Ohne Leine laufen lassen

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Nie hinter dem Hund her hechten, um ihn anleinen zu können. Die Hündin ist jetzt in dem Alter, dass die Grenzen antestet und versucht, deine "Autorität" zu erproben.

Mit Autorität ist hier nicht Strenge gemeint, sondern dein natürliches, souveränes Auftreten, diene eigene innere Sicherheit, der Chef zu sein. Also sei cleverer als die Hündin. Das muss (logischerweise) an einem verkehrssicheren Platz trainiert werden.

Bau Versteckspiele in eure Spazier"übungen" ein, so dass die Hündin sich angewöhnen muss, dich im Blick zu behalten, wenn sie dich nicht aus den Augen verlieren will. In diesem Alter ist ja das Selbstbewusstsein etwas gewachsen, sie traut sich mehr und in der festen Gewissheit, dass du ihr schon nciht abhanden kommst, entfernt sie sich von dir über das akzeptable Maß hinaus.

Versteck dich hinter irgendeinem Baum oder Busch, während sie grad mal abgelenkt ist. Wenn du beschließt, dass jetzt der Heimweg angetreten wird, ruf sie einmal, dreh dich dann um und geh zielstrebig weg. Du kannst sicher sein, sie wird ihr "Rudel" nicht freiwillig verlieren. Wenn sie dir dann folgt, tu so, als sei das völlig normal; irgendwann wird sie dir mal so nahe kommen, dass du sie schnell (aber nicht hektisch) am Halsband fassen & anleinen kannst.

Du kannst ihr dann zwar ein Leckerli geben, aber ich würd es NICHT tun, denn ich erwarte das Normalste und Selbstverständlichste von der Welt, wenn ich erwarte, dass meine Hunde mir folgen und sich anleinen lassen. Es gehört sich so und wird - einfach nur mit einem zufriedenen Lächeln, mit zwei, drei freundlichen Worten ("Du bist LIEB! " ist ein Begriff, den sie als positives Feedback kennen) und einem lächelnden Gesicht belohnt, aber nicht mit überschwänglichem Getue oder Leckerli. Wenn Leckerlis als Belohnung nicht.

In Gegenden, wo Autoverkehr herrscht, kannst du auch mit Schleppleine arbeiten. Einfach Schleppleine loslassen, die Hündin laufen lassen, so dass die Leine hinterher schleift. Wenn du sie dann rufst und dich zum weggehen aufmachst, und sie folgt dir dann - entgegen allen Erwartungen NICHT, hast du immer noch die Chance, das Ende (oder irgendein anderes Stück) der Schleppleine zu suchen, um draufzutreten und die Hündin "herbeizuangeln". In dem Fall würd ich versuchen, das Kommando "komm" oder "hier!" nochmal zu geben und ihr deine Zufriedneheit zeigen, wenn du sie zu dir herangezogen hast. Ob man dann mit Leckerchen belohnt oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Ich würde schlicht und einfach nicht bei jeder befolgten Anweisung mit Leckerchen belohnen, denn ganz offensichtlich zeigt dir die Hündin ja, dass ihr Leckerchen sch..egal sind. Entweder steigst du um auf andere Leckerchen, die für sie was ganz Besonderes sind (z.B. kann man ein paar gefrorene Hühnerherzchen in einer Plastiktüte mitnehmen und als Belohnung einsetzen, das ist für meine immer das non-plus-ultra, mit dem ich sogar meinen türkischen "Schatzemann" dazu gebracht habe, sich auf Kommando zu mir zu bequemen und sich genau vor mir ins "Sitz" zu begeben.) .... oder du machst die Leckerchen wieder zu was ganz Besonderem, indem du sie zur Rarität für ganz besondere Anlässe machst.

Ich hab mich da ein bisschen missverständlich ausgedrückt, was das Versteckspiel betrifft. Wenn die Hündin an irgendeiner Sache so interessiert ist, dass sie es wichtiger findet, als dich im Blick zu behalten, verschwinde schnell und leise hinter einem Busch oder Baum. Du kannst sie dabei sicher ein bisschen im Blick behalten und wirst feststellen, dass sie recht schnell bemerkt, dass du weg bist. Hunde behalten ihr Rudel nämlich immer aufmerksam im Blick, wenn sie gemeinsam unterwegs sind und schauen wirklich alle paar Sekunden danach, ob die anderen noch da sind, wohnin sie gehen, ob sie die Richtung ändern etc. Dann bitte mucksmäuschenstill verhalten - der Hund wird, wie sich das für einen 6 monatigen Junghund "gehört", direkt versuchen, den Anschluss ans Rudel wiederzufinden - (es sei denn, dass sie so nahe am heimatlichen Bau sind, dass sie innerhalb kurzer Zeit und ohne Führung heimlaufen könnten! Also bitte die Übungen nicht unmittelbar 20 m neben dem Zuhause abhalten)

Sie wird dich auch relativ rasch finden, denn sie weiß, wo sie dich zuletzt gesehen hat und wo sie ungefähr deine Spur aufnehmen kann. Und wenn sie dich wiederfindet und sich wie Bolle freut, darfst du natürlich auf das Begrüßungsritual eingehen - und auch mal ein Leckerchen verabreichen, da sie ja eigenständig die richtigen Schritte unternommen hat, um ihr "Rudel" wieder zu finden.

