Ohrfeigen in der Erziehung gut oder schlecht und warum?

15 Antworten

Erziehung bedeutet, dass man dem Kind beibringt, wie es sich sozial verhalten soll. Mit Ohrfeigen bringt man dem Kind bei, dass Gewalt eine mögliche Form der Kommunikation ist. Sowie das Kind dann größer ist als die Eltern, wäre Zurückschlagen eine naheliegende Reaktion des Kindes. Will man da hin?!?

Respekt, Diskussions- und Kompromissbreiteschaft, gegenseitiges Vertrauen und die Kraft von Argumenten sind hilfreich. Wenn das Kind das gezeigt bekommt und übernimmt, bleibt alles im grünen Bereich. Darüber hinaus gibt es Dinge, die Eltern einfach bestimmen, weil sie sich die Autorität verdient haben und es besser wissen als das Kind. Das ist z.B. bei Impfungen der Fall - kein Kleinkind würde sich sonst pieksen lassen.

Also: Ohrfeigen und andere Formen der physischen und psychischen Gewalt sind schlecht, denn sie schaden der Beziehung zwischen Eltern und Kind und dem Kind selbst.

Sie sind nicht gut! Damit zeigt man nur den kleinen Kindern seine Autorität. Später klappt eine derartige Bestrafung nicht mehr und Kinder werden generell von Gewalt etwas abgemildert.

Der § 1631 BGB besagt, dass Kinder ein recht auf eine gewaltfreie Erziehung haben. Dies führt dazu, dass körperliche Züchtigungen und Misshandlungen, zu denen auch das Erteilen einer Ohrfeige zählt, unzulässig sind. Im Klartext bedeutet dies, dass Eltern, die ihren Kindern eine Ohrfeige geben, sich strafbar machen.

Leider ist das Schlagen von Kindern oft immer noch allgemein anerkannt bzw. gilt als "vertretbar".

Frei nach dem Motto: "Das hat doch noch keinem geschadet..."

Dabei ist Schlagen ein Ausdruck der eigenen Hilflosigkeit und Überforderung. Selbst bei einem Klaps auf den Po ist das Ziel klar: das Kind soll etwas spüren. Das ist keine erzieherisch hilfreiche Maßnahme, sondern ein Impuls, der eigentlich unterdrückt beziehungsweise von einem erwachsenen, reifen Menschen bewältigt werden müsste.

Das Einzige, was Kinder aus geschlagen werden lernen, ist Respekt zu verlieren und Angst zu bekommen.

Eines der Ziele von Erziehung sollte doch sein, seinem Kind Möglichkeiten zur gewaltfreien Konfliktlösung mit anderen an die Hand zu geben.

Was ist es für ein Armutszeugnis, wenn man als Eltern selbst dazu nicht in der Lage ist?

Zeigt jedes geschlagene Kind antisoziale Züge oder wird gleich zum Amokläufer - natürlich nicht.

Aber erfahren Kinder Gewalt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie später selbst gewalttätig werden.

Leiden viele geschlagene Kinder in ihrer Kindheit und haben als Erwachsene Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl - wahrscheinlich.

Wenn Kinder auf schmerzhafte Weise lernen, wie es in Beziehungen zugeht und dass es um Macht geht, folgen daraus im Erwachsenenalter oft Angst und Vertrauensverlust in Beziehungen, beschränkte Konfliktlösungsmöglichkeiten, Probleme in der Identitätsentwicklung, Abgrenzungsprobleme und Schwierigkeiten mit der eigenen Kindererziehung.

Wäre es besser für diese Welt, wenn kein Kind geschlagen wird - bestimmt.

Alles Gute für dich!

Woher ich das weiß:Beruf – Ich bin seit über 30 Jahren Hebamme

Absolut schlecht.

Es ist in Deutschland zum Glück nicht erlaubt, das Kind könnte diese Form von Gewalt mit ins Erwachsenenalter mitnehmen und andere Leute schlagen (als Bestrafung oder Konfliktlösung) oder es wird psychisch krank und hat dauerhaft Angst Fehler zu machen oder sich falsch zu verhalten (eigene Erfahrungen)

Gewalt ist sehr schlecht.

Schläge führen zu:

-Ängste beim Kind

-Das Sicherheitsgefühl wird gestört

-Urvertrauen wird gestört/zerstört , kann sich nicht entwickeln

-Mitgefühl für andere und sich selber ist zerstört

-keine Entwicklung von Empathie

-Inneres Wachstum ist nicht oder nur begrenzt möglich

-Ärger und Wut und Wunsch nach "Rache" wird abgespeichert

-Opfer wird zum Täter

Wo fängt denn Gewalt an? Ist der Klaps auf die Finger noch im Rahmen?
Nein! Gewalt ist Gewalt. Die Botschaften an das Kind, die selbst durch vermeintlich „leichte“ Schläge gesendet werden, sind – wie schon erläutert - vielschichtig und fatal. Das Kind erfährt keinen Respekt und keine Wertschätzung und wird in seinem Urvertrauen tief erschüttert. Es wird fortan, wenn es auf die Eltern reagiert, häufig nur aus Angst handeln. Das Kind lernt, dass es den eigenen Schmerz nicht fühlen darf, dass dieser vielmehr ignoriert werden muss. 
https://www.rnd.de/familie/was-schlage-mit-unseren-kindern-anrichten-BDQAT4T7HJCL5NPLFRTE4HHTGQ.html
Dass Gewalt häufig zu neuer Gewalt führt und Opfer im Laufe ihres Lebens oft selbst zu Tätern werden, ist aus zahlreichen Studien bekannt ( Bundesgesundheitsblatt: Ziegenhain et al., 2016). 

Außerdem kann es zu rechtlichen Folgen kommen (für die Eltern).

Im Jahr 2000 verbot der Gesetzgeber diese Züchtigung allerdings. Seitdem haben Kinder laut  Paragraf 1631 II des Bürgerlichen Gesetzbuches das "Recht auf eine gewaltfreie Erziehung". Schlagen Eltern ihre Kinder doch, können sie nach  Paragraf 223 des Strafgesetzbuches wegen Körperverletzung belangt werden.
https://www.zeit.de/wissen/2018-06/erziehung-kinder-gewalt-schlaege-eltern
(1) Die Personensorge umfasst insbesondere die Pflicht und das  Recht, das  Kind zu pflegen, zu  erziehen, zu beaufsichtigen und seinen Aufenthalt zu bestimmen. (2)  Kinder haben ein  Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.
https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1631.html#:~:text=(1)%20Die%20Personensorge%20umfasst%20insbesondere,andere%20entw%C3%BCrdigende%20Ma%C3%9Fnahmen%20sind%20unzul%C3%A4ssig.

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