Ohrenkorrektur Österreich/Wien oder Ausland?

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3 Antworten

Servus,

Andere Frage: wenn du stark abstehende Ohren hast - hast du schon einen Antrag bei der Krankenkasse um Kostenübernahme gestellt? Da stehen die Chancen gar nicht so schlecht.

Im benachbarten Ausland (ich bin Wienerin) würde ich mich keinesfalls operieren lassen. "Fiwaldi" hat dir die wichtigsten Gründe schon aufgezählt. Ich kann dir dazu nur erzählen, was ich von engen Freunden, Chirurgen und ein Zahnarzt, immer wieder höre. Von verpatzten Brustoperationen und Bauchplastiken ganz zu schweigen, weiß ich auch von zwei Fällen, wo die ganz "harmlose" Ohrenkorrektur gehörig schiefgegangen ist. Der eine Patient hatte eine schwere Infektion erlitten, die ihm letztlich zwei weitere Operationen und 4 Monate (!!!) Spitalsaufenthalt eingebracht haben. Zum Glück hatte sich die Krankenkasse bereit erklärt,  einen Teil der Kosten zu übernehmen,  sonst wäre die ganze Familie des jungen Mannes hoch verschuldet gewesen.

Beim anderen Fall waren die Ohren komplett schief angelegt worden. Dazu war intraoperativ ein Ohrläppchen verletzt worden. In einer komplizierten mehrstündigen OP musste das alles rückgängig gemacht und dann neu angelegt werden. Der Patient hatte ein Mehrfaches an Kosten, eine lange Vollnarkose und unnötige Schmerzen zu tragen und zu ertragen. Hier hat die Krankenkasse nichts übernommen.

Der Zahnarzt hat durchschittlich pro Woche! einen Patienten, der nach Behandlungen im Ausland mit Schmerzen in die Praxis kommt. Seit einigen Jahren macht er allerdings nur mehr die Notfallversorgung, zu der er verpflichtet ist, und schickt die Patienten weiter in die Uni-Zahnklinik. Er kann es sich nicht leisten, gratis zu arbeiten, aber die Leute tun ihm dann so leid, die ohne Geld aber mit Schmerzen und massiven Problemen kommen, dass das so die bessere Lösung ist. 

In allen Fällen ist genau das eingetreten, was "Fiwaldi" beschrieben hat. Keine "Garantie", keine Haftung, etc. Was ich dir hier erzählt habe, ist nur die Spitze eines Eisberges, wie du dir vorstellen kannst.

Es heißt auch nicht unbedingt, dass die Ärzte schecht ausgebildet sind oder schlampig arbeiten, aber es geschieht alles unter großem Zeitdruck, weshalb oft Mindeststandards an Vor- und Nachsorge nicht eingehalten werden.

Unterm Strich kann ich dich nur warnen, dass dich billig hier verdammt teuer zu stehen kommen kann.

Wenn du noch Fragen hast, schreib mir einfach.

Servus, baba,

Lilly

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Kommentar von Abow94
31.10.2016, 17:09

Danke, für deine ausführliche Antwort.

Gut das du es ansprichst, ich habe nur gelesen das, die Krankenkasse die Kosten bis zum 18 Lebensjahr
übernimmt.Oder liege ich da falsch, ich bin bei der GKK.

Kannst du mir vielleicht einen Chirurgen empfehlen, wie es aussieht hast du , ja eine Menge "Doktor Freunde".

Ich habe am Mittwoch ein Beratungsgespräch mal sehen was dabei rauskommt. :)

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Kommentar von Tanzistleben
01.11.2016, 18:17

Vielen Dank fürs Sternderl! Das ist sehr lieb von dir!

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Im Ausland sind viele OPs, Zähne billiger, aber

  1. Wer garantiert vergleichbare Qualität, ggf. auch bei Implantaten?
  2. Wer macht die Nachsorge? Das kann die Reisekosten erhöhen. Hier muss sich kein Arzt honorarfrei die Werke der Ausländer ansehen.
  3. Wo muss man hin im "Garantiefall"? Die Ärzte hierzulande sind nicht verpflichtet die Fehler Anderer auszubügeln. Klar, sie müssen helfen, aber zu sattem Honorar und die Kasse zahlt dann nichts!
  4. Wie sieht es mit den Nebenkosten aus (An-/Abreise, ggf. Hotel usw.)? Die muss man schon dazurechnen und dann ist es vielleicht kein Schnäppchen mehr.


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Kommentar von Abow94
31.10.2016, 12:22

Das ist meine größste Sorge, wenn was schief läuft oder wenn das Ergebnis misserabel ist, und die Person sich weigert eine weitere OP durchzuführen.

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Tschechische Ärzte sind sehr gut ausgebildet und geschickt, wegen des allgemeinen Preisniveaus in Tschechien ganz günstig.

Ich denke dass man kann keine Sorge haben, wenn es um Tschechien und Slowakei geht.

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Kommentar von Abow94
31.10.2016, 12:23

Selber die Erfahrung gemacht, oder nur Spekulation. Mir ist klar, dass man nicht einfach so Arzt wird, aber da sind erhebliche Kostenunterschiede.

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Kommentar von fiwaldi
31.10.2016, 12:43

Das Problem ist nicht die Qualifizierung, abgesehen von dort auch agierenden Scharlatanen. Niedrige Einkommen, Betriebs- und Nebenkosten  ergeben deutlich günstigere Preise; auch OK.

Bedenken habe ich nur bei den unvorhersehbaren Nachwirkungen. Fa garantiert hier auch kein Arzt, aber im Problemfall habe ich ihn vor der Tür und wenn er Mist baut, kann ich ihn hier verklagen.

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