Opa hatte Krebs

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8 Antworten

Zunächst mal zur Frage der Ererbung und Ähnlichleiten: Solange die Gene für die Eigenschaften die Du aufgezählt hast nicht zusammen mit dem Darmkrebs-auslösenden Gen auf einer Einheit des Ergbgutes (den sog. Chromosomen) liegen werden sie unabhängig vererbt. D. h. theoretisch könnte es sein. Außerdem sind nicht alle der Eigenschaften, die du aufgezählt hast genetisch bedingt.

Es gibt vererbbare Formen von Darmkrebs. Das hereditäre kolorektale Karzinom ohne Polyposis (engl.: Hereditary Non-Polyposis Colorectal Cancer“, HNPCC, auch Lynch-Syndrom) stellt mit 5 – 10 % der Kolon- und Rektum-Karzinome die häufigste Entität der autosomal-dominant vererbten Dickdarm-Krebserkrankungen dar. Mittlerweile sind 6 Gene bekannt, deren krankhafte Veränderung zum Auftreten eines HNPCC führen (Wer es ganau wissen will: Sie heißen MLH1 (50%), MSH2 (39%), MSH6 (7%), MLH3 (3%), PMS2 (1%) und PMS1 (<1%)).

Es gibt 2 verschiedene Kriteriengruppen die auf eine erbliche Vorbelastung hindeuten (NUR HINDEUTEN!) Zum einen die sog Bethesda-Kriterien von denen eines erfüllt sein muss um es als Hinweis zu werten. Diese sind:

Person mit kolorektalem Karzinom, Alter bei Diagnose < 50 Jahre.

Person mit synchronen oder metachronem HNPCC-assoziierten Tumoren.

Person mit kolorektalem Karzinom mit „MSI-H Histologie“, Alter bei Diagnose < 60 Jahre.

Person mit kolorektalem Karzinom, die einen Verwandten 1. Grades mit HNPCC- assoziiertem Tumor hat, Alter bei Diagnose < 50 Jahre.

Person mit kolorektalem Karzinom, die mindestens zwei Verwandte 1. oder 2. Grades hat, bei denen ein HNPCC-assoziierter Tumor diagnostiziert wurde.

Als HNPCC-assoziierte Tumore gelten Tumore des: Gebärmutterschleimhaut, Magen, Eierstöcke, Bauschspeichldrüse, Harnleiter, Nierenbecken, Gallengänge, Gehirn (meist Glioblastome), Talgdrüsenadenome und Keratoakanthome (bei Muir-Torre-Syndrom),Dünndarm

Die 2. Kriteriengruppe sind die sog. Amsterdam II Kriterien. Diese müssen ALLE erfüllt sein um als Hinweis zu gelten. Das sind:

Mindestens drei Familienangehörige mit histologisch gesichertem kolorektalem Karzinom oder HNPCC-assoziiertem Karzinom (oben schon genannt)

Einer davon ist Verwandter ersten Grades der beiden anderen.

Erkrankungen in mindestens zwei aufeinander folgenden Generationen.

Mindestens ein Patient mit der Diagnose des kolorektalen Karzinoms vor dem 50. Le- bensjahr.

Ausschluss einer Familiären adenomatösenPolyposis (FAP).

Deiner Beschreibung nach trifft das alles auf Dich nicht zu. Also war das wahrscheinlich ehr ein "zufällig" aufgetretener Darmkrebs. Die Risikofaktoern wurden hier ja bereits reichlich diskutiert. Ich hoffe ich konnte hier etwas zur klarheit beitragen.

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Kommentar von docfm
11.07.2013, 13:02

Ausgezeichnete Antwort...aber für medizinische Laien schon ein bißchen kompliziert...

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Kommentar von Andrew1995
11.07.2013, 17:25

Ja aufjeden Fall;)

Vielen Dank für deine Info;)

Zitat von dir: "Zunächst mal zur Frage der Ererbung und Ähnlichleiten: Solange die Gene für die Eigenschaften die Du aufgezählt hast nicht zusammen mit dem Darmkrebs-auslösenden Gen auf einer Einheit des Ergbgutes (den sog. Chromosomen) liegen werden sie unabhängig vererbt. D. h. theoretisch könnte es sein.

Bedeutet das "theoretisch könnte es sein" quasi wenn diese Gene nicht auf den Chromosomen liegen wo sich das Darmkrebsgen befindet dass ich es geerbt haben kann? Und wenn diese Gene sich auf dem Chromosom befindet wo sich auch das Darmkrebsgen befindet ich es definitiv NICHT geerbt habe?

