Offshore Firma / Briefkastenfirma – wie funktioniert das Steuern sparen und die Zahlungsströme in der Praxis?

... komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Da es hier noch keine richtige Antwort gab, gebe ich mal meinen Senf dazu.

Vorweg zu mir: Ich beschäftige mich seit längerem (geschätzt 1-2 Jahre) mit dem Thema Offshore Firmen und Steueroptimierung, konnte schon viel zu den Themen lernen und stehe selbst kurz vor der Gründung meiner ersten Offshore Firma.

Also:

Als Arbeitnehmer bringt das Steuern sparen gar nichts, da man sein Geld ausschließlich Netto ausgezahlt bekommt und das Geld somit bereits versteuert ist. Bei Selbstständigen ist das anders, die müssen sich selbst um das bezahlen der Steuer kümmern. In diesem Fall KÖNNTEN sie ein Konto irgendwo Offshore eröffnen und dort ihr Geld unversteuert lagern. Durch den CRS (Automatischer Informationsaustausch) der OECD (Vereinigung vieler Länder um Steuerhinterziehung zu verhindern) wird ein Großteil davon aber auch bald Geschichte sein (Achtung: es wird immer noch Schlupflöcher geben, bei denen deine Informationen nicht an dein heimisches Finanzamt übermittelt werden). Als Privatperson darfst du aber trotzdem überall auf der Welt ein Konto besitzen und dort Geld "bunkern". Das ist sogar eine gute Idee. Siehe Griechenland. Über Nacht kamen sie nicht mehr an ihr Geld bzw nur noch wenig Geld ran. Mit einem Konto im Ausland hätte man das umgehen können.

Unternehmen:

Die Besteuerung findet am Platz der geschäftlichen Leitung statt. Sprich werden die Entscheidungen des Unternehmens in Deutschland getroffen, ist man in Deutschland steuerpflichtig. Ausnahme ist, wenn man im Land der Auslandsfirma wirklich "Substanz" schafft. Sprich Bürogebäude mit Mitarbeitern usw. Ein reiner Briefkasten reicht in dem Fall nicht. Es muss ein gemietetes Ladenlokal/Büro mit Mitarbeitern vorhanden sein und das muss dem deutschen Finanzamt bewiesen werden (in dem Fall liegt man selbst in der Beweispflicht). Solange man also weiterhin in Deutschland sein Geschäft führt, die Rechnungen aber über die Offshore Firma ausstellt, ist man weiterhin in Deutschland steuerpflichtig. Dazu kann übrigens noch die Hinzurechnungsbesteuerung kommen, dazu bitte einmal Google verwenden. Problematisch in Deutschland ist auch, dass man durch die aktuellen Außensteuergesetze keinerlei Firma im Ausland besitzen darf (Ausnahme: Substanz ist vorhanden).

Aber es gibt auch Länder mit der sogenannten "Territorialbesteuerung". Darunter fallen z.B. Panama, Paraguay, Vietnam, Malaysia, Hong Kong, Delaware (USA), Wyoming (USA). Es gibt noch weitaus mehr, aber das sind so die bekanntesten.

Territorialbesteuerung bedeutet, dass man nur das inländische Einkommen versteuern muss. Im Fall einer Panama Firma muss also nur Einkommen, welches aus Panama kommt, versteuert werden. Das Einkommen aus dem Rest der Welt ist steuerfrei.

Zusätzlich gibt es z.B. in England, Irland und Malta die sogenannte "Non-Dom-Regelung". Dadurch zahlst du ebenfalls keine Steuern auf Auslandsgewinne. Bist du also z.B. auf Malta wohnhaft, hast deine Firma in Panama, welche ausschließlich Einkünfte außerhalb Panamas hat, sind deine gesamten Einnahmen steuerfrei - und das ganz legal.

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, steuerfrei zu leben und dabei zu reisen:

Sehr beliebt ist das bei Digitalen Nomaden mit einem Online Einkommen. Man ist nirgendwo (oder zumindest in einem Land mit Non-Dom-Regelung oder Territorialbesteuerung) fest wohnhaft und somit nicht steuerpflichtig (Achtung: Hierbei auch 183-Tage-Regelung, Lebensmittelpunkt usw beachten). Hat man dann noch eine Offshore Firma, kann man dieser Firma steuerfrei Gewinne entnehmen, da man in keinem Land der Welt (außer eben mit Territorialbesteuerung) Einkommenssteuerpflichtig ist.

Zusätzlich möchte ich hier noch einen Experten zu diesem Thema verlinken:

Christoph Heumann ist Prepetual Traveler (reist um die Welt und ist nirgendwo wohnhaft) und hat sehr viel Erfahrung zu diesem Thema. Darüber kann man in seinem Blog irre viel lesen. Sein Blog findest du hier:

https://staatenlos.ch/

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

es ist kompliziert (mir zu kompliziert, ich hätte auch nichts um es dort zu verstecken). Ein Beispiel: http://orf.at/stories/2332460/2332409/

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?