openSUSE oder Debian?

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Die Standard-Optik sollte dir nicht so wichtig sein, da man im Prinzip jede Distribution wie jede andere aussehen lassen und jede grafische Oberfläche nachinstallieren und anpassen kann. Es sei denn, du willst möglichst wenig selbst anpassen, dann nimm natürlich etwas, was dir von vornherein optisch am besten zusagt.

Ich persönlich bin Debian und KDE SC Fan. Suse hatte ich jahrelang (von Version 6.3 bis 9.3 als Hauptsystem, später noch nebenbei und immer mal wieder im Test) benutzt, wurde mir aber zu unberechenbar und zickig im Verhalten. Mag sein, dass sich das inzwischen geändert hat, bei meiner letzten Testinstallation vor gut einem halben Jahr hab ich es allerdings ziemlich entnervt ziemlich schnell wieder gelöscht. Ich persönlich finde Debian-Systeme einfacher zu handhaben und die Software ist immer sehr gut getestet, der vertraue ich zu 100%, sogar den Sid-Paketen aus Unstable (mein Arbeitssystem ist ein siduction, das auf Debian Sid basiert, mit KDE SC Oberfläche). Meiner Meinung nach kann man ein Suse-System schneller unbedacht kaputt-spielen beim Updaten/Installien von Paketen als ein Debian... Aber das musst du selbst ausprobieren, das ist ganz ganz subjektiv. Nur du alleine kannst das beste System (und die beste Oberfläche) für dich herausfinden - durch ausprobieren. Und manchmal merkst du auch erst nach längerer Zeit - so wie ich - dass dir eigentlich etwas anderes viel mehr liegt.

Hol dir doch mal ein paar ISOs unterschiedlicher Distributionen und mit unterschiedlichen Desktop-Umgebungen und schau dir das als Live-CD an (dabei siehst du dann auch, wie gut deine Hardware out-of-the-box damit funktioniert). Du könntest auch die ISOs in einer virtualbox unter Windows starten und - genug Rechenpower/Speicher vorausgesetzt - 2 Distributionen in virtualbox-Fenstern nebeneinander vergleichen. Dann kannst du auch in Ruhe die Konfigurationswerkzeuge vergleichen, die sind nämlich, gerade bei Suse und Debian, sehr unterschiedlich.

Alternativen zu Debian pur (weil darauf aufbauend) wären vielleicht z.B. noch SolydXK (Xfce-Oberfläche bzw. KDE SC), KWheezy (KDE Oberfläche, sehr unübersichtliches Menü, da sehr viel Software dabei ist - aber das kann man natürlich aufräumen) oder Makulu (Xfce, KDE SC, Enlightenment): http://mylinuxexplore.blogspot.de/2014/02/makululinux-50-review-good-debian-spin.html

Eine Alternative zu OpenSuse ist vielleicht auch OpenMandriva (ebenfalls RPM-Paketmanagement). Bis 2013 hatte OpenMandriva noch den "ROSA"-Desktop, einen KDE SC Desktop mit eigenem Menü und eigenem Panel, verwendet, was sie vom Look her recht einzigartig gemacht hat (von der ROSA-Distribution mal abgesehen, die aber nicht so stabil lief in meinen Tests). Leider (wie ich finde) wird in der 2014er Version auf den "normalen" KDE SC Desktop gesetzt, mit Homerun-Menü. Trotzdem eine schöne Distribution mit ansprechenden Konfigurationswerkzeugen.

Was die Hardware und "etwas älter" betrifft - wie alt ist denn das gute Stück und was für CPU + RAM ist drin? Wenn es sich um eine 32bit-CPU handelt, könnte es sein, dass sie aufgrund des Alters evtl. nicht PAE-fähig ist. Dann achte darauf, dass du eine Distribution nimmst, die einen Kernel ohne PAE anbietet! Mit Chance kann man mit einem PAE-Kernel installieren und booten, sollte dann aber zügig einen Non-PAE-Kernel nachinstallieren, bevor das System einfriert oder sonstwie zickt - was unweigerlich kommen wird...

Falls du wenig Speicher hast, solltest du eine leichtgewichtigere Oberfläche als Gnome und KDE SC nehmen (Xfce, LXDE, Enlightenment)... Falls du eine 64bittige CPU hast und wenig Speicher, solltest du trotzdem eine 32bittige Distribution installieren. Ab 2 GB Speicher könnte man über die 64bittige Variante nachdenken, ab 4 GB RAM ist eine 64bittige Distribution oder ein PAE-Kernel bei 32bit Pflicht.

