Oma weinte, als sie vom Krieg erzählte. Ich fühle mich so schuldig. Was soll ich machen?

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11 Antworten

Rede noch mal mit ihr über die Situation im Café. 

Einige Menschen möchten bzw. müssen auch Weinen, um so eine Situation zu verarbeiten. 

Wenn sie weint, heißt das nur, dass sie die Situation bis jetzt noch nicht wirklich verarbeitet hat. Vielleicht hilft es ihr auch, mal darüber zu reden, zu weinen, und die Erinnerungen besser zu verarbeiten.Sage, dass du dich schuldig fühlst wegen der Situation, dass du unsicher bist, ob sie noch mal darüber reden möchte. 

Lass sie selbst entscheiden, wie es weiter geht. Sage, dass du offen bis für eine Weiterführung des Gespräches, wenn sie den Wunsch dazu hat, aber auch verstehen kannst, wenn sie erst mal oder gar nicht mehr darüber reden möchte.Dann kann sie auf dich zukommen, wenn sie doch noch mal Interesse hat.


PS

Wenn so etwas noch einmal passiert, gehe nicht weg. Bleibe sitzen, auch wenn es dir unangenehm ist. Man möchte im Notfall (emotionale Überlastung) lieber jemanden an der Seite haben als ganz alleine zu sein. Für den anderen ist das immer schwierig, aber es reicht oft, einfach da zu sein und ggf. zu fragen, was dem Betroffenen gerade helfen würde.

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Viele Opfer des Nationalsozialismus konnten nie darueber zu reden und haben versucht es zu verdraengen. Der Schmerz ist natuerlich immer da, und du hast nichts schlimmes getan, als du deine Oma gefragt hast. Das Schlimme war damals.

Danke deiner Oma fuer euer Gespraech, sag ihr, dass du gemerkt hast, dass es ihr schwergefallen ist, und vielleicht wird sie das als Gelegenheit nehmen, weiter mit dir zu reden. Oder vielleicht auch nicht.

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Du kannst dich bei ihr entschuldigen, dass Du sie so bedrängt hast. Sie wird es bestimmt verstehen. Du bist ja noch jung.

Es ist kein Grund wegzugehen, wenn jemand weint. Meist hilft es dem Anderen dazusein, einfach nur für ihn dazusein. Abzuwarten. Dazu gehört Stärke und Sensibilität. Vielleicht auch die Hand auf den Arm zu legen. Das tröstet etwas.

Deine Oma war natürlich traurig, weil sie an schlimme Sachen erinnert wurde. Es wäre schön, wenn sie diese Trauer nicht schamhaft verstecken muss. 

Deine Oma wird wissen, dass Du sie nicht verletzen wolltest.

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Du wusstest nicht, was deine Fragen bei ihr auslösen. So fällt es auch schwer, in einem solchen Fall  von Schuld zu sprechen. 

Wenn sie Dich mag und es möchte, wird sie noch einmal auf diese Sache zu sprechen kommen. Dann höre einfach zu und versuche nicht, möglichst viel zu erfahren. 

Ich war vor einem Jahr in einem Hotel in Spanien. Da haben gleich mehrere Leute im Alter deiner Oma über den Krieg gesprochen. Eine Frau wollte  unbedingt über ihr Leben damals erzählen und fing dann plötzlich an zu weinen.

Ich hoffe, Deine Oma hat keine ständigen Alpträume - nicht jetzt wegen Dir - wegen den Kriegserlebnissen. Sonst wäre es gut, sie würde fachliche Hilfe in Anspruch nehmen. Es ist tragisch, wenn man hört, wie viele Menschen jede oder fast jede Nacht von der Zeit im Konzentrationslager, von der Flucht in den Westen oder von Bombenangriffen träumen. 

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Hallo,

sie wollte Dir eben nicht davon erzählen, denn sie hatte Angst vor der starke Erinnerung an diese schlimme Zeit. Da sie Dir aber dann doch vermitteln wollte, was damals geschah, hat sie eben doch davon erzählt und eben, weil Du sie gedrängt hast.

Die Erinnerung war aber dann so schlimm, das sie geweint hat und das Du jetzt ein schlechtes Gewissen hast, ist verständlich.

Was Du hättest machen sollen, nicht Deinen Hund zum Trösten zur Oma schicken, sondern Du hättest sie in den Arm nehmen sollen, Deine Oma und sagen, das es Dir leid tut und Du nicht gedacht hättest, das die Erinnerung so schlimm für sie ist . Du einfach nicht nachgedacht hast.

Statt dessen bist Du einfach gegangen. Das war überhaupt nicht in Ordnung, das Du sie einfach alleine gelassen hat, als sie Trost brauchte, aber natürlich nicht von Deinem Hund, sondern von Dir.

Geh schnellst möglich zu ihr und mach das jetzt.

Und ganz wichtig: Lass sie mit dem Thema in Ruhe. Wenn sie nochmals darüber reden will, wird sie es Dich selber wissen lassen!

Viele Grüsse!

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Die Erinnerungen an den Krieg sind für viele ältere Menschen bis heute oft noch traumatisch. Sag ihr, dass du sie nicht aufwühlen wolltest. Und verbringe Zeit mit ihr.

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Wenn deine Oma bereit dazu ist darüber zu sprechen dann wird sie es. Dräng deine Oma nicht denn du weißt nicht wie es ist einen Krieg miterlebt zu haben. Meine Mutter war auch im Krieg und will nicht alles erzählen oder eher gesagt kann sie es nicht. Wenn es dich so sehr interessiert, guck dokus davon gibt es genug 

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du brauchst dich nicht schuldig fühlen. jeder verarbeitet seinen teil des krieges auf seine weise. ich vermute deine oma war ein kind, dann hat sie tiefe psychische wunden erlitten.

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Entschuldige dich.

Du hast alte Wunden aufgerissen (das konntest du nur bedingt erahnen) und dich danach alles andere als geschickt verhalten (das hast du vollständig selbst verbockt).

Deine Oma weint und du schickst den Hund vor statt selbst zu trösten? Und dann haust du einfach ab? So behandelt man doch niemanden, den man gerade zum Weinen gebracht hat.



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Dich bei ihr entschuldigen, und zwar ganz flott !

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Laß Oma damit in Ruhe. Sie leidet ja offensichtlich immer noch unter der Erinerrung an die  Erlebnisse und muß weinen, wenn in diesen alten Wunden herumgestochert wird.

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Kommentar von einfachsoe
25.06.2016, 19:49

Es ist wichtig, dass mit ihr darüber geredet wird. Ansonsten muss Sie alles in sich reinfressen. Sie weint, weil Sie es verarbeitet und der nahe Kontakt mit den Geschehnissen ist wichtig. Auch für unsere Jugend, um zu verstehen was da passiert ist

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