Ohne Grund auf Autobahn Gebremst bin ich Schuld?

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15 Antworten

1) auf der Autobahn herrscht eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Wenn du dich dazu entschließt, schneller als das zu fahren, dann ist das zwar erlaubt, aber die Versicherung könnte womöglich Probleme bereiten (wäre froh, wenn das jemand bestätigen könnte - so genau weiß ichs nämlich leider nicht)

2) Der Sicherheitsabstand beträgt mindestens "halber Tacho". Bei 145 km/h sind das gute 70m. Wenn du zum Zeitpunkt der Bremsung deines Vordermanns 35m Sicherheitsabstand hattest, ist das exakt die Hälfte. Das wird man dir ankreiden.

Es ist bei 80m schon schwer bis fast unmöglich aus 145 km/h rechtzeitig zu reagieren und ebenfalls zu bremsen. Bei 40m ist es schlicht unmöglich. Dein Unfall tut mir sehr Leid, aber ich würde in Zukunft darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, schneller als 130 zu fahren und wie viel Sicherheitsabstand wirklich "Sicherheit" bedeutet.

Davon abgesehen kann dir ein Verkehrsanwalt sicher helfen. Die finden immer noch irgendwas.

Zwar ist immer der auffahrende in erster Linie schuldig, doch kann es mindernde Umstände geben, eben jene von denen du gerade gesprochen hast, aber inwiefern du gegen irgendetwas vorgehen kannst, solltest du tatsächlich erst einmal mit einem Fachanwalt beraten, gibt auch im Internet die "Erste Frage Umsonst" Seite "Frag einen Anwalt".

Tsy96x 06.04.2017, 11:01

Juristisch vollkommen falsch. Es ist immer der Schuld, der vorsätzlich oder fahlässig einen Unfall herbeiführt.

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FragaAntworta 06.04.2017, 11:18
@Tsy96x

Dann lies das Urteil einmal durch du Besserwisser:

Das OLG Karlsruhe (Urteil vom 20.12.2012 - 9 U 88/11) hat entschieden:

Bei einem Auffahrunfall wird der Anscheinsbeweis für einen schuldhaften Verkehrsverstoß des Auffahrenden (zu geringer Abstand und/oder Unaufmerksamkeit) in der Regel auch dann nicht erschüttert, wenn der Fahrer des vorderen Fahrzeugs ohne verkehrsbedingten Anlass eine abrupte Bremsung durchgeführt hat.
    Bei einer abrupten Bremsung ohne äußeren Anlass liegt allerdings gleichzeitig ein schuldhafter Verkehrsverstoß des vorausfahrenden Fahrzeugführers vor; bei einem Auffahrunfall kann eine Haftungsquote von 50 % in Betracht kommen.
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Sei erst einmal froh, dass der Unfall so glimpflich abgelaufen ist! :-)

Wenn dein Unfallkontrahent an der Unfallstelle zugegeben hat, eine Vollbremsung gemacht zu haben, dann muß er diese Aussage nicht notwendigerweise aufrechterhalten. Sein Anwalt würde ihm vermutlich sowieso davon abraten. Dann bist du in Beweisnot und er hat wahrscheinlich keine Mitschuld. Es stünde Aussage gegen Aussage.

Was der Unfallgegner am Unfallort gesagt hat, ist nicht immer maßgebend, weil er unter Schock gestanden haben kann. So wird häufig argumentiert.

Ich bin keine Verkehrsrichterin, aber ich könnte mir vorstellen, dass ein Strafgericht deinen Sicherheitsabstand immer noch für zu gering hält, denn sonst wärest du nicht aufgefahren. Auch in diesem Falle hättest du die alleinige Schuld.

Wie dem auch sei, ich kann den Sachverhalt nicht beurteilen. Ja, du solltest dir einen Anwalt nehmen.

Gute Besserung! :-)

Dich trifft zumindest eine Teilschuld. Der Abstand ist in deiner Verantwortung.

