Öffentlicher Dienst ohne Abmahnung kündigen?

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7 Antworten

Das kommt auf den Kündigungsgrund an. Pauschal kann man diese Frage nicht beantworten.

Du solltest mal schreiben, warum jemand gekündigt wurde und auch ob es sich um eine Kündigung während der Probezeit gehandelt hat oder nicht.

Kann einem im öffentlichem Dienst wo es einen Personalrat gibt ohne Abmahnung gekündigt werden?

Das alleine reicht mir deshalb nicht um Dir eine andere Antwort zu geben.

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Kommentar von Matthias2411
03.02.2017, 08:41

keine Kündigung in der Probezeit. 2,5 Jahre Dienstzeit. Ich wollte nur wissen falls man sich was zu schulden kommen lässt, nichts großartiges ob man ohne Abmahnung kündigen kann.

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Neben einer fristlosen Kündigung unter besonders schweren Verstössen gegen Deine arbeitsvertraglichen Plichten wäre auch ein "ordentliche Kündigung" z.B. aus personenbedingten oder betriebswirtschaftlichen Gründen durchaus möglich, wenn der Arbeitgeber diese wichtigen Gründe dann auch entsprechend darlegen und begründen kann.

Dann muss je nach Betriebsstruktur und Betriebsvereinbarung dann auch der Betriebsrat vorher angehört werden, und bei wirtschaftlichen Gründen ggf. auch eine Sozialauswahl vorgenommen werden.

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Kommentar von Familiengerd
02.02.2017, 12:21

Die Anhörung des Personalrats ist gesetzlich zwingend vorgeschrieben und hat nichts mit "je nach Betriebsstruktur und Betriebsvereinbarung" zu tun!

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Die Frage, ob eine Abmahnung erforderlich ist, stellt sich nur bei verhaltensbedingten Kündigungen.

Das Fehlverhalten, dessentwegen das Arbeitsverhältnis gekündigt wird, muss schon schwerwiegend sein, damit nicht vorher abgemahnt zu werden braucht.

Wegen Unpünktlichkeit, Schwatzens im Dienst, unberechtigter privater Telefon- oder Internetnutzung u.ä. würde erst nach Abmahnung gekündigt werden.

Wenn man jedoch den Chef zusammenschlägt oder einen größeren Diebstahl begeht, kann man nicht darauf hoffen, dass der Arbeitgeber dies nur abmahnt und abwartet, ob sich ein derartiges Verhalten wiederholt.

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Kommentar von oxBellaox
02.02.2017, 07:21

Schwatzens im Dienst

soweit sind wir schon?

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Außerordentliche Kündigung (§ 626 BGB)

Die fristlose Kündigung ist auch bei Arbeitnehmern des öffentlichen Dienstes zulässig, die gemäß § 34 Abs. 2 TVöD/TV-L unkündbar sind.

Voraussetzung ist das Vorliegen eines wichtigen Grundes. Ein Kündigungsgrund ist wichtig im Sinne der Rechtsprechung, wenn Tatsachen vorliegen, aufgrund derer dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles und unter Abwägung der Interessen beider Vertragsparteien die Beendigung des Arbeitsverhältnisses bis zum Ablauf der vereinbarten Kündigungsfrist oder bis zur vereinbarten Beendigung (Befristung) nicht zugemutet werden kann.

Die außerordentliche Kündigung muss nach dem Verhältnismäßigkeitsprinzip „ultima ratio“ angemessen sein. Dies bedeutet, dass es keine milderen, weniger einschneidenden Maßnahmen geben darf.

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Hallo Matthias,

wenn Du rechtskräftig verurteilt worden bist für ein Vergehen, das mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft wird, bist du Deinen Dienstvertrag automatisch los, selbst wenn die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird.

Da bedarf es keiner Abmahnung mehr.

Giwalato 

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Verzeihung, ich komme spät an. War im Krankenhaus.

In Probezeit eines Arbeitsvertrags kann jeder abspringen, Chef wie Hinangestellter, ohne weitere Vorwarnung noch Erklärung.

Meiner Ansicht nach (ich kenne mich in den Gesetzen und Verordnungen nicht aus), fristlos aus einem bestehenden Arbeitsvertrag rausgeschmissen wird nur, wenn gröbste Fehler begangen wurden, oder Verrat. Den Staat / das Land / die Unternehmung in Gefahr gebracht zu haben. Im Zivilen wird man im Allgemeinen zu einer Unterredung mit seinen Chefs vorgeladen, welche die fristlose Kündigung mitteilen. Unterschriebenes Papier verlangen. Zeugen rufen. Selber nichts unterschreiben. Am nächsten Morgen sich regelgerecht am Arbeitsplatz melden. Jeden Tag. Bis man eingeschriebenen Brief erhält, das man ausgesperrt ist, und der Arbeitsvertag zunichte sei. Dann Rechtsanwalt anlaufen.

Ja keine Dummheit machen. Jeden Morgen zur Arbeit zu Verfügung des Betriebs / Amts zu stehen. Vor der Tür. Datierte Fotos machen.

Um zu beweisen, dass Sie besten Willens sind.

Im Öffentlichen Dienst sind sie meist vorsichtiger. Und es kommt sehr selten vor. Wenn die jemanden rausschmeissen, haben sie sicher eindeutige Beweise. Diese verlangen. Das Büro nicht verlassen, bevor man die unterschriebenen Unterlagen, vor Zeugen hat (die auch unterzeichnen müssen, jede Seite Papier, einzeln numeriert). Das werden gerichtliche Dokumente.

Ehrliche Zeugen zu bekommen, ist scheint's nicht einfach. Berufskollegen können sich einverstanden erklären, ziehen sich jedoch aus Bammel hinterher zurück, und dann stehste eben allein in der Pampa :-(
Aussenstehende, nicht familienverwandte noch berufsbezogene Zeugen zu finden, ist nicht einfach...

Mir war so etwas, Gott sei Dank, niemals passiert.

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Fristlos nicht natürlich 

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Kommentar von Paguangare
02.02.2017, 07:08

Warum nicht? Gerade eine fristlose Kündigung deutet doch auf einen gravierenden Vorfall hin.

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