Orionnebel mit Projektions/Fokaladapter?

4 Antworten

Ich bring mich auch mal ein:

Möglich wäre noch der Kauf eines T2-Adapters und eines T2-Ringes für deine EOS. Damit kannst Du die Okulare weglassen und nutzt dein Teleskop als Objektiv. Damit hast Du dann 350mm Brennweite bei f/5. Ist nicht unbedingt die höchste Lichtstärke, aber für den Anfang liese sich damit schon was machen. Über einen Reducer kannst Du die Brennweite etwas reduzieren. Ohne Flattener etc. wird man zwar keine optimalen Ergebnisse erziehlen, aber sollte sich dennoch sehen lassen können.

Wie derastronom schon anmerkte, wirst Du dennoch Probleme mit der Nachführung haben, aber bei kurzen Belichtungszeiten kann man durchaus einiges rausholen - jenachdem wie weit dein Objekt von Polaris entfernt ist.

Mit einem Programm wie APT oder AstrojanTools kannst Du dann deine Canon ansteuern und ihr sagen, sie soll z.B. 100 Bilder mit jeweils 30s Belichtungszeit aufnehmen. Die Bilder auch immer als RAW speichern, damit Du den vollen Farbumfang von 14bit hast und die interne Rauschunterdrückung keine Details wegradiert. Anschließend kann man dann z.B. im Deep Sky Stacker die 100 Bilder ausrichten und übereinander legen, dadurch lässt sich erstaunlich viel rausholen, auch wenn es auf den Einzelbildern gar nicht danach aussieht.

Nun, warum ist das Bild schwarz mit ein paar Pünktchen? Das liegt an der Pixelanzahl des Sensors - die ist viel zu hoch. CMOS-Sensoren sind eher unpraktisch wenn es um die Fotografie von Planeten geht, ebenso Sonne und Mond. Hier empfiehlt sich der Einsatz von CCD-Sensoren.

Recht günstig kommst du da mit einer Webcam weg - die Philips SPC910 wird gerne genommen, bekommst du aber nur noch gebraucht. Wichtig ist, dass die Aufnahmedaten manuell gesteuert werden können, dass das Objektiv abschraubbar ist und das die Kamera einen CCD-Sensor besitzt.

Man kann auch gekühlte Industriekameras nehmen, die kosten aber dann nochmal ne ganze Ecke mehr.

Das Problem mit der Nachführung hat ja "derastronom" schon sehr gut erklärt. Für schöne Übersichtsaufnahmen von der Milchstraße kannst du auch normal mit der DSLR arbeiten. Wenig Brennweite - viel vom Himmel zu sehen. Viel Brennweite - weniger vom Himmel zu sehen, dafür aber Objekte schön flächig dargestellt. 200 mm sind hier ausreichend. Zum Nachführen reicht eine parallaktische Montierung oder eine dieser kleinen Reisemontierungen...

Du bräuchtest etwas längere Belichtungszeiten, die Du aber mit der Montierung des ETX-70 nicht sinnvoll erreichen kannst. Erstens wir es an der Genauigkeit der Nachführung scheitern (falls Du die "originale" azimutale benutzt), zweitens an der sogenannten Bildfeldrotation, die alle azimutalen (inkl. die nachführenden) aufweisen.

Eine Lösung wäre (eventuell) mehrere kürzer belichtete Aufnahmen mittels digitaler Bildverarbeitung übereinanderzulegen. Dazu gibt es allerlei Software, die kostenlos verfügbar ist. Ein bisschen Gewölk solltest Du damit erreichen. Allerdings brauchst Du Geduld und Übung dazu.

Für mehr Rotanteile in den Bildern könntest Du den Infrarotsperrfilter Deiner 400D rausnehmen lassen. Vermutlich wäre auch ein Timer-Controller für die Kamera sinnvoll. Dem kannst Du z.B. "sagen": mach mir zehnmal hintereinander Aufnahmen mit 10 Sekunden Belichtungszeit.

Sonst: andere Montierung mit automatisiertem Leitsystem für längere Belichtungen. Das wird aber bald eher teuer und recht aufwändig.

LG

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