Paar Fragen an Flacherdler?

4 Antworten

Zu 1.

Zunächst einmal ist es methodisch falsch, von einer Corioliskraft zu sprechen und damit die Drehrichtung von Wirbelstürmen zu erklären um daraus eine rotierende Kugel zu folgern, weil ja die Corioliskraft eine rotierende Fläche bereits voraussetzt. Die tatsächliche Ursache der Beobachtung, dass auf dem nördlichen Halbkreis die Tornados meistens eine Drehung gegen den Uhrzeigersinn haben (übrigens nicht immer) und auf dem südlichen Halbkreis mit dem Uhrzeigersinn haben, läßt sich durch Modelbildung in kleinem Maßstab nachvollziehen.

Die Drehrichtung zum Beispiel eines Wasserabflußes ist bestimmt durch die
Umgebungsvoraussetzung (Form des Abflußbeckens u.s.w.). Auf die Erde übertragen heißt dies: Auf dem nördlichen Halbkreis sind die Randbedingungen für die Luftbewegungen weitgehend ähnlich. Beispielsweise weichen die Luftströme von der warmen Äquatorline in den Norden nach rechts ab wg. der Temperaturdifferenzen zum rechten Rand. Anhänger der Kugeltheorie sehen natürlich dies ebenfalls als Beweis für das Wirken der Corioliskraft, obwohl diese Abweichungen von den topologischen und thermodynamischen Einflüssen kommen. Auf dem Südhalbkreis sind diese ungefähr spiegelbildlich.

Kurz gesagt:
Die bevorzugte Drehrichtung von Wirbelstürmen und die Abweichungen der
Luftströme vom Äquator können auch ohne Corioliskraft schlüssig erklärt werden.

Zu 2. Zunächst einmal zur Größenordnung: Die Entfernung des Mount Everest von der Zugspitze beträgt ca. 6750 km und der Höhenunterschied beträgt ca. 5850 m. Dies ergibt einen Winkel von weniger als 3 Bogenminuten, welche die Linie von der Zugspitze zum Mount Everest von der Horizontalen abweicht, ist also ohne genaue Instrumente gar nicht als Erhebung wahrnehmbar. Jetzt zur Frage, warum man den Mount Everest auch mit hochgezüchteten Fernrohren nicht sehen kann: Die Luft hat wie
jedes Medium die Eigenschaft der Absorption, der Streuung und der Trübung. Jede einzelne dieser Eigenschaften macht es bereits unmöglich zum Zielobjekt vorzudringen. Erst recht im Verbund. Hinzu kommt noch die Rotverschiebung. Wie stark allein dieser Effekt ist, sieht man daran, dass die an sich weiße Sonne gelb erscheint obwohl der Druck der Atmosphäre exponentiell mit der Höhe abnimmt. Abends kann das sogar ins rot gehen nur weil der Weg durch die Atmosphäre etwas länger ist.

Man sieht also, dass allein die Verschiebung ins Infrarote das Zielobjekt der Beobachtung entzieht. Auch durch spezielle Infrarotgeräte kann dieser Mangel nicht behoben werden, da sich die Auflösung zwangsläufig so verringert, dass ein so „kleines“ Objekt nicht mehr gesehen werden kann.

Zu 2.1

Der Blickwinkel des Menschen (auf beide Seiten) ist etwa 140°. Blickt man von 2 m nach unten kann man also [2 * tan(70°)]^2 * pi = 94,8589 Quadratmeter überblicken. Bei 20 m Höhe kann man also bereits 9485,89 Quadratmeter überblicken. Jetzt berechnen wir, wieviel Fläche man von 20 m Höhe aus überblicken kann unter Annahme, dass die Erde eine Kugel wäre mit einem Umfang, wie er von Eratosthenes angegeben wurde nämlich 250 Tausend Stadien, also 40 Tausend km. Die Oberfläche einer Kugelkappe berechnet man bekanntlich gemäß 2Rd *pi, wobei R der Kugelradius (hier also der hypothetische Erdradius) und d die Kappenhöhe ist. Bezeichnet man mit r den Radius der Grundfläche der Kugelkappe, so ergibt sich d = R ( 1 - √(1-r²/R²)).

Entwickelt man die Wurzel nun eine Binomialreihe, so erhält man:

2
pi * Rd = pi * r² + pi / 4 * r^4 /R² + O(R^(-4))

Wobei das Fehlerglied O(R^(-4)) mit der 4. Potenz von R klein ist.

Die Rechnung ergibt, dass man bei 20 Höhe unter Annahme der Kugelform der Erde gerade mal 0,17 Quadratmillimeter mehr überblickt als bei Annahme einer flachen Erde. Dies ist unterhalb der Messbarkeitsgrenze.

In dem berühmten Video des Fernsehphysikers Harald Lesch, der ein fanatischer Anhänger der Theorie von der Kugelerde ist, unternimmt er Beweisversuche seiner Meinung. Ein wichtiges Element dabei ist, dass man um so weiter sieht je höher man ist. Wie wir aber gesehen haben, ist dies auch bei der flachen Erde der Fall. Die rechnerisch minimal größere Fläche, die sich bei einer Kugelerde ergäbe, ist unmessbar klein.

