Oft wird als Begründung für diverse Vorgehensweisen gesagt "Früher hat man das schließlich auch so gemacht"... sind diese Leute krank?

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12 Antworten

Hallo RomanAtwood,

Das ist ein sogenanntes Killerargument. Es ist nicht wirklich ein Argument. Es diskredidiert denjenigen, der etwas Neues Vorschlägt und impliziert: "Wir machen das schon immer so, wenn das falsch wäre, dann wären wir ja blöd!" Oder: "Ich lasse mir doch von einem Grünschnabel wie Dir nicht sagen, was ich tun und lassen soll!" Oder irgendetwas in der Art. Wäre das anders, dann könnten die Leute ja sachlich über das Für und Wider reden. Aber genau das wollen sie damit abwürgen.

Ist nicht nett, ich bezeichnes das als Pöbelei! Wenn Du Augen und Ohren offen hältst, dann findest Du noch viele solche Killerphrasen, die Dir erst einmal die Luft ob ihrer grenzenlosen Dummheit rauben. Aber genau genommen ist das schlicht und ergreifend Müll!

LG

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Wenn man jünger ist, hat man mehr Möglichkeiten und ist flexibler, was seine Lebensgestaltung anbelangt.

Je älter man wird und je festgelegter (20 Jahre in einem Beruf, Jahrzehnte am gleichen Ort mit Eigenheim, Familie mit mehreren schulpflichtigen Kindern, die pflegebedürftigen Eltern), umso weniger kann man spontan und flexibel reagieren, einfach wegziehen, einfach ein Jahr "Work ´n´travel" quer durch die Welt reisen, einfach ein ganz anderer Job ...

Irgendwann hat vermutlich jeder so eine Sehnsucht nach der Jugend mit seinen vielen Möglichkeiten und stellt fest, dass man immer eingeschränkter wird.

Das ist vielleicht die eine Seite dieser Redewendung.

Die andere - wir lernen etwas von unseren Eltern, wir leben diese Dinge auch in unserer Kindheit, es sind gewisse "Sicherheiten" - das ist so so und so und unveränderlich.

Und plötzlich ändert sich eine solche Regel, ein Gesetz, der gesellschaftliche Blick auf etwas.

Ich überlege mal, was mir spontan einfällt:

- früher hatten Kinder vor dem Lehrer Respekt und Lehrer war ein respektabler Beruf
- früher durfte man seinen Kindern ein paar hinter die Ohren hauen
- früher gehörten Frauen an den Herd
- früher haben sich die erwachsenen Kinder um die pflegebedürftigen Eltern gekümmert 

Wer 50 Jahre mit der "Sicherheit" gelebt hat, dass die verheiratete Frau ihrem Mann zu gehorchen hat und für Ehemann, Kinder und Haushalt da ist, der wird sich schwer tun mit der Gleichberechtigung der Frauen, finanziell und in der Arbeitswelt. Und vielleicht noch viel mehr damit, eine jüngere unverheiratete Frau als Chefin vorgesetzt zu bekommen.

Wer bis zum Alter lediglich Briefe geschrieben hat oder telefoniert, der wird sich mit Handy und PC schwer tun, erst recht, da man 1. nicht mehr so lernfähig ist und 2. das Hintergrundswissen fehlt, das die Kids ja schon in der Schule mitbekommen.

Wenn mich der Alltag mit seinen technischen Neuerungen und seiner Schnelllebigkeit überfordert und ängstigt, dann sehne ich mich nach den Sicherheiten, mit denen ich früher gelebt habe. Und die müssen dann eben besser gewesen sein - basta. Wer gibt schon gern zu, dass der moderne Alltag ihn irgendwie abgehängt hat. Und was ich nicht verstehe und beherrsche, das verunsichert mich oder macht mir Angst. Also war das Alte eben besser, dmit hab ich mich ausgekannt.

Meine 60-jährige Nachbarin lässt sich nach einem Stromausfall die Radiosender neu einstellen, weil - packt sie nicht so richtig.

Die beiden 80+ über mir skypen mit den Enkeln, bestellen bei Amazon, ersteigern bei ebay und machen alles mögliche online - "ich bin ja wohl zu alt, um da überall noch persönlich hinzurennen" sagt sie und schenkt ihrem Mann zum Geburtstag einen neuen Laptop.

Das Wissen, was in den letzten 2 Jahrzehnten dazugekommen ist, hätte vor 50 Jahren für mehrere Generationen gereicht.

Da muss man schon aufpassen, dass man nicht auf der Strecke bleibt und sich irgendwann nur nach der schönen alten Zeit sehnt.

Sorry für den langen Text

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Manchmal sind solche Argumente tatsächlich nur faule Ausreden und total daneben, speziell, wenn es sich um ehtische Dinge handelt und selbstverständliche Rechte anderer gebeugt werden.