Und wie hier von den anderen Hundekennern schon z.T. gesagt wurde: Nicht direkt anleinen. Sie muss erst (wieder) lernen, dass auf "komm" Ruf folgen nicht unbedingt gleichbedeutend mit "anleinen und heimgehen" ist.

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@Brigitta270755

Aber um das zu testen muss ich sie ja wieder ohne Leine laufen lassen oder?? Ich hab echt angst das sie sich wieder nicht anleinen lässt und ich dann wieder das problem hab, das ich sie allein nicht mehr bekomm. Will halt nicht das ihr was passiert. Ich lass sie schon immer am Waldrand oder so laufen, aber auch da fahren halt manchmal ein Traktor vorbei, die ist so klein, die übersieht man bestimmt mal!

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@Quiri

Du solltest sie prinzipiell erst mal gar nicht frei laufen lassen. Denn sie bekommt dadurch genug Gelegenheit dein Kommndo zu ignorieren und /oder es verzögert auszuführen. Das Versteck-dich klappt auch nur bei Hunden, die eine gute Bindung zu ihrem Menschen haben. Ich kenne genug Leute, die sich verstecken und der hund ist das einfach weg... Wie willst du sonst deinen Hund sanktionieren, wenn er nicht an der Leine ist und nicht hört? ;) Daher SchleppleinenTRAINING

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Deine Hündin ist jetzt quasi in der Pubertät und testet ihre Grenzen aus. Hinterherlaufen geht nicht, die halten das für ein Spiel. Hört sie evtl. auf Sitz oder Platz, dann solltest du das ausprobieren. Oder einfach in die andere Richtung laufen. Grundsätzlich wirst du aber nochmal klar machen müssen, wer im Rudel das Sagen hat. ;-)

Wie kann ich das denn machen, ich mein klar an der leine hört sie gut auch zuhause weiß sie was sie darf und was nicht ( meistens ) aber sobald die leine weg ist, macht sie was sie will.

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@Quiri

du mußt sich für sie interessanter machen,als die umwelt..finde heraus,worauf sie abfährt.laufen springen hüpfen --mach den hampelmann,hauptsache du hast ihre volle aufmerksamkeit.und in der tasche immer was leckeres und passendes timing üben mit der belohnung.eigentlich hättest du das schon machen müssen ,als sie noch ohne leine auf dich gehört hat.natürlich muß ein hund lernen an der leine zu laufen,aber normalerweise muß er in erster linie auf dich geprägt sein und du solltest für ihn der nabel der welt sein,dem er immer in der nähe sein will.

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@Quiri

Deswegen kommt für die nächsten 3 bis 4 Monate die Schleppleine (ab 10m aufwärts) dran. Und dann wird trainiert bis zum umfallen. Der hund hat dann keine Gelegenheit dein Rufen zu ignorieren. Und wenn er, wie du sagst, an der Leine gut hört, noch besser. ;) Dann kommst du eben schneller voran beim Training. Du kannst eher zu dem Schritt über gehen die Leine los zu lassen und kannst immer noch eingreifen. Wenn es für deinen hund nur das Gefühl der Leinenlosigkeit ist, wofür er nicht mehr hört, dann kauf die eine Schleppi, kürze sie und lass sie am hund dran, damit er merkt, dass er noch was an sich dranhängen hat.

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  1. NIE hinter dem Hund herlaufen!
  2. NIE nach dem Hund "grapschen" und versuchen ihn zu erwischen. Schon gar nicht von oben!
  3. Steig mal eine Weile auf auschließliche Handfütterung um. Das heißt, dass der Hund ab sofort kein Futter mehr zu Hause aus dem Napf bekommt. Das Trockenfutter steckst Du Dir in die Tasche und verfütterst es auf Spaziergängen. Aber nur wenn Du den Hund gerufen hast und er spätestens nach dem zweiten Rufen bei Dir ist. Sonst gibt es eben nix! Gefüttert wird immer dicht am Körper, so dass Du problemlos mit der zweiten Hand den Hund anfassen kannst. (Von unten ans Halsband oder seitlich ins Geschirr). Lässt er sich nicht anfassen, gibt es kein Futter.

Anfangs übst Du das nur ohne Ablenkung. Entweder durch Schleppleine gesichert oder im umzäunten Bereich.

Anfangs zeigst Du ihm noch das Futter. Später holst Du es erst aus der Tasche, wenn er bei Dir ist, damit er auch dann kommt, wenn Du nichts in der Hand hast.

Klappt das alles gut - dauert meist maximal zwei Wochen - gibt es wieder langsam immer mehr Futter auch zu Hause aus dem Napf und stattdessen Leckerlie, Spielzeug oder auch nur Lob (falls Dein Hund drauf steht) zur Belohnung.

Ganz wichtig: Ruf ihn oft auch einfach nur so und leine ihn nicht jedes Mal an (fass trotzdem jedes Mal das Halsband als wolltest Du ihn anleinen), sondern schick ihn wieder laufen. Lein ihn mal an, spiel mit ihm oder fütter ihn an der Leine und lass ihn danach wieder laufen. Er soll lernen, dass Anleinen nicht grundsätzlich "Schluss mit Action" bedeutet, sondern dass es schön sein kann zu Dir zu kommen und angeleint zu werden.

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