Ganz generell kann man sagen, dass die Globularisten folgende Merkmale haben:

1. Sie hämmern den Menschen von klein auf ihre Meinung in die sich
entwickelnden Gehirne ein, ähnlich wie die Schlafschulweisheiten in der Utopie „Schöne Neue Welt“ von Aldous Huxley.

2. Sie gehen methodisch fehlerhaft vor, wie oben gezeigt. Um dies zu verdeutlichen, nehme ich etwas analoges her: Nehmen wir die Aussage „Das Blut aller Menschen ist blau“. Wie jeder weiß, ist dieser Satz falsch, wahrscheinlich ist sogar die wesentlich schwächere Aussage: „Es gibt Menschen mit blauem Blut“ falsch, aber immerhin kann man da im Sinne der modalen Logik sagen: Die Aussage ist möglicherweise richtig. Für die Globularisten ist es nun gar kein Problem zu beweisen, dass das Blut aller Menschen blau ist. Denn das ist äquivalent zu der Aussage: Alle nicht-blauen Objekte sind kein menschliches Blut. Also sucht der Globularist nicht-blaue Objekte und untersucht sie, ob sie menschliches Blut sind. Er findet vielleicht einen grünen Grashalm und schon hat er ein Indiz für
die Richtigkeit seiner Aussage. Dann findet er vielleicht einen grauen
Kieselstein, der ebenfalls kein menschliches Blut und schon jubiliert er. Dann stellt er vielleicht fest, dass er schwarze Socken anhat, die ebenfalls kein menschliches Blut ist und damit gibt es nun endgültig keine vernünftigen Zweifel mehr, dass alles menschliche Blut blau ist.

Zusammengefasst: 1. die weitgehend einheitliche Drehrichtung der Wirbelstürme auf einem Halbkreis wird bei einer flachen Erde durch die Topographie erklärt. 2. und 2.1 kann ebenso als Beweis für eine flache Erde gelten.

Ich hab zwar viele Kritikpunkte aber ich lass das im Raum so stehen! (Der Leser selbst soll entscheiden ob sie hiermit erfüllend beantwortet wurde).

Ich möchte lieber mit weiteren Fragen aufwarten:

Warum kann man von (der südlichen Hemisphere aus), ach, sagen wir einfach Südafrika den Polarstern nicht sehen? Da sich dieser laut eurer Theorie ziemlich mittig über der Karte befindet, ist diese Frage durchaus berechtigt. Denn man müsste ihn doch von überall aus sehen! Da man diesen Stern aber nicht sehen kann (sorry, das weiss ich), spricht das für mich doch eher für eine Kugel als für eine flache Erde.

Warum wird es auf der Zugspitze Nacht? (Reichen die Sonnenstrahlen dort nicht hin, wenn die Sonne nur weit genug weg ist? Hier seid ihr leider auch noch eine Erklärung schuldig)

P.S.
Die einheitliche Drehrichtung funktioniert auch mit Pendel.
P.P.S. Mathematisch konnte ich leider nicht folgen! (Ist aber nicht schlimm, andere werden es können) :-/

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@Hadaguggna

Zum 1. Punkt:
Ein schwerwiegender Einwand. Es ist in der Tat nicht erklärbar, wenn man eine flache Erde annimmt, aber sehr leicht erklärbar, wenn man eine Kugelform oder eine Zylinderform (die Querschnitte sind die Nord-Süd-Richtungen) annimmt.

Dafür harmoniert der 2. Punkt sehr gut mit der flachen Erde, wie bereits die jahrhundertelangen astronomischen Forschungen der Sumerer und Babylonier ergeben haben. Die Sonne taucht hinter dem westlichen Randgebirge unter, wandert unterhalb der Erdscheibe und kommt hinter dem östlichen Randgebirge wieder hoch. So steht es übrigens schon im Gilgamesch-Epos. Diese Erklärung ist zwar nicht ganz unproblematisch wg. der kompletten Unsichtbarkeit der Sonne für einige Stunden, ist aber immerhin ein erster Ansatz.

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Kurze Frage @Rowal: Wie erklärst du, warum die Luft- und Meeresströmungen auf der Südhalbkugel exakt spiegelbildlich zu denen auf der Nordhalbkugel verlaufen? Doch nicht reiner Zufall? :)

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  1. Tiefdruckgebiete und Tornados drehen sich in der Richtung der Erdachse aus der jeweiligen Sicht auf den Nord- oder Südpol aufgrund der Corioliskraft. - Den Ausgangspunkt einer flachen Erde mache ich mir nicht zu eigen.
  2. Theoretisch kannst Du Dir Deine Sehkraft unbegrenzt denken, praktisch reicht die Auflösung des menschlichen Auges nicht hin für das Vorhaben, außerdem bräuchtest Du dazu einen Umlenkspiegel.
  3. Aus erhöhter Position erschließt man sich einen größeren Gesichtskreis.

Die Erde ist nicht flach sondern hohl.
Genauso hohl wie die ganzen Aluhutträger.

Witzig. Aber das beantwortet mir nicht die Fragen! :-P

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Die kann ich als Runderdler auch nicht beantworten.

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