In den meisten Alltagsfällen stecken dahinter aber nur liebgewonnene Gewohnheiten. Vieles mag angesichts "modernen" anderen Verhaltens als umständlich und überholt erscheinen, doch viel Übung und Gewöhnung an Umständlichem erfordert sehr oft weniger Zeitaufwand als unzureichend Beherrschtes, das zudem komplett ungewohnt ist.

Mit sozialen Ansichten ist es ähnlich. Wer sich an bestimmte Umstände lange genug gewöhnt hat, der hat diese auch an jede Menge Bereiche seines sonstigen Lebens angepaßt. Ein plötzliches "es ganz anders machen" kann dann schnell bedeuten, jede Menge bisherige Dinge aufzugeben und dann mit vielem nicht mehr zurecht zu kommen.

Für falsch halte ich es aber, wenn mit der Begründung "so war es früher auch" oder "ich habe es immer so gemacht" es von anderen stur zu verlangen, obwohl diese es anders wollen.

Aber auch das ist nicht allgemein gültig. Wenn ein Arbeitgeber sagt "so haben es schon meine Eltern gemacht", dann ist es meistens nutzlos, dagegen zu opponieren, weil das leicht den Job kosten kann.

Auch eine mögliche Befürchtung, daß das Festhalten an vielleicht längst überholten Dingen fortschritthemmend sei, halte ich in solchen Punkten für unbegründet. Alleine das Heranwachsen von Nachfolgenerationen sogt aus sich selbst heraus für notwendige Veränderungen. Das Festhalten der älteren Generation an früheren Gewohnheiten sorgt dagegen dafür, daß ein Wandel so weit gehemmt wird, daß möglichst wenige Menschen durch einen zu schnellen Wandel überfordert werden.

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Welche Pathologie hätten sie denn im Sinn, Kollege?

Im Ernst. Tradition ist ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Gesellschaft. Ohne die würden wir heute noch in Höhlen leben. Und ganz bestimmt meinen die Leute, die das sagen nicht Sex mit Minderjährigen oder Faustrecht. Du solltest differenzieren in jedem einzefall und sehen was genau gemaint ist.

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Jeder lernt als Kleinkind, "wie die Welt funktioniert" (d.h. vor allem, wie das Zusammenleben in der Familie funktioniert, wer was macht und darf usw.).

Das ist dann ganz tief verankert und kaum noch zu ändern - so wie es in der Kindheit war, so empfindet jeder es als "normal", "richtig", "natürlich". Alles was später dann anders ist, wird immer erst damit verglichen wie es in der Kindheit damals "ursprünglich" gewesen ist.

Mit anderen Worten:  da steckt kein logisches Argument dahinter, es ist gar keine "Begründung" - es ist einfach ein Standpunkt, der in der Kindheit festgelegt wird: jeder "steht" in dert Zeit, wo er aufgewachsen ist, und beurteilt die Welt von diesem Standpunkt aus.

Das ist völlig normal und nicht zu ändern, damit musst Du leben.

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weil sie so aufgewachsen sind und erzogen wurden, was früher normal oder wichtig war, gilt oft nicht mehr, das verwirrt und ist unfein... stell dir vor, du kommst mit einer Zeitmaschine in die Zukunft, und alles was du für richtig hältst ist dort falsch und umgekehrt...

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Weil diese Menschen es noch so kennen und es sogar Vllt bei gebracht (erzogen wurden) z.b meine Nachbarin wurde 90 und sagt auch sehr oft bei manchen Sachen früher war das und dies besser weil sie mit dem fort Schritt nicht mit halten kann bleibt ein Teil in der vergangenenheit also (früher) sie sagen es halt weil es sowas bei innen nicht gab und sie es nicht verstehen ;)

So xD hoffe kommt einiger Maßen gut erklärt rüber xD

Mfg fallimo

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Wenn man früher schon so gesprochen,und kuzsichtig gehandelt hätte,würden wir Heute noch auf den Bäumen sitzen

Da ist wohl auch etwas Sicherheitsdenken dabei,ja nichts ändern,es könnte mir danach ja schlechter gehen.

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Das hat nichts mit "konservativ" zu tun. Aus solchen Leuten spricht Lebenserfahrung.

Allerdings ist e nicht verkehrt, sich dem Neuen gegenüber aufgeschlossen zu zeigen.

Ich selbst hatte werde Handy, Internet und co. - gabs noch gar nicht. Jetzt habe ich es - und meine Kinder auch.

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Das sind meistens "Zukunftsverweigerer", die haben einfach nur Schiss vor Veränderung und halten deshalb an ihrem alten Gedöns fest...

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Früher war alles (subjektiv) besser.

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Weil es bei manchen Dingen auch passt

Mein 12 jähriger Kind braucht kein 600€ Smartphone
Hatten wir früher auch nicht

Das kann ich zum Beispiel nachvollziehen

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Kommentar von RomanAtwood
04.10.2016, 11:45

600 € Smartphone ist ja auch dumm. Gibt schon sehr gute ab 150.

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Kommentar von Dave0000
04.10.2016, 11:45

Super Argument....

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