Die Community von SuSE ist ganz gut und freundlich, die von Debian ist sehr kompetent aber nicht immer ganz anfänger-tolerant... Die Community von Ubuntu ist sehr freundlich und immer bemüht, aber nicht immer kompetent... dafür ist das ubuntuusers-Wiki sehr gut und hilft auch durchaus bei anderen Distributionen... ;)

Und als "eingefleischter Windows Nutzer" solltest du dein Windows-Wissen bei der Verwendung von Linux über Bord werfen, insbesondere, was den Vorgang der Software-Installation angeht (Paketmanager statt "chip.de")... ;)

Vielen Dank für die nette und umfangreiche Antwort! Was bedeutet KDE SC (das SC hab ich noch nie gelesen glaub ich)

also der Laptop hat 1,6Ghz (AMD Turion ML) und er hat 1,5GB DDR1 RAM. das ist nen Amilo 1667G.

bis jetzt hatte ich etwas ausführlicher SUSE getestet aber da schwirren Wörter in meinem Kopf rum die ich nicht mag (Kommerz, überladen, bugs) und ich weiß nicht genau was ich davon halten soll - ob das stimmt was ich irgendwo gelesen hatte...

rein vom optischen sagt mir xubuntu schon sehr zu aber ich weiß noch nicht so recht....

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@Pr0fessor

Das SC hinter KDE steht für "Software Compilation". Das Team heißt KDE. Früher hieß auch die Oberfläche KDE (und i.d.R. sagt man es der Einfachheit halber oft immer noch), aber das Team wollte da gerne eine Unterscheidung haben...

Bezüglich Suse: Wenn es nur die Wörter sind, die dir als unsympathisch im Kopf rumschwirren, dir die Distribution aber gefühlsmäßig zusagt, ignoriere diese Wörter. Wenn du dich aber damit in irgendeiner Weise unwohl fühlst, ignoriere die Distribution ;).

Was lässt dich bei Xubuntu zögern? Von der Rechnerausstattung her sollte das zumindest passen...

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@Kerridis

nunja, ich denke ich werde wohl opemSUSE nehmen... Xubuntu habe ich gestern 4 x installiert, läuft auch aber hängt beim herunterfahren und WLAN funktioniert nicht, obwohl ich die richtige firmware installiert habe :/

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@Pr0fessor

Welche Xubuntu-Version hattest du denn installiert und hast du irgendwelche Meckermeldungen bekommen beim Herunterfahren?

WLAN will manchmal überredet werden. Ich habe ein Notebook, da muss ich z.B. den WLAN-Schalter schon beim Booten drücken, damit das dann später erkannt wird. Und wenn ich erst ins Windows XP (altes Dualboot) hochfahre und anschließend ins Kubuntu, ist auch nichts mit WLAN, Windows verstellt da irgendwas...

Bei Distributionen, die das WLAN-Einrichtungswerkzeug ceni verwenden (siduction und antiX z.B.), habe ich bisher noch nie WLAN-Probleme gehabt, Kubuntu z.B. mit dem networkmanager zickt da eher.

Dann drücke ich dir für Suse die Daumen. Auch da kannst du ja die Xfce-Oberfläche installieren und das so einrichten, dass es optisch Xubuntu gleicht.

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@Kerridis

naja - ich habe keine fehlermeldungen bekommen - ich sehe einfach keine funkverbindung. bzw. wenn ich auf den Pfeilen für Datenverbindung klicke (ich weiss nicht wo ich sonst schauen muss) Ich habe auch eine firmware passend zum gerät installiert (sudo apt-get install firmware-b43-installer). und beim herunterfahren dreht sich einfach nur der kreisel vom xubuntu-logo und das wars - dreht sich ewig - gleiche sache beim neustart. openSUSE würde ich dann aber als KDE-version installieren da ich gelesen habe dass dort die KDE integration sehr gut sein soll... ich lade mir aber noch parallel dazu noch eine debian und eine kanotix distro herunter und teste diese erstmal in einer VM am PC.

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OpenSUSE hat meine Partitionen nicht gut erkannt, aber Debian konnte ich auch auf dem dritte Terabyte aufspielen. Also ich empfehle Debian mit LXDE, XFCE oder FVWM.

Ich würde Debian nehmen bzw Ubuntu (was auf Debian aufbaut) oder wen dein Laptop eine schwache Hardware hat Xubuntu.

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