Wenn dem so ist gibt es irgendeine Möglichkeit dies herauszufinden?

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Hallo,

die Antwort von Moes1973 ist im Prinzip richtig. Wenn Du Dein individuelles Risiko genau bestimmen willst, kannst Du auf der Website www.23andme.com eine komplette genetische Analyse von Dir machen lassen (kostet inzwischen nur noch 99$. Ich habe es bei mir auch machen lassen und fand die Ergebnisse (sind allerdings auf englisch!) sehr informativ, damals hat's aber noch 299$ gekostet). Die Analyse macht Aussagen über alle möglichen genetischen Faktoren und dadurch beeinflußte Krankheiten. Du must Dir aber sicher sein, daß Du auch wirklich wissen willst, was Du dadurch evtl. erfährst, da unerfreuliche Ergebnisse jemanden durchaus "aus der Bahn werfen" könnten, man muß auch bedenken, daß die Ergebnisse lediglich Wahrscheinlichkeiten für oder gegen eine bestimmte Erkrankung darstellen, die so nicht zwangsläufig eintreten müssen. Man sollte sich also gut überlegen, ob man so eine Analyse machen läßt und sich ggf. schon vorher oder spätestens wenn man die Ergebnisse hat vom Hausarzt oder ggf. von einem Humangenetiker beraten lässt.

Gruß docfm, Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin

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Kommentar von Andrew1995
11.07.2013, 17:28

Hmm. Ich will eigentlich nur wissen von welcher Verwandschaftsseite ich im Darm meine Anlagen geerbt habe;)

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Hab hier mal was gefunden was dir vieleicht weiter hilft. http://www.dkmic.de/forum/krebs_vererbung.html

Weiss nicht ob die 25% auch bei Darmkrebs zählen aber das war das einzige was ich auf die schnelle finden konnte.

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Kommentar von moonhiker781
10.07.2013, 23:39

Steht aber auch mit bei das gerade mal ca. 20% aller krebsarten vererbbar sind. Weiss nicht ob Darmkrebs da auch zu gehört.

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Verantwortungsvoll wäre,einen Arzt auf zu suchen!!Ob und in welcher weise Erbanlagen weitergeben werden kann dir auch nur ein Arzt beantworten!!Wir waren 8 Kinder!Jeder hat was anderes geerbt....

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Lasse dich auf Darmkrebs untersuchen. Wir sind keine Ärzte.

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Kommentar von Andrew1995
10.07.2013, 22:40

Ich will ehrlich gesagt nur wissen von wem ich die Gene dort geerbt habe nicht ob ich die Krankeheit habe oder nicht einfach nur von welcher Seite aus diese kommen. Dazu bin ich noch ein Stück zu jung und alle anderen in dieser Verwandschaft waren gesund und leben heute noch

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Also da ich über deine Gene genau bescheid weiß. Muss ich sagen . . also ich muss in aller erster Linie sagen, dass die Natur ein Roulette ist. Was glaubst du wieviele Schwarze Väter ihrer schwarzen Frau schon eine geballert haben weil das schwarze Kind blaue Augen hat. Nur weil ein paar Sachen ähnlich sehen kann das noch gar nichts heißen. Das kann man nur testen lassen.

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Kommentar von amidon
10.07.2013, 23:11

deine erbanlage hast du von deine eltern, etwas von deine grosseltern ist auch dabei. krebs ist aber keine erblich bedingte erkrankung, die falsche ernährung ist die ursache, es ist ein langsamer prozess und wenn dei krankheit ausbricht ist meist zu spät (bei dickdarmkrebs). was die menschen nicht wissen (mansche auch nicht wissen wollen) ist, dass flesch bei der verdauung zersetz wird und dabei toxine (giftstoffe) entstehen, diese sind ein faktor in der veränderung der körperzellen (krebszellen sind abnormale körperzellen)

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darmkrebs hat mit viel fleischessen zu tun, in deutschland ist dickdarmkrebs die zweite todesursache bei männer, weil sie zu viel fleisch essen. es hat mit den genen nichts zu tun, es ist die jahrelange falsche ernährung.

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Kommentar von Andrew1995
10.07.2013, 23:08

Habe ich auch schon gehört. Allerdings interessiert mich nur das mit der Wahrscheinlichkeit ob ich ein paar Darmgene von ihm habe oder nicht

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