MrMoccachino 06.04.2017, 10:36

Teilschuld ist zu wenig. Beim Auffahrunfall geht es immer Richtung 100%

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GrammaXCo 06.04.2017, 10:37
@MrMoccachino

Bei einer Unbegründeten Bremsung ist der Vordere Schuld.
Das darf man nicht...
aber in dieser Situation 50/50 sag ich mal

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Auch wenn die 13ü auf der Autobahn nur eine Richtgeschwindigkeit ist, ist dies zwar erlaubt, aber sozusagen auf eigene Gefahr.
BGH hat entschieden, dass eine Überschreitung eine volle Schuld und eine Beweislastumkehr zur Folge hat.

Vgl. BGH VI ZR 62/91
https://www.jurion.de/urteile/bgh/1992-03-17/vi-zr-62_91/

Beim Abstand gelten folgende, auch durch richterliche Urteile anwendbare Regeln:
- Halber Tacho
- Unterschreitung max. 3 Sekunden oder
140m

Vgl. OLG Hamm 1 RBs 78/13
https://openjur.de/u/640018.html

In dem Zusammenhang gilt aber auch, dass nicht zwingend notwendiges starkes Bremsen verboten ist.

Vgl. https://dejure.org/gesetze/StVO/4.html

Wird wohl, je mach Beweisbarkeit auf eine Teilschuld hinauslufen.
Nach welcher Quote - entscheidet Gutachter oder Richter

Bei 145 sind ja 30-40 Meter Sicherheitsabstand schon ziemlich knapp.

Ob deshalb die gesamte Schuld bei Dir hängen bleibt, ist aber nicht klar, denn man muss ja nichtunbedingt mit einer unmotivierten Vollbremsung rechnen.

Sieht nicht gut für dich aus, nimm einen Anwalt. Die Regel ist die wer auffährt hat Schuld. Was es an Ausnahmen geben kann solltest du für dich prüfen. Du kannst von ihm nicht verlangen das er hinten auch Augen hat und sein fahren nach dem Hintermann ausrichtet.

Er hat mir auf der Überholspur noch gesagt er seie Abgerutscht und habe deshalb die Bremse Getreten..

bestimmt nicht bis zum Stillstand - was wird noch verschwiegen? 

zu dem Zeitpunkt waren es ca. 30-40 Meter

und damit schon eine eklatante Unterschreitung, das war bereits die Hälfte dessen, was eigtl. die Rechtssprechung sagt

Topic2 06.04.2017, 10:41

Das ist das was er mir Sagte, er sagte er seie Abgekommen vom Gas Pedal und auf das Bremspedal gekommen, und habe sich da irgendwie verkeilt. 

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peterobm 06.04.2017, 10:49
@Topic2

mag sein, deswegen war dein Abstand trotzdem zu gering - Teilschuld

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Erster Grundsatz.....

Wer auffährt ist schuld.

Zweiter Grundsatz....

mündlich ist unerheblich, die Aussage, dass er versehentlich auf die Bremse getreten ist halte ich für wahnsinnig wichtig. Diese brauchst Du schriftlich und von ihm unterschrieben. Das ist mit Sicherheit für eine eventuelle Verhandlung und vorallem für Ausgleichsansprüche sehr wichtig.

30 - 40 Meter Abstand.... bei 140/h .... Ist schon sehr gering..... und spielt auch eine große Rolle

Topic2 06.04.2017, 10:42

Leider hat er mir die Aussage NICHT schriftlich gegeben, Und versucht jetzt (Versicherungsschreiben ist bereits da) Seinen Schaden über meine Versicherung zu Bezahlen, wobei Ich und mein Vater (POK) eher von Versicherungsbetrug ausgehen. 

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HPG66 06.04.2017, 13:55
@Topic2

Wünsche Dir viel Glück

(Hatte übrigens einen ähnlichen Fall auf der A3 vor ein paar Jahren. Ich wurde überholt, setzte sich vor mich, bei 180/h auf 40km/h runter gebremst, allerdings zum Glück ohne Crash)

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Gegen was denn angehen? Du fragst doch erstmal ob du Schuld hast. Ja du trägst auf jeden Fall eine Teilschuld. Zum einen hattest du einen zu geringen Sicherheitsabstnad und zum anderen bist du drauf gefahren. Allerdings ist eine Vollbremsung auf der Autobahn nicht erlaubt. Hier könnte es für den Unfallgegner sogar strafrechtliche Konsequenzen geben.

