Offener Umgang mit svV?

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2 Antworten

Da kann ich nur begrenzt mitreden.. bin mit offenen oder noch nicht verheilten Wunden nie rumgelaufen. Hatte lediglich zum "Testen" mich zweimal geritzt. Natürlich war ich auch zu der Zeit extrem depressiv und wütend und ich musste das i-wo hinpacken. Rausschreien oder gar was zertrümmern durfte ich nicht.. aber das hätte ich so oft gebraucht.

Naja habe einmal was beim Oberschenkel - was man nie sieht - aber auch eine Narbe quer über meinen Arm. War bzw. immer noch in Therapie und i-wann war es mir egal. Ich war selbst in der Schule manchmal "sichtbar" depressiv und habe einfach mich gezeigt wie ich es möchte. Es ist ein Teil von mir und ich war darüber hinweg. Meine Erfahrung - auch wenn ich nur einen sichtbaren Schnitt hatte: Niemand quatscht dich an.. wirklich niemand. Selbst meine Psychologie-Lehrerin - die sich mit der Psyche anderer auskennen sollte - hat mich nie auf was angesprochen. Gut die Narbe hat sie sicherlich nicht gesehen, aber sie hätte erkennen müssen, dass es mir schlecht geht.. Glaube da habe ich einfach zu viel erwartet. Stattdessen hat sie mich sogar runtergemacht, weil ich in Referaten schlecht bin, nicht aus mich herauskomme, ob ich weiß, dass ich keinen Beruf nehmen sollte, bei dem ich viel reden muss (wohlgemerkt viel der Kommentar im Abschlussjahr! Natürlich hatte ich mir da schon Gedanken um meine Zukunft gemacht und oh ich habe Probleme vor anderen zu reden? Danke sehr geehrte Lehrerin, das hätte ich ohne ihr Zutun gar nicht festgestellt!). Ich schweife ab.. wo war ich?

Versuche dich so zu akzeptieren wie du bist. Du bist okay so wie du bist. Du arbeitest an dir! Entweder spricht dich keiner an (was einerseits gut, anderseits frustrierend/enttäuschend ist) und wenn dich jemand anspricht: Ist es jemand, mit dem du nichts zu tun haben willst? -> Dann soll er dir den Buckel herunterrutschen. Und falls es eine nette Person ist: Du kannst eine Ausrede dir einfallen lassen oder du sagst mehr oder weniger die Wahrheit, dass es dir nicht gut ging oder oder. Du kannst ja schon mal im Voraus dir etwas überlegen :) Sagen, rechtfertigen oder erklären musst du gar nichts.

Du kannst dir aber auch Armstulpen kaufen.. sehen schön aus und bedecken deine Arme. Falls es noch zu früh für dich ist, offener damit umzugehen :)

Schön dass du in Therapie bist. Weiter so!

Liebe Grüße :)

"Wahre Stärke bedeutet nicht nie zu fallen, sondern immer wieder aufzustehen!" In dem Sinne, gib nie auf :)

sissilea 22.06.2017, 00:03

Hi, ich bin zwar nicht der/die FragenstellerIn, hätte aber dennoch eine Frage. Was ist, wenn durch den offenen Umgang damit Gerüchte entstehen (tun Sie sicherlich sowieso) und das wiederum zu Unverständnis und Mobbing führt?

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TheTrueSherlock 22.06.2017, 00:10
@sissilea

Ja, das ist ein Risiko.
Die Alternative wäre aber: Sein Ich, seine Probleme, sein Wohlbefinden oder eben nicht, zu vertuschen.
Jeden Tag eine Maske aufzusetzen und zu sagen "Hey, mir geht es gut". Das macht genauso krank.

Wenn man durch eine Therapie offener wurde und mit seinen Problemen besser klarkommt, dann kann man eher mit den Wunden rumlaufen (denke ich). Es muss einem klar sein, dass man angesprochen werden könnte. Das muss man auch verkraften. Man kann sich aber vorher schon einen Satz zurechtlegen, was man sagen will.

Schön wäre es natürlich wenn man einen Freund einweihen kann und der/die einem den Rücken stärkt, wenn jemand was unschönes sagt.

Und wenn man davon weggekommen ist, ist es noch etwas einfacher, weil man dann sagen kann, dass das der Vergangenheit angehört.

Du hast natürlich Recht, dass das nicht einfach ist.

Finde aber man sollte es sich trauen. Wenn man offen damit umgeht, dann finden andere vielleicht gar keinen "Spaß" daran die Person damit aufzuziehen.

Gegen Mobbing kann man sich wehren! Hatte das auch zu lange durchgehen lassen. Es ist aber keine Schande und keine Schwäche, wenn man das dem Lehrer / Direktor sagt.

Wenn man auf Unverständnis trifft:
Das stört mich zwar immer noch, aber bei komplett Fremden kann ich es auch etwas abstellen. Solche Leute tun mir einfach leid, die von nichts eine Ahnung haben und dann so etwas meinen wie "Was hast du schon für Probleme? Du willst nur Aufmerksamkeit.". - Nein, die tun mir einfach leid. Da würde ich gar nicht zuhören.
Weil Fakt ist: Wenn solche Laien das miterlebt hätten, was du miterlebt hast, dann würden sie vielleicht auch nicht mehr so reden.

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Hallo imagine,

Erstens, falls du dich verletzen musst - mach es bitte an einem Ort, an dem du es leicht verstecken kannst. Du wirst dir sehr Dankbar sein in Zukunft. Natürlich so gut es geht generell vermeiden ;) Zweitens, wenn die Schnitte nur schwer Sichtbar sind, sind sie für deine Mitschüler so gut wie Unsichtbar. Wenn jemand nicht danach sucht wird er/sie es nicht bemerken. 

Ich hatte auch mal eine Freundin, sie hatte gut sichtbare Narben offen getragen. Hat erst eine lange Zeit gebraucht bis alle überhaupt realisierten, dass sie Narben hat und wirklich interessiert hat sich nachher auch niemand dafür. Alles keine Sorge. Ich wünsche dir alles Gute und hoffentlich kommst du bald vom SvV weg :) 

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