Opa gibt Einverständnis zur Amputation nicht - wie gehts weiter?

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13 Antworten

Ohne eine Entmündigung gilt der Wunsch des Patienten. Will er die Amputation nicht, kann er daran sterben. Auch diese Entscheidung ist ihm freigestellt. Das abgestorbene Gewebe, welches nicht amputiert / entfernt wird, sendet Giftstoffe in den Körper und das führt zu einer Sepsis (Blutvergiftung) die ohne Behandlung tödlich verläuft.

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Ich möchte diese Frage nicht rechtlich erörtern denn hier geht es erst mal und vor allen Dingen um einen erwachsenen Menschen der einen freien Willen geäußert hat. Und sich sehr wahrscheinlich der Folgen bewusst ist. 

Dein Opa will also sterben. So verstehe ich Deine Schilderung. 

Dann stellt sich für mich zuallererst die Frage nach dem Warum. 

Ist Oma tot? Dann sollte sein Wunsch auf jeden Fall respektiert werden. Ich will Dir anhand einer wahren Geschichte darstellen warum: 

Wir hatten eine Patientin mit Diabetes auf der Chirurgie. Bei ihr ging eines schönen Tages der Wert in astronomische Höhen und ließ sich mit keinem Mittel senken. Ich setzte mich also nach Feierabend zu ihr ans Bett und hörte zu. Was war geschehen?

Ihr Mann hatte sie täglich besucht. Bis vor wenigen Tagen. So lange war der Blutzucker auch gut eingestellt gewesen. Dann kam ihr Mann nicht mehr. Ihr Zucker stieg. 

Ich stellte also Erkundigungen an. Ihr Mann lag einen Stock über ihr. 

Ich setzte durch dass die beiden Betten mal nebeneinander stehen konnten für einige Zeit. 

Danach war der Blutzucker wieder einstellbar. 

Das Ehepaar war seit über 50 Jahren verheiratet. 

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Wenn die Seele nicht mehr will dann will sie nicht mehr. Das ist einfach zu respektieren. Da gehört dann jeder Egoismus hinten an gestellt. 

So. Nun doch noch zu geltendem Recht: 

Es sieht die Geschichte ebenso. 

ALLERDINGS kommt in mancher Klinik ein Arzt auf die Idee den Patienten einfach zu bitten noch einen Kollegen am Bett zuzulassen. Dann kommt ein Psychiater der sich nicht als solcher vorstellt. Der schreibt dann ein gewünschtes Gutachten. Damit ist der voll geschäftsfähige Mensch entmündigt im wahrsten Sinne des Wortes. 

Die Angehörigen haben dann aber auch absolut Nichts mehr zu sagen. Es ist schon vorgekommen dass ihnen dann sogar der Zutritt zum Patienten untersagt wurde. 

Den Weg mit dem Psychiater würde ich mir also mehr als zwei Mal überlegen. 

Der Tod ist der siamesische Zwilling des Lebens. Das mag uns nicht gefallen. Wer aber beim Bund war darf sich fragen lassen Was daran stört den freien Willen eines erwachsenen und lebenserfahrenen Menschen missachten zu wollen. 

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Kommentar von tommykocher
14.01.2016, 16:35

Selten so ein Halbwissen gelesen^^

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Zwei Möglichkeiten... Opas Wunsch respektieren und ihn in Würde gehen lassen...

Zweite Möglichkeit....

Ab zum Vormundschaftsgericht vor Ort. Dort eine einstweilige Anordnung beantragen mit der Begründung das Opa eine Gefährung für sich selbst ist und sein Leben auf dem Spiel steht. Opa unter Betreuung stellen lassen. Opa wird vermutlich weiterleben aber mit euch nichts mehr zu tun haben wollen

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Ich würde sagen in dem alter kann es schon sein ,das man keinen sinn mehr sieht. Wenn man sein leben gelebt hat kann es schon verständnisvoll sein das man mit Fuß sterben möchte. Er wird sich sicherlich die frage gestellt haben was danach kommt, man möchte ja mobil bleiben und nicht als Pflegefall enden.

