Offensichtlich große Mängel in der Elektroinstallation?

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  1. Wenn eine Fachfirma eine Elektroinstallation erneuert, erweitert oder anderweitig verändert, sind die Messwerte der Anlage/ des Anlagenteils an dem gearbeitet wurde zu dokumentieren. Diese Dokumentation solltest du dir, wenn noch nicht geschehen, aushändigen lassen.
  2. Ein (1 Stück) FI-Schutzschalter ist nicht genug, da müsste nachgebessert werden.
  3. Ein Spannungsprüfer ist nicht zwingend geeignet einen FI-Schutzschalter zu testen/ überprüfen.
  4. Die Testtaste sollte funktionieren.
  5. Wenn die Anlage neu ist gibt es keinen blauen Null.
  6. Ob etwas vertauscht wurde, kann man aus der Ferne nicht pauschal beurteilen.
  7. Das weitere Vorgehen würde bei mir wie folgt aussehen:

Dokumentation verlangen

Abnahmeprotokoll verlangen

Anlage erklären lassen (klingt schräg, muss aber sein)

Die vermeintlich gefundenen Mängel ansprechen (nicht von oben herab, sondern hilfesuchend - egal wie überlegen du dich fühlst)

Wenn die Fragen geklärt sind, Rechnung bezahlen.

Wenn nicht, dem Handwerker erklären das vor Bezahlung der Rechnung ein Sachverständiger die Anlage überprüft und wenn alles in Ordnung ist sofort die Rechnung bezahlt wird.

Dann einen öffentlich bestellt und vereidigten Sachverständigen der zuständigen HWK beauftragen die Anlage zu überprüfen.

Je nach Ergebnis mit dem Handwerker sprechen und Mängelbeseitigung einfordern oder direkt bezahlen.

Findet der SV Mängel, sind die Kosten dem Handwerker anzulasten, wenn keine Mängel da sind, zahlst du den SV selber und hast ein sicheres Gefühl.

Woher ich das weiß:Hobby – Ich spiele seit 70 Jahren mit dem KOSMOS-Experimentierkasten

Die Frage ist ja auch, ob ER eine Handhabe hat.

Wir haben ein Haus gekauft und sind vor kurzem eingezogen . Die Elektrik wurde vor kurzem erst neu gemacht durch eine Fachfirma.

Es steht leider nicht eindeutig geschrieben, ob das Haus mit den Mängeln gekauft wurde und die Elektrik durch die Vorbesitzer neu gemacht wurde, oder ob er das beauftragt hat, bevor er eingezogen ist. Wenn die Mängel beim kauf schon bestanden, kann er wahrscheinlich nichts mehr einfordern. Das hätten die Vorbesitzer dann machen müssen.

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@RareDevil

Aus der Frage:

Oder sollen wir gleich eine neue Firma beauftragen und die alte leer ausgehen lassen

Lese ich das der Fragesteller den elektriker beauftragt hat. Anders würde das Zitat wenig Sinn ergeben.

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Nun, ihr habt das Haus gekauft, dann müsst Ihr auch bezahlen. Ein Sachverständiger hätte im Vorfeld das Haus anschauen können, dann hättet Ihr eine Handhabe gehabt. Das ihr im Anschluss feststellt, das die Elektrik nicht Ok ist, ist wohl jetzt pech. Befragt einen Anwalt, ob es da vlt noch was zu kürzen gibt. Ich denke aber nicht. Bin aber kein Anwalt oder Sachverständiger.. Einfach meine Einschätzung...

Was den Fi angeht, der muss nicht defekt sein. Welchen Wert hat er? Wie viel Strom lässt dein Spannungsprüfer als Laststrom fließen, wenn Du die Testtaste drückst? Vlt ist er nur für den Außenbereich nachgerüstet worden und drinnen wurde nichts angefasst? Und eine Firma hat wohl nicts umgebaut, sonst wäre blau nicht als Phase verwendet worden...

Die Testtaste muss immer funktionieren, solange der RCD eingeschaltet ist. Sie ist unabhängig von angeschlossenen Verbrauchern und simuliert über einen Widerstand einen auslösenden Fehlerstrom zwischen PE und einem Außenleiter.

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@electrician

Ich habe mit "Testtaste" die Lastzuschaltung des Spannungsprüfer verstanden, nicht an die Testtaste vom Fi gedacht. Denn ein Spannungsprüfer hat ohne Lastzuschaltung weniger wie 30mA Laststrom....

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@electrician

Ergänzung.. Wenn ein 4pol Fi nur 2pol angeschlossen ist, funktioniert er bei Fehlerströmen auch noch, aber die Testtaste ggf nicht... Keiner weiß, was verdrahtet wurde und ein Prüfwiderstand oder die Taste kann auch mal defekt sein. Selbst schon gehabt. Testtaste geht nicht, obwohl alles angeschlossen ist, aber die Fi-Prüfung mit dem Prüfgerät war erfolgreich...

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@RareDevil

Dieses Phänomen kommt bei Hager FIs z.B. vor, diese prüfen den Fehlerstrom zwischen 2 Aussenleitern. Bei ABB wird zwischen N und L geprüft.

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@electrician

Diese Testtaste muß nicht immer funktionieren. Bei einer Neuinstallation muß sie erst nach 6 Monaten funktionieren. Voraussetzung eine geprüfte Installation.

