Opferrechte gegenüber der Polizei?

... komplette Frage anzeigen

6 Antworten

wenn du als opfer deine aussage verweigerst, bzw leugnest dass ein verbrechen passiert ist hat sich die sache wohl auch erledigt. 

ansonsten hat das glaube ich was mit öffentlichem interesse zu tun... käme also drauf an was genau vorgefallen ist.

Du kannst zwar grundsätzlich deinen Strafantrag zurückziehen, die Strafanzeige ist damit aber noch nicht vom Tisch. Die Staatsanwaltschaft entscheidet selbst, ob an der Aufrechterhaltung der Strafanzeige ein öffentliches Interesse vorliegt oder nicht. 

Liegt nun das besagte öffentliche Interesse vor, ermittelt die Staatsanwaltschaft trotz des Rückzuges des Strafantrages weiter. 

Bevor du jedoch deinen Strafantrag zurückziehst, bitte ich zu berücksichtigen, dass ein zurückgenommener Strafantrag nicht nochmals gestellt werden kann. Du solltest dir deine Entscheidung also wirklich gut überlegen.

Viele Grüße,

Timmy

Kommentar von Sirius66
16.11.2015, 16:37

Ich denke, umgekehrt - oder?

0

Man unterscheidet bei Straftaten ein Antragsdelikt und ein Offizialdelikt. Es gibt noch Unterstufen, aber wollen wir es erstmal dabei belassen. Bei einem Antragdelikt wird nur auf Antrag verfolgt. Beim Offizialdelikt bedarf es keinen Antrages. Einmal Strafantrag, geht es seinen Lauf und kann nur von der Staatsanwaltschaft selbst eingestellt werden.

Ich denke aber, das es bei dir eher um eine Strafanzeige geht. Das ist ein Unterschied. Die kann man auch zurückziehen, wenn sich kein Straftatbestand mit öffentlichem Interesse ergibt.

Gruß S.


Kommentar von Samuel87
11.10.2016, 06:25

Müsste es nicht umgekehrt sein? Einen Strafantrag kann man zurückziehen, eine Strafanzeige nicht. Bei Offizialdelikten reicht daher die Strafanzeige; eines Strafantrages bedarf es nicht.

Eine Strafanzeige bedeutet, den Ermittlungsbehörden (Polizei, Staatsanwaltschaft) das Wissen zu übermitteln, dass eine Straftat begangen wurde. Wenn die das wissen, dann ist und bleibt das so und deshalb kann man auch eine Strafanzeige nicht zurücknehmen.

Der Strafantrag hingegen ist die Willenserklärung, dass der Geschädigte wünscht, dass der Täter bestraft wird. Diese Willenserklärung kann man zurückziehen.

0

Es scheint sich um ein Offizialklagedelikt zu handeln, weil sonst die Polizei keine Anzeige von einem Zeugen entgegen genommen hätte. Insofern kannst du lediglich die Aussage verweigern.

Das käme auf die Straftat an: Manche Straftaten gelten als Offizinaldelikte und die müssen auch ohne oder bei zurückgezogener Anzeige verfolgt und ermittelt werden. Sonst würden sich die Strafverfolgungsbehörden wg. Strafvereitelung im Amt verantworten müssen.

Allerdings läge es im Ermessen der Statsanwaltschaft, ob sie das Verfahren vor Gericht bringt oder im öffentlichen Interesse gegen Auflage einstellt.

Kommentar von Alien0127
16.11.2015, 19:41

Jedoch gibt es auch Straftaten, bei denen grundsätzlich ein Öffentliches Interesse besteht.

0

Wenn eine Straftat bekannt wird, muss ermittelt werden. Außerdem verstehe ich den Sinn deiner Frage nicht.

Kommentar von vettel06
16.11.2015, 00:26

Ich möchte nicht das dieser Sachverhalt in meiner kleinen Heimatstadt große Wellen schlägt und wollte deshalb wissen ob ich darauf bestehen kann das die Polizei ihre Ermittlungen einstellt, wen weder ich als " Opfer " noch der Täter Anzeige erstattet haben. Manchmal sind andere Überlegungen wichtiger als eine Verurteilung des Täters herbeizuführen.

0

Was möchtest Du wissen?