Ostküste Amerika Rundreise

7 Antworten

Niagarafälle sind eine kitschige Flitterwochen-Destination aus den 1950-er Jahren. Damals waren die für die Leute noch aufregend. Das galt damals auch für Flugreisen und bedingt noch für Nylonstrümpfe. Kann man mal machen, aber wenn man nicht echt gerne wandert, Händchen hält und dergleichen, ist in Upstate New York ziemlich der Hund begraben.

Dito in Gettysburg, das mag ja für die Amis ein nationales Trauma sein, aber im Vergleich zu unserer europäischen Kriegsgeschichte ist der kitschige Zinnober, den die dort veranstalten, völlig überzogen. Zu sehen gibt es dort praktisch nichts (allerdings jede Menge campende Amis in riesigen RVs auf dem Nostalgie-Trip) und es ist ein winziges Kaff mitten im Nirgendwo, da spielen sich hauptsächlich Souvenir-Handel und Schul-Ausflüge ab.  Außerhalb der konkreten Gedenk-Feierlichkeiten am entsprechenden Datum, wo es wenigstens diese verrückten Re-enacters zu sehen gibt, ist da wenig zu sehen. Das Interessanteste ist noch eine kurze Pony-Tour über Teile des Schlachtfelds. Man kann sich das natürlich auch zu Fuß erwandern, wenn man sich echt hardcore für den Bürgerkrieg interessiert.

Toronto und Boston sind als Städte und kulturell fast genau so interessant  wie New York, da kann man problemlos ebenfalls drei und mehr Wochen verbringen. Da kann man fast schon allein drei Wochen non-stop allein mit der Recherche nach Sehenswertem verbringen ;-) Von daher musst du da schon mal selber auch etwas schauen, angefangen bei Wikipedia (vor allem natürlich die englische Ausgabe einbeziehen.)

Allein in Ney York gibt es alles, vom Flugzeugträger-Museumsschiff mit der SR-71 am Oberdeck bis zur Off-off-off-Broadway-Schwulen-Independent-Theaterdarbietung. Ein lohnender und etwas preisgünstigerer Ersatz für die Aussichtsplattform am Empire State Building ist das Dachgeschoss des Rockefeller Center. Staten Island meiden (und New Jersey natürlich.)

Ich würde insgesamt dazu raten, diesen Trip auf das Umland von NY zu beschränken, mit möglichen Abstechern nach Connecticut (U-Boot-Museum in Groton z.B.), Long Island und/oder Philadelphia. Kommt auch etwas auf die Vorlieben und die Jahreszeit an. Über den Sommer haben zum Beispiel die berühmten Opern, Sinfonieorchester etc Ferien und all so was. Bei Baseball- oder Football-Saison vielleicht ein Spiel im Stadion mitnehmen. Oder sogar ein Nascar-Rennen je nach Datum, das ist ein unfassbares Spektakel.

Wenn Washington, dann Ein- bis Zwei-Tagesausflug mit dem Flieger und Mietwagen, und gezielt wenige konkrete Ziele abklappern, Smithsonian und so. Und dann das nächste Mal entweder eingehender nach Neuengland oder mehr Washington und Südstaaten.

Ich war dieses Jahr (Winter) in Boston, New York und Washington DC, allerdings etwas kürzer. Muss dazu sagen, dass mir alle 3 Städte gefallen haben, aber Boston wirklich am besten, auch wenn es dort diesen Winter etwas kalt war :). Teuer waren sowieso alle 3, da muss man sich wirklich drauf einstellen. In Boston ist auch Cambridge (Harvard) nicht weit weg, fand ich auch durchaus interessant, und das North End - außerdem haben wir uns die Samuel Adams Brewery angeguckt, die bieten interessante Führungen an (man muss aber über 21 sein, um auch am Beer Tasting teilnehmen zu können, Führung an sich geht auch unter 21). Zu New York kann ich höchstens sagen - man KANN nicht alles sehen und wir haben speziell darauf geachtet gar nicht zu viele konkrete Pläne zu machen. Die Stadt ist viel interessanter, wenn man nicht eine Touristenattraktion nach der anderen abklappert, sondern einfach ein bisschen durch die Gegend läuft (oder mit der U-Bahn fährt) und sich umguckt. Top of the Rock ist aber definitiv das Geld wert, am besten nach Sonnenuntergang. In Washington sind definitiv die ganzen (meist kostenlosen) Smithonian Museen zu empfehlen.


Was möchtest Du wissen?