Da die Taste nach 6 Monaten nicht von alleine funktionieren wird, hast du natürlich recht das die Taste nicht funktionslos sein darf.

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Blau darf unter gewissen Umständen als Außenleiter benutzt werden. Nämlich dann wenn ein Neutralleiter nicht benötigt wird und eine Verwechslung ausgeschlossen ist. Typisches Beispiel wäre ein Lichtschalter ohne Wechselschaltung dann mit einer dreiadrigen Leitung. Oder fünfadrige Anschlussleitung eines Kreuzschalters. Diese Geräte brauchen keinen N. Allerdings sollte man da die blaue Ader markieren, entweder mit Isolierband oder mit Schrumpfschlauch. Dreiphasiger. Durchlauferhitzer braucht ebenfalls keinen N, da ist blau dann meist L3 (vieradrige Leitung)

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@germi031982
Ebenfalls ist in vielen Räumen die Farbe Blau und Braun vertauscht worden. So steht z.B. der blaue Null unter Strom...

Sicher, das hier die Rede von der geschalteten Phase ist? Ich gehe davon aus, das braun unter diesen Umständen als Neutralleiter aufgelegt ist. Sonst hätte er höchstens 2x Phase gemessen und würde nicht von "vertauscht" sprechen... Ohne präzise Aussage auch keine präzise Antwort. Der rest ist mir schon klar. Bin Elektriker...

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Ich habe mit einem Spannungsprüfer im Bad zwischen Erde und Phase gemessen und die LEDs leuchten.

Wenn dein Spannungsprüfer weniger als 30 mA braucht wird der FI nicht auslösen. Die Prüftaste am FI sollte aber funktionieren.

Ebenfalls ist in vielen Räumen die Farbe Blau und Braun vertauscht worden. So steht z.B. der blaue Null unter Strom...

Eine blaue Ader darf unter bstimmten Voraussetzungen auch als Phase genutz werden. Das heißt z. B. bei einem E-Motor der nur 3 Phasen und Erde benötigt, oder bei einer Ausschaltung als Schaltleitung. Da geht die Phase ( braun) auf den Schalter und die blaue Leitung ab als geschaltete Phase.

Also man muss Vorsichtig sein mit irgend welchen Behauptungen.

OK, Danke für die Aufklärung. Bei Steckdosen darf das aber nicht sein, oder doch?. Der Spannungsprüfer hat übrigens genau 30mA. Dieser hat in der anderen Wohnung für diese Zwecke immer funktioniert.

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@heilaw

Bitte noch mal die Prüftaste am FI betätigen. Der FI muss auslösen. Wenn nicht die Elektrofirma verständigen.

Wenn der Spannungsprüfer in der anderen Wohnung funktioniert hat, kann es sein dass der FI etwas empfindlicher war, denn die Geräte unterliegen gewissen Toleranzen oder es war ein 10 mA FI verbaut. Um einen Fehlerstrom zu simulieren nutze ich ein spezielles Messgerät.

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Ich habe Nun bei der Firma jemanden erreicht. Es war der Chef persönlich. Er kommt heute Abend noch vorbei und prüft das ganze nach. Das ist schon Mal ein Anfang. Er meinte, dass sogar Messprotokolle vorhanden wären. Genaueres wird man später wissen.

Und was ergab das Gespräch? Ich hoffe alles in Butter.

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@ProfDrDrStrom

Es wurden tatsächlich Mängel gefunden. Dementsprechend war der Typ ziemlich verärgert über seine Leute, die den Mist gebaut haben und dann sogar als funktionierend protokolliert haben. Mit ein paar Handgriffen konnte der Fehler behoben werden.

Im Schaltkasten waren nur ein paar Drähte verwechselt worden. Das wurde in Ordnung gebracht. Zusätzlich kam noch ein FI rein. Anschließend hat er noch Mal alles durchgemessen.

Jetzt scheint alles so zu funktionieren, wie es sollte und alle sind glücklich.

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Nach jeder installation műssen Meßprotokolle angefertigt werden.Unteranderem werden auch der Auslösestrom und die Auslösezeit des FI gemessen.Die Spannung muss am Ende der Stromkreise gemessen werden ( max 4% Spannungsfall ab Hauseinspeisung)

Der Isolationswiderstand jedes abgangs muss gemessen sein

Der Schleifenwiderstand, Netzinnenwiderstand und der Kurzschlussstrom muss gemessen werden.

Bei Neuinstallation sind 2 FI vorschrift.

Lass dir die Messprotokolle zeigen und kopieren. Am besten direckt vor Ort im Bűro.Sonst fűllen die irgendwas aus. Ein guter Elektriker sieht aber ob die Werte stimmen können ( zb Kurzschlussstrom errechnet sich aus Spannung und Schleifen/ oder Innenwiderstand )

Auf die Protokolle műsste der Auftraggeber bestehen, es ist der wichtigste Teil der Arbeit. Nur damit kann eine inbetrienahme erfolgen !!!

Seit ein paar Jahren kann man diese Messungen als E-check machen lassen. Zb um bei einem verkauf oder Nachvermietung ausgeschlossen werden kann das der Vermieter oder Besitzer selbst an der instalation rumgebastelt hat .

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