Öffentlicher Dienst ohne Abmahnung kündigen?

7 Antworten

Verzeihung, ich komme spät an. War im Krankenhaus.

In Probezeit eines Arbeitsvertrags kann jeder abspringen, Chef wie Hinangestellter, ohne weitere Vorwarnung noch Erklärung.

Meiner Ansicht nach (ich kenne mich in den Gesetzen und Verordnungen nicht aus), fristlos aus einem bestehenden Arbeitsvertrag rausgeschmissen wird nur, wenn gröbste Fehler begangen wurden, oder Verrat. Den Staat / das Land / die Unternehmung in Gefahr gebracht zu haben. Im Zivilen wird man im Allgemeinen zu einer Unterredung mit seinen Chefs vorgeladen, welche die fristlose Kündigung mitteilen. Unterschriebenes Papier verlangen. Zeugen rufen. Selber nichts unterschreiben. Am nächsten Morgen sich regelgerecht am Arbeitsplatz melden. Jeden Tag. Bis man eingeschriebenen Brief erhält, das man ausgesperrt ist, und der Arbeitsvertag zunichte sei. Dann Rechtsanwalt anlaufen.

Ja keine Dummheit machen. Jeden Morgen zur Arbeit zu Verfügung des Betriebs / Amts zu stehen. Vor der Tür. Datierte Fotos machen.

Um zu beweisen, dass Sie besten Willens sind.

Im Öffentlichen Dienst sind sie meist vorsichtiger. Und es kommt sehr selten vor. Wenn die jemanden rausschmeissen, haben sie sicher eindeutige Beweise. Diese verlangen. Das Büro nicht verlassen, bevor man die unterschriebenen Unterlagen, vor Zeugen hat (die auch unterzeichnen müssen, jede Seite Papier, einzeln numeriert). Das werden gerichtliche Dokumente.

Ehrliche Zeugen zu bekommen, ist scheint's nicht einfach. Berufskollegen können sich einverstanden erklären, ziehen sich jedoch aus Bammel hinterher zurück, und dann stehste eben allein in der Pampa :-(
Aussenstehende, nicht familienverwandte noch berufsbezogene Zeugen zu finden, ist nicht einfach...

Mir war so etwas, Gott sei Dank, niemals passiert.

Außerordentliche Kündigung (§ 626 BGB)

Die fristlose Kündigung ist auch bei Arbeitnehmern des öffentlichen Dienstes zulässig, die gemäß § 34 Abs. 2 TVöD/TV-L unkündbar sind.

Voraussetzung ist das Vorliegen eines wichtigen Grundes. Ein Kündigungsgrund ist wichtig im Sinne der Rechtsprechung, wenn Tatsachen vorliegen, aufgrund derer dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles und unter Abwägung der Interessen beider Vertragsparteien die Beendigung des Arbeitsverhältnisses bis zum Ablauf der vereinbarten Kündigungsfrist oder bis zur vereinbarten Beendigung (Befristung) nicht zugemutet werden kann.

Die außerordentliche Kündigung muss nach dem Verhältnismäßigkeitsprinzip „ultima ratio“ angemessen sein. Dies bedeutet, dