Onlineshop gründen - welche Rechtsform, wie wird besteuert, was ist wichtig?

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5 Antworten

Ich würde deiner Frau empfehlen, den Shop erst einmal als Einzelunternehmen anzumelden. Wenn ihr Umsatz im ersten Jahr 17.500 Euro und danach jährlich 50.000 Euro nicht übersteigt, kann sie bei der nach der Anmeldung folgenden steuerlichen Erfassung die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen. Das bedeutet, dass sie von den Kunden keine MwSt erheben und an das Finanzamt abführen muss.

Wenn du keine Nebentätigkeit ausübendarfst, dann fällt die GbR schon mal weg, denn eine GbR ist nur der Zusammenschluss von mindestens zwei Personen. Wenn deine Frau es also alleine betreiben will, kann es keine GbR oder OHG sein.

Die Eintragung im Handelsregister als Eingetragener Kaufmann (e.K.) macht eigentlich nur Sinn, wenn man eine Firma übernimmt und den fremden Namen übernehmen will. Das würde dir nix bringen.

Wenn denn euer Shop mal richtig läuft, könnt ihr immer noch darüber nachdenken, eine GmbH oder UG (haftungsbeschränkt) zu gründen. Aber alleine aus dem Gesichtspunkt der Buchhaltung (Bilanzierungspflicht) würde ich nicht von Anfang an eine juristische Person gründen.

Hallo!

Was ich bisher an Antworten gelesen habe stimmt nur teilweise. Die 17.500 Euro sind tatsächlich die Gewinngrenze für ein Gewerbe, um die Kleinunternehmerregelung zu erfüllen. Zu den 50.000 Euro im zweiten Jahr muss man dazu sagen, dass du abschätzen musst, ob es mehr also 50.000 Euro Umsatz sein wird, und wenn ja, direkt auf die Behandlung als Kleinunternehmer verzichten musst. Der Knackpunkt ist, solltest du jemals in einem Jahr mehr als 17.500 Euro Umsatz erwirtschaften, heißt das, dass du im nächsten Jahr definitiv kein Kleinunternehmer bist, sondern auf deine Rechnungen Umsatzsteuer aufschlagen musst. Die 17.500 Euro sind also die tatsächliche Grenze, die IMMER für das Folgejahr entscheidend ist.

Mehr Infos zum Thema Gewerbe anmelden, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung findest du auf meinem Blog:

http://nebenberuflich-selbstaendig.blogspot.de/2012/08/grundwissen-eines-unternehmers.html

Ich hoffe ich konnte helfen :) Viele Grüße, Jan

Als Nachtrag, da es anscheinend in meiner "Hauptantwort" nicht gespeichert wurde: Ich weiß ja nicht ob du Beamter bist, aber wenn nicht, kann dir eine Nebentätigkeit in deinem Arbeitsvertrag nicht verboten werden, gemäß dem Recht auf freie Berufswahl. Dein Arbeitgeber darf dir eine Nebentätigkeit NUR DANN verbieten, wenn sie dich

a) in der Ausübung deines Berufs beeinträchtigt oder b) du deinem Arbeitgeber Konkurrenz machst

Ich hoffe geholfen zu haben :) Viele grüße, Jan

Also, man kann sich als e.K. eintragen lassen, man kann aber auch ein Einzelunternehmen ohne Eintragung ins HR führen. Wenn man es mit einem Partner zusammen macht, kann man es als GbR führen oder als OHG. Wenn man beschränkte Haftung haben will, kann man eine GmbH gründen oder eine UG oder eine AG oder eine Ltd. oder eine SARL (nur eine kleine Auswahl, es gibt noch mehr europäische Rechtsformen, die in Frage kommen).

Was ist günstiger, wenn man davon ausgeht, dass wir keine 10.000 EUR Umsatz p.a. machen werden

Das spielt für die Rechtsform keine Rolle. Man kann z.B. eine GmbH mit mehr als 10.000 EUR Umsatz genauso führen wie mit weniger als 10.000 EUR Umsatz. Genauso wie man einen Millionenkonzern genauso als Einzelkaufmann führen kann (siehe Anton Schlecker) wie einen Kiosk.

brauchen wir eine e.K. oder nimmt man da eher GbR oder...???

Je nachdem. Manche machen es als e.K., manche als GbR und manche als keins von beidem. Man kann nicht allgemein sagen, was man da nimmt; kommt immer drauf an.

An deiner Stelle hol dir einen Gewerbeschein und melde dich mit den Zusatz "Kleinunternehmen" an. Dann muss du bei deinen Verkäufen keine Umsatzsteuer berechnen, aber darfst bei deinen Einkäufen keine Vorsteuer abziehen. Oder einfach denn Zusatz weglassen, dann wirkt dein Unternehmen nach außen seriöser. Als Einzelunternehmen reicht dem Finanzamt eine Einnahmen-Überschuss Rechnung, welches dir hohe Steuerberater Kosten erspart.

e.K. würde ich nicht machen, da dann das HGB gilt und nichts für Änfanger (bzgl Steuern, Rechten und Pflichten) ist.

Nermelyn 01.07.2012, 23:06

Gibts ne Grenze, ab wann das Finanzamt dann das Kleinunternehmer nicht mehr akzeptiert?

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Textilfachmann 01.07.2012, 23:18
@Nermelyn

Ja. Aber ich bin mir nicht 100% sicher, deshalb habe ich es ausgelassen;) Ich glaub es sind 17.500€ im ersten Jahr und 50.000€ Umsatz im laufenden (also zweiten Jahr)

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