Von über 100 auf 0 bremst man auch nicht mal eben aus Versehen. Heißt für mich, entweder lügst du oder du bist besonders Naiv, wenn du das glaubst. Was sagte denn die Polizei am Unfallort?

Topic2 06.04.2017, 10:38

Polizei wurde auf der Anfahrt bereits wieder abbestellt. 

Ich glaube Ihm das ja nicht das er das Ausversehen gemacht hat. 

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offeltoffel 06.04.2017, 10:41
@Topic2

Erzähl doch nicht so einen Quatsch! Wenn auf der Autobahn ein Auffahrunfall passiert, bei dem es sogar zu einem Schleudertrauma kommt, dann lässt sich die Polizei nicht abbestellen. Die kommt mit Tatütata und nimmt alles zu Protokoll - aus genau diesem Grund!

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Kiboman 06.04.2017, 10:43
@Topic2

aus versehen eine vollbremsung aus über hundert sachen ist wohl ausgeschlossen.

wenn man aus versehen stark bremst, da kann man streiten, aber nicht bis zum stillstand, dann sollte seine fahrtüchtigkeit angezweifelt werden.

und dann die Polizei abbestellen?

da is doch was faul.

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HPG66 06.04.2017, 10:44
@Topic2

Ob "versehentlich" oder sogar in grober Absicht, entscheiden ist erstmal, dass es klar ist, dass er eine Vollbremsung bei 145/h durchgeführt hat

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Pucky99 06.04.2017, 10:46
@HPG66

Es macht einen Unterschied ob es fahrlässige Köperverletzung oder versuchter Mord ist.

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offeltoffel 06.04.2017, 10:40

Von über 100 auf 0 bremst man auch nicht mal eben aus Versehen. Heißt für mich, entweder lügst du oder du bist besonders Naiv, wenn du das glaubst. Was sagte denn die Polizei am Unfallort?

Genau das dachte ich mir auch. Wer erzählt so einen Blödsinn...der andere Fahrer oder der Fragesteller?

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Violetta1 06.04.2017, 10:44
@offeltoffel

Und genau wegen so was kommt die Polizei auch. Allmählich frage ich mich, ob das ein Troll-Einsatz war.

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Topic2 06.04.2017, 10:45
@offeltoffel

Die Polizei Lässt sich Abbestellen, wenn man Anruft und sagt es ist ohne Personenschaden Passiert Fragen die ob sie gebraucht werden, und wie ich im Nachhinein erfahren habe hat der Unfallgegner sie Abbestellt.

Und Das er Abgerutscht sei hat er mir Tatsächlich auf der Autobahn erzählt. 

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Pucky99 06.04.2017, 10:51
@Topic2

Dann bist du also wohl einfach nur besonders naiv. Das gute ist, du kannst jetzt sagen, dass du genügend Abstand hattest. Das wird wohl keiner mehr nachprüfen können.

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Du hast zu wenig Abstand Gehalt und bist in der Regel 100% schuld. Allerdings kann ein Anwalt Vlt. Ein paar Prozent rausholen, da er ja nicht einfach grundlos Bremsen darf.

Du hast nicht den Abstand eingehalten, somit bist du schuld.

Man sollte auf solche Fälle immer vorbereitet sein.

Da wird beide eine schuld treffen. 

Einmal bremsen ohne grund, das andere mal zu geringer abstand.

Sollte ich mir einen Rechtsanwalt nehmen und gegen angehen?

Ja ! Hat der Unfallgegner , er seie Abgerutscht und , dies auch bei der Polizei so ausgesagt ?

Das LG Dortmund sagt nämlich zu so einem Bedienungsfehler das der Auffahrende nur 30% schuld sei . LG Dortmund 16.1.02, 21 O 187/01, rkr

Also gute Chance deinen Schaden und die Schmerzen zu 70% ersetzt zu bekommen . Dazu bräuchtest einen Rechtsanwalt mit Fachrichtung Verkehrsrecht .

http://www.iww.de/va/archiv/unfallschadensregulierung-vordermann-verbremst-sich-ueberwiegende-haftung-bei-bab-auffahrunfall-f44655

 

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