Ohne zahlungsaufforderung direkt ein schreiben vom Inkasso bekommen. Ist das Rechtens?

9 Antworten

Es gibt 2 verfahren, das Onlinebilling/ECV (mit Pin) und das Offlinebilling/ELV (mit Unterschrift).  Beim Pin Verfahren wird in Echtzeit das Konto geprüft und bei keiner Deckung die Transaktion abgelehnt, beim Offlinebilling wird das ganze nachträglich gemacht als Lastschrift (hier gibt es auch die Möglichkeit zum Widerspruch). Mit deiner Unterschrift auf dem Kassenzettel bestätigst du das dein Konto gedeckt ist... und eine ganze Latte anderer Dinge (z.B. erlaubst du deiner Bank deine Daten rauszugeben, die Übermittung an Sperrdateien etc.).... man sollte sich das auch mal durchlesen in Ruhe. Es soll auch solche "Verträge" geben bei denen genaue Kosten im Falle einer Rücklastschrift drin stehen... ob das ganze jetzt als Vertragsstrafe oder überraschende Klausel gelten würde und möglicherweiße ungültig wäre k.a..).

Fällig wäre die Forderung, und über die nicht eingelöste Lastschrift wirst du von deiner Bank informiert (und hast zusätzlich auch die Pflicht dein Konto zu prüfen), ob das jetzt prinzipiell das einschalten eines Inkassobüros gerechtfertig kann man darüber streiten. Ich halte geplatze Rücklastschriften eher noch als normales Tagesgeschäft das zu den normalen Aufgaben gehört. Berechnet werden können auf jeden Fall die Rücklastschriftkosten sowie die Bankauskunftskosten. Diese Bewegen sich zwischen 3-8€ für die Rücklastschrift und ca. 10-20€ für die Aufkunftskosten. Im Zweifel muss der Schaden nachgewiesen werden (sprich die Unternehmen müssen die tatsächlichen Kosten offen legen). Aussagen wie es sind nur 5€ zu zahlen oder ähnliches sind falsch.... natürlich könnte man pauschal 5€ sagen und schreiben das ein höherer Schaden bitte nachgewiesen werden soll... wegen ein paar Euro wird das vermutlich kaum einer machen.

Generell gilt:

Sobald du von der Rücklastschrift erfährst (in der regel max. 2 Werktage danach durch einen Brief deiner Dank, sofort wenn man sein Konto alle 1-2 Tage checkt... viele Handyapps benachrichtigen einen automatisch über neue Transaktionen wenn man das möchte) sofort dort Anrufen und um Kontoverbindung verlangen. Betrag + Rücklastschriftkosten nachüberweisen udn fertig.... so ist es am günstigen und bestimmt auch für alle Parteien am liebsten (mal abgesehen von dem Inkasso das dann einen Auftrag weniger hat ;))

Hallo Habe mit meiner EC-Karte bei einer Tankstelle bezahlt und die
Zahlung war auch erfolgt.

Nein. Der Bezahlvorgang ist nicht immer gleichbedeutend mit einem tatsächlich durchgeführten Transfer der belasteten Summe.

Ein paar Wochen später kam ein Schreiben eines Inkasso Büros mit der Forderung ich solle 132,12€ zahlen! Ich habe nur für 40,-€ getankt!

Die Inkassokosten kannst Du ignorieren, aber Du schuldest dem Gläubiger den Betrag samt angemessener Mahn- und Zusatzkosten, die ihm aufgrund der fehlgeschlagenen LS entstanden sind (inkl. Auskunftskosten).

Die EC-Karte hatte ja funktioniert also musste mein Konto ja zwangsläufig gedeck sein!

Nein. Erstens findet nicht bei allen EC-Kartenzahlungen eine Prüfung des verfügbaren Betrages statt, und zum Anderen ist es selbst dann ggfs. möglich, dass der Transfer fehlschlägt. Letzteres aber sehr selten.

Ist es Rechtens mir ohne vorherige Zahlungsaufforderung direkt ein Inkasso Büro auf den halz zu jagen

Ja. Ist aber Privatvergnügen des Gläubigers. Eine Zahlpflicht seitens des Schuldners für diese Beauftragung ensteht hier exakt niemals.

das fast 100€ mehr verlagt als die Zahlung die ich getätigt habe?

Normal. Das Inkasso ignorieren, dem Gläubiger die € 40.-- samt geschätzten € 15.-- für die Auslagen überweisen, fertig. Bettelbriefe des Inkassos kompostieren. Nachteilig wirkt sich hier aus, dass dem Gläubiger durch die Identitäts- und Adressermittlung des Schuldners in der Tat nicht unerheblicher Aufwand entsteht.

Hast du mal deine Kontoauszüge kontrolliert und den EC Beleg zur Hand (werde Leute nie verstehen die sowas nicht aufbewahren).

Konnte die Abbuchung nicht eingelöst werden entsteht automatisch Verzug. Eine Mahnung oder ähnliches ist nicht erforderlich.

Du schuldest also die 40,- € zzgl. der Kosten für die Rücklastschrift (mind. 3,65 €) und der Auskunftsgebühr. Denn deine Bank gibt deine Daten nicht unentgeltlich heraus. Diese Auskunft kostet i.d.R. 10-20,- €.

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Nun habe ich ein schreiben von einem inkasso-unternehmen vorliegen mit einem forederungsbetrag von 88,12€

Habe mir nun im Internet ein paar Artikel dazu durchgelesen aber habe immer noch ein paar fragen.

Wird die Zahlung anerkannt wenn ich die Hauptforderung + Bankrücklastschriftskosten direkt an die Tankestelle bezahl mit dem Verwendungszweck: "Hauptforderung + Bankrücklastschriftskosten vom (Datum)" ?

und muss ich die restlichen Gebühren an das Inkassounternhemen bezahlen? Habe im Internet gelesen das das aufhalsen von inkassokosten an finanzschwache Menschen nicht rechtmäßig ist und ich als minijobber gehöre nicht gerade zu den gutverdienenden menschen.

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