Ost & West Konflikt?

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4 Antworten

Ich freue mich über deine Frage und darüber, dass du von diesem Konflikt keine Ahnung hast. Zeigt es doch dass der Ost-West Gegensatz irgendwann in ferner Zukunft vollständig überwunden sein wird. Zu deinem Verständnis, im Osten fühlen sich viele Leute bis heute benachteiligt. Es gibt weniger Jobs und wenn jemand eine Arbeit hat, wird sie noch immer schlechter bezahlt als im Westen. Dazu kommt, dass die Menschen neidisch sind und das Gras in Nachbars Garten immer ein wenig grüner ist als im eigenen Garten. Im Osten haben einige Leute immer noch den Eindruck, dass die Leute aus dem Westen auf sie herab sehen und sie bevormunden wollen. Aber es kann nur jemand auf einen herab sehen, wenn man sich klein macht und wer sich nicht bevormunden lassen will, sollte in die Politik gehen, wie Frau Merkel oder Herr Gauck. 

4Elemente 29.04.2016, 19:45

Das erklärt meine Frage so ziemlich! Danke! :)

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Der "Ost-West-Konflikt" ist dem Umstand geschuldet, dass sich beide deutschen Staaten in den 40 Jahren ihrer parallelen Existenz wirtschaftlich, politisch, kulturell und sozial sehr weit auseinander entwickelt haben. In der DDR lief der Lebensentwurf der Menschen in festen Gleisen, während in Westdeutschland das Individuum für sein Schicksal zumindest in städtischen Gebieten selbst verantwortlich war.

Im Osten war das vorbestimmte Leben ab 1990 fast von einem auf den anderen Tag vorbei. Im Westen lief alles weiter wie gehabt. Anpassen mussten sich die Ostdeutschen, worauf die meisten von ihnen nicht vorbereitet waren.

Wie unterschiedlich die Mentalität der Menschen in Ost und West noch immer ist, kann man am Beispiel Flüchtlinge sehen. In Bayern wie in Sachsen beklagen sich Bürger und Politiker über die Flüchtlingsschwemme. In Sachsen begegnen viele Bürger den Flüchtlingen mit offenen Hass (rühmliche Ausnahme ist das traditionell weltoffene Leipzig). Und was machen die Bayern in den Gemeinden und Städten? Sie beschäftigen sich mit den Flüchtlingen, manche sind sogar froh, dass die von Landflucht gebeutelten Gemeinden Zuwachs an wertvollen Arbeitskräften bekommen.

Wie kann das sein? In der DDR gab es keine Tradition mit Flüchtlingen und Einwanderern. Die Schlesier, Pommern, Westpreussen, Ostpreußen und Sudetendeutschen, die in der DDR blieben, mussten dort ihre Herkunft verleugnen. In der DDR gab es auch Vertragsarbeiter aus Vietnam, Kuba und Mozambique aber der Kontakt zur Bevölkerung der DDR wurde vom Staat unterbunden.

In Bayern durften die Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten ihre Identität behalten, wurden von der Politik sogar als wichtige Wählergruppe ernstgenommen. Seit den Sechsziger Jahren sind dann noch Italiener, Griechen und Türken dazugekommen, integrierten sich mehr oder weniger und trugen ebenfalls dazu bei, aus dem ehemals armen Agrargebiet das wirtschaftlich stärkste Bundesland zu entwickeln.

Man kann sagen, dass die Politik der Bundesregierung in Bezug auf die "Gastarbeiter" ein falschen Denkansatz hatte, aber im Vergleich dazu war die Politik der SED verheerend. Und das muß das ganze Deutschland auch noch 25 Jahre nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrpublik ausbaden.

Zu der Zeit war ja Kalter Krieg.Je nach Ortslage jenseits und diesseits der Grenze wurden die Menschen durch die Medien so oder so beeinflusst.Hier hieß es die Kommunisten in der DDR taugen nichts,arbeiten zu wenig,werden unterdrückt. Im östlichen Deutschland... Die Imperialisten in der BRD sind Kriegstreiber und alte Nazis und überhaupt ist dort alles schlecht.Das ging so 40 Jahre lang so. Da bleibt im Unterbewusstsein eine Menge hängen.Das wird vorbei sein wenn diese Generationen nicht mehr da sind.

Ich bin Ossi und die Hälfte meiner Ossi-Freunde sind mit nem Wessi verheiratet. Die schreiben aber  in ihrer Freizeit keine Kommentare auf You-Tube. Ich finde es bei allen möglichen harmlosen und ausgewogenen You-Tube-Videos immer wieder erstaunlich, was da für deftige Kommentare drunter stehen, die niemals im Sinne des Video-Autors sind.

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