Aber wenn es ihm sonst gut geht dann sagt ihm, das es nur der Fuß ist und nicht das ganze Bein. Oder ihr stachelt seinen Stolz an und sagt "Mensch 75 Jahre haste alles überstanden , und jetzt willste wegen nem Fuß von uns gehen?" Egal was ist, Viel glück euch :)

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Das ist derzeit noch seine eigene Entscheidung. Die haben andere (insbesondere Angehörige) zu respektieren.

Ich würde auch lieber "am Stück" zur Hölle fahren als mich langsam in Stücke schneiden zu lassen, um vielleicht noch ein paar Wochen oder Monate länger zu leben.

Gerade bei Diabetes gibt's da nämlich häufig Komplikationen mit der Wundheilung.


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Das ist schwierig - dazu muss erst festgestellt werden, dass Opa nicht mehr in der Lage ist, sinnvolle Entscheidungen zu treffen.

Dazu ist eine fachkundige Meinung erforderlich - und ein richterlicher Beschluss.

Wenn Opa bestimmt, lieber sterben zu wollen, ist das seine Sache.

Hart aber wahr.

Versucht als Familienmitglieder, ihn zu überzeugen und sprecht mit den Ärzten über die weitere Vorgehensweise.

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Mit der Patientenverfügung kann im Moment keiner irgendwas machen. Weil die ja für den Fall da ist, dass der Kranke sich nicht mehr selbst äußern kann.

Dein Opa ist ja wie du sagst noch "voll da" , und äußert sich. Aber eben nicht im Sinner der restlichen Familie... Nun, das ist sein gutes Recht, leider.

Hier können wirklich nur ehrliche und eindringliche Gespräche von Seiten der Ärzte was bringen.

Vllt. kann das Krankenhaus mal einen Psychologen zu deinem Opa schicken, oder den Krankenhausseelsorger? Möglicherweise sperrt sich dein Opa aus Gründen, die er mit euch (der Familie) nicht bereden will... ?

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Kommentar von Adrian593
13.01.2016, 22:05

Vielleicht könnte man ihn für unzurechnungsfähig erklären?

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Wenn Gefähr in Verzug ist muss das der Arzt entscheiden. 

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Kommentar von RobertLiebling
14.01.2016, 16:19

Wenn der Patient ansprechbar und im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, entscheidet der Arzt da gar nichts. Der möchte nicht wegen Körperverletzung o.ä. Strafe riskieren.

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Der Wille des Patienten muß respektiert werden.

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DA könnt ihr leider nichts machen wenn er nicht will kann man das nicht ändern 

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Er ist noch voll da, also nicht verwirrt oder so.

Solange das noch der Fall ist wird nichts passieren.

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Kommentar von tommykocher
14.01.2016, 16:47

das ist nicht ganz richtig. Nicht nur Verwirrte stehen unter Betreuung... Es geht zwar um den Geisteszustand, wenn das Gericht allerdings zu dem Schluss kommt das eine akute Eigengefährdung vorliegt ist eine Verwirrtheit uninteressant

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Wenn sein Leben auf dem Spiel steht, kann die Operation auch ohne seine Zustimmung erfolgen. - Das entscheidet ein Gericht oder bei akuter Lebensgefahr die Ärzte direkt.

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Kommentar von Maximilian112
13.01.2016, 17:29

Niemand wird an Dir bzw dem Opa rumschnippeln so lange er keine Erlaubnis dazu gibt. Auch ein Gericht kann da nix machen.

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Kommentar von tommykocher
14.01.2016, 16:36

Blödsinn! Nur wenn der Patient der nicht be Bewusstsein ist...

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Er will sicher nicht sterben.
Leute aus der Kriegs- und Nachkriegszeit sind halt noch sturer drauf als wir.

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Kommentar von nonamestar
13.01.2016, 17:52

Die verlieren nicht automatisch ihre Rechte weil sie alt sind.

Das ist auch gut so.

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