Oma liegt im Krankenhaus?

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2 Antworten

Die Situation, die Du beschreibst, lief bei mir nahezu parallel ab : vor 3 ½ Jahren starb meine Schwester (auch auf der Palliativ-Station) ebenfalls an Krebs. Vorher hatte sie 10 Jahre lang dagegen angekämpft, auch mit mehreren Chemotherapien. Zuletzt hatte sich ihre Lunge mit Wasser gefüllt und sie konnte kaum atmen. Man hat ihr zum Schluß starke Schmerzmittel gegeben, die auch zu einem "künstlichen Koma" führten.

Bis dahin hatte ich das Ganze immer verdrängt und mir selbst immer wieder eingeredet "wird schon wieder" - aber als ich sie da liegen und schwer atmen sah, wußte ich, jetzt heißt es Abschied nehmen.

Jeder aus der Familie war dann einen Augenblick allein mit ihr, um sich in Ruhe von ihr zu verabschieden. Auch ich habe mit ihr gesprochen - obwohl sie scheinbar schlief, bin ich der festen Meinung, das sie alles gehört hat, was man ihr gesagt hat.

Letztendlich ist doch egal, was andere über Wahrnehmungen oder Reflexe kranker / still daliegender Menschen sagen. Du selbst mußt für Dich entscheiden und vor allem fest daran glauben, das sie Dich gehört hat. Denn keiner kann das Gegenteil beweisen. Viele Totgeglaubte, die zurück ins Leben sind, haben von einem hellen Licht berichtet und Stimmen der Familien, wer weiß, ob es nicht wirklich so ist.......

Ich kann mich jedenfalls gut in Dich hinein versetzen und wünsche Dir viel Kraft in dieser schweren Zeit. Ich persönlich bin mir sicher : sie hört Dich......

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Kommentar von Killerstom1
19.02.2016, 21:28

Danke für deinen Text ja damit hast du Recht ich muss selbst wissen, ob Reflex oder nicht. Und danke für deine netten Worte.

Lg

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Bitte glaube mir, daß es mir sehr leid um Deine Oma tut und ich mit Dir fühle. Ich habe in meinem Leben schon viele Leute gehen lassen müssen und einige auch auf ihren letzten Tagen begleitet, weil ich versprochen hatte, sie nicht allein zu lassen.

Bei meiner besten Freundin hat mir die Pflegerin, die täglich mit den Medikamenten kam, gesagt, man müsse sich die letzten Tage wie einen Berg vorstellen. Die Kranken wissen, daß sie ihn erklimmen müssen, strengen sich an, wollen im Grunde nicht hoch, und können erst dann loslassen, wenn sie oben angekommen sind und es nur noch bergab geht. Meine Freundin war Niederländerin, hatte sich vor ihrem Tod dafür ausgesprochen, Zuhause zu sterben (sie hatte Bauchspeicheldrüsenkrebs) und auch die entsprechenden Medikamente für einen schnelleren Tod zu bekommen. Als es soweit war, und der Arzt sie fragte, ob sie diese Medis wollte, hat sie es abgelehnt, so stark war sie dann doch nicht.

Du bist traurig, aber Deine Oma leidet. Auch wenn es sich herzlos anhört, und das bin ich nicht, bitte gönn ihr den Frieden. Ich bin selbst sehr krank und habe deshalb eine Patientenverfügung gemacht, weil ich nicht an diesen Apparaten hängen will. Wie es mir geht, wenn es soweit ist, weiß ich nicht, aber Deine Oma würde wollen, daß Du zwar an sie denkst aber daß sie keine Schmerzen hat. Du wirst sie immer im Herzen haben.

Ob sie noch etwas merkt, weiß man nicht. Ich kann mich z. B. an nichts erinnern, als ich im Koma lag. Nimm Dir soviel Zeit, wie Du kannst, weil das ist das Einzige, was Du für sie tun kannst. Halte ihre Hand, laß sie nicht allein. Laß sie gehen und laß Deine Gefühle zu. Ich wünsche Dir und vor allem ihr Kraft.

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