: ich selber leide seit Jahren u.a. an einer Angststörung.

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Der Weg zum Therapeuten wird sich auf Dauer nicht vermeiden lassen. Zudem solltest Du Dir vielleicht Menschen mit ähnlichen Problemen zwecks Austausch suchen (reale Treffen). Dadurch kann sich schon ein positiveres Gefühl und ein wenig Entspannung entwickeln.


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Die Angst vor der Angst lässt dich in Angst erstarren.

Ich hatte mal eine Zeit lang sehr ähnliche Anfälle, die Hyperventilation hat bei mir vieles davon ausgemacht. Hyperventilierst du dabei? Hast du das Gefühl zu ersticken und bekommst gar Todesangst?

Gehe noch mal zu deinem Arzt, er soll dir doch erklären, was du am besten in solchen Momenten machen könntest. es gibt Mittel und Wege. Mir hat sehr geholfen erklärt zu bekommen, wie diese Attacken ablaufen. Das kann du am besten mit ihm zusammen machen, weil nur du die einzelnen Stationen und Ausformungen deiner Panik kennst.

Kann er dir dies nicht erläutern, so möge er dir jemanden nennen, der dies kann.

Auch wenn deine Attacken psychosomatischer Natur sind, so sind sie für dich und deinem Körper in diesem Moment real, es gibt auch einen realen Grund, den gilt es zu erkennen und realistisch einzustufen. Eventuell können dir eins zwei Gespräche mit einem Therapeuten dabei helfen.

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