Olaf Scholz (SPD) möchte Kanzlerkandidat werden?

14 Antworten

Man kann auch kandidieren, ohne Favorit zu sein.

Gut ist mir die Rede von Jens Spahn in Erinnerung, bei der (auch aussichtslosen) Bewerbung um den CDU Vorsitz: darin sagte er .. "ich lese auch die Umfragen" und erklärte warum er kandidiert, und das es keine Option war, die Bewerbung zurückzuziehen, weil ein anderer Kandidat sich beworben hat. "ja, es fühlt sich gut an hier zu stehen"

Ähnlich ist das auch bei der SPD, wenn diese Partei überleben will, muss sie einen guten und fähigen Kandidaten vorweisen, der in der Lage wäre, das Amt zu übernehmen. Dass es eine undankbare Aufgabe ist, weil keiner damit rechnet, dass die SPD die nächste Wahl gewinnt, ist eine andere Sache. Aber was wäre die Alternative: die Partei auflösen ?

Sogar die Tierschutzpartei könnte einen Kanzlerkandidaten aufstellen. Welche Chancen der hat steht auf einem anderen Blatt. Aber das sollte einen Olaf Scholz nicht an seinem Anspruch hindern. Denn wenn er im Wahlkampf seine Sache gut macht kann alles passieren.

Selbst ich könnte als parteiloser Bewerber für den Bundestag kanddieren und mich auf meinen Wahlplakaten als selbsternannter Kanzlerkandidat präsentieren.

Für Parteien hat das in erster Linie die Funktion der Partei ein Gesicht zugeben.

Natürlich muss die SPD den Eigenanspruch haben, den nächsten Kanzler zu haben, egal wie unrealistisch. Sollten sie etwa für eine Grün/Rot/Rot Koalition mit einem grünen Kanzler werben? Dann wird die SPD endgültig zur Splitterpartei. Noch ist sie zweitstärkste Kraft in Deutschland. Umfragen sind nun mal keine Wahlen. Das Duell der Spitzenkandidaten ist in unserer Parteien-Demokratie eigentlich sowieso kein gutes Format. Es sollte durch eine Elefantenrunde oder 2-er Diskussionen ersetzt werden, bei denen jede Partei mal gegen jede Partei antritt.

Möchten darf er es. Ob er es werden wird, ist eine andere Sache. Und ob er dann auch Kanzler wird, ist wieder eine andere.

Was möchtest Du wissen?