Orthodoxes Judentum, ich komme nicht nach?

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3 Antworten

Was sind orthodoxe Juden?

Judentum

Das Wort orthodox bedeutet strenggläubig, dem Althergebrachten verpflichtet. Für orthodoxe Juden gehören entsprechend der alten Traditionen die beiden Elemente Religion und Volksangehörigkeit untrennbar zum Judentum. Sie wenden sich deshalb entschieden dagegen, das Judentum nur religiös oder nur politisch zu verstehen.

Das orthodoxe Judentum (von gr. orthós, „richtig“ und dóxa, „Lehre“ – d. h. „der rechten Lehre angehörend“) ist eine der Hauptrichtungen des Judentums.

Das orthodoxe Judentum ist neben dem konservativen Judentum, liberalen Judentum und Rekonstruktionismus eine Strömung innerhalb des heutigen Judentums.

Die Bezeichnung „orthodoxes Judentum“ entstand erst im 19. Jahrhundert als Abgrenzung zum damals neu entstehenden Reformjudentum.
In seiner Hauptströmung hat die Orthodoxie ihre Wurzeln im Pharisäischen Judentum, für das die Gesetzeserfüllung der Versuch war, die Heiligkeit des Gottesvolkes zu erreichen. Sie übertrugen gewisse Regeln der Thora, die eigentlich nur für die Priester des Tempels verpflichtend waren, auf alle Juden. Am Ende wurde daraus ein Verhaltenskodex, der den Lebensablauf jedes orthodoxen Juden umfassend regelte. „Macht einen Zaun um die Thora“ war der Leitspruch der Rabbinen später. Will heißen: Praktiziert die Thora (auch Gesetz), die Offenbarung Gottes an Moses, als ein aus- und eingrenzendes Regelwerk in eurem täglichen Leben. Dieses Ziel der Pharisäischen Gruppe war prägend für die Orthodoxie bis heute.

Gekennzeichnet ist es durch das Verständnis der Offenbarung (der schriftlichen und der mündlichen Tora) als unveränderliches Wort Gottes. Daraus folgert das orthodoxe Judentum die Forderung nach einer strikten Befolgung der Halacha (jüdische Gesetzesvorschriften), wie sie in traditionellen Werken (Schulchan aruch) festgelegt wurden.
Die Position über aktuelle Neuerungen wie beispielsweise Leihmütter oder die Sterbehilfe werden anhand dieser Halacha festgelegt. Das orthodoxe Judentum ist somit auch in der Lage, auf diese Änderungen zu reagieren, ohne die Gesetzgebung selbst zu ändern. Der Begriff „Orthodoxie“ ist insofern irreführend, als sich die „orthodoxe“ Richtung des Judentums weniger durch ihre Lehre auszeichnet oder von anderen Strömungen des Judentums unterscheidet, als vielmehr durch ihre Praxis. Als jüdisch wird von dieser Richtung angesehen, wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde oder nach den Regeln des orthodoxen Judentums übergetreten ist. Juden anderer Strömungen, die nach der Halacha Juden sind, werden weiterhin auch als solche angesehen. Hingegen besteht keine strenge Eingrenzung dessen, was geglaubt werden soll. Dies unterscheidet das Judentum deutlich von anderen Religionen. Auch ein Agnostiker kann nach orthodox-jüdischer Auffassung ein „guter Jude“ sein.

Das orthodoxe Judentum als Bewegung ist sehr heterogen. Man kann grob drei Richtungen unterscheiden:

- Modernes orthodoxes Judentum,

- Ultraorthodoxes Judentum

- Chassidisches Judentum

Bekannte Vertreter des orthodoxen Judentums sind unter anderem Rabbi Mosche Feinstein und Rabbiner Samson Raphael Hirsch.

Der Anteil der orthodoxen Juden an der israelischen Bevölkerung wird auf etwa 20 % geschätzt. Der Anteil orthodoxer Juden in anderen Ländern ist sehr unterschiedlich.

http://www.religion24.net/was-sind-orthodoxe-juden.html

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1988Ritter 01.11.2015, 22:53

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http://www.spiegel.de/politik/ausland/radikale-juden-in-jerusalem-religioese-ultras-kaempfen-um-die-heilige-stadt-a-793741.html

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