Ohne Antibiotikum, gefährlich?

10 Antworten

Antibiotika haben Millionen Menschen das Leben gerettet.

Doch durch den massiven Einsatz haben sich Resistenzen gebildet, sodass die Antibiotika heute immer unwirksamer werden.

Für den Körper aber sind diese Bakterien (gegen Viren werden keine Antibiotika eingesetzt) nicht gefährlicher als früher. Du bekommst nur einfach keine wirksame Hilfe mehr, wenn dein Körper mal nicht mehr mit den Bakterien klarkommt. So wie vor 70 Jahren.

Es gibt aber Alternativen. An denen lässt sich nur nicht so viel Verdienen, da jeder Arzt die "Medikamente" selbst herstellen lassen könnte.

Die Phagentherapie. Phagen, Viren, die genau die krank machenden Bakterien angreifen und zerstören. Völlig nebenwirkungsfrei und sehr sehr schnell und effektiv. In Osteuropa sehr gebräuchlich. Im Westen hat und hatte man die Antibiotika.

Der einzige Nachteil, dass diese Viren erst für den eigenen Krankmachenden Keim "gezüchtet" werden müssen. Das dauert ein paar Tage, die man bei einer schweren Infektion vielleicht nicht hat.

In 50 Jahren aber, wird diese Phagentherapie auch im Westen verbreitet sein. Heute ein Problem, da du in Deutschland einen Arzt finden musst, der das Risiko trägt. Da er selbst das Heilmittel herstellen muss. Bei einem Antibiotikum trägt er dagegen kein rechtliches Risiko.

Das Pflegepersonal im Krankenhaus läuft übrigens zu 80 % selbst mit multiresistenten Keimen wie MRSA herum. Ohne Symptome. Da das eigene Immunsystem auch diese Keime ganz normal in Schach halten kann. Erst wenn es geschwächt wird, kann es zu einem Krankheitsausbruch kommen, bei dem dann die Antibiotika nicht mehr helfen.

Ein paar Beispiele, wie Antibiotika helfen: Früher starben bei großen Scharlach-Epidemien viele Kinder+Erwachsene - heute wird Scharlach mit Penicillin bekämpft.

Die Opferzahlen der Spanischen Grippe (ab 1918) waren unter anderem deshalb so hoch, weil viele Patienten nach einer starken Virus-Grippe eine bakterielle Folgeinfektion bekamen, die häufig tödlich endete.

Heute bekämpft man die sog. Sekundärinfektionen mit Antibiotika, und wenn ein Patient ansonsten gesund ist, übersteht er Grippe+Sekundärinfektion ohne Schaden und ohne Krankenhausaufenthalt.

Beim Einsatz von A. besteht immer die Gefahr, dass sich Resistenzen bilden, und es gibt mittlerweile zu jedem gängigen A. resistente Bakterienstämme. Die Wissenschaft arbeitet deshalb an Medikamenten, bei denen Resistenzbildung schwieriger ist, z.B., weil sie ein Bakterium an vielen Stellen gleichzeitig angreifen.

Was man selbst tun kann, damit keine neuen Resistenzen entstehen: Nur bei absoluter Notwendigkeit A. nehmen, nicht bei einer normalen Erkältung (manche Ärzte verschreiben das leider). A. immer genau nach Anweisung und vor allem lange genug nehmen.

Gegen Viruserkrankungen hilft kein Antbiotikum.

Gegen bakterielle Infektionen hilft Antibiotikum. Würde es das nicht mehr geben, würden Infektionen (wieder) sehr gefährlich, weil es kein Mittel mehr geben würde, dass hilft, diese Erkrankungen zu bekämpfen.

Was jetzt gefährlicher ist, Bakterien oder Viren, kann man so pauschal nicht sagen, denke ich. Sie sind beide gefährlich. Es gibt bei bei beiden "Arten" Krankheiten, an denen man auch heute noch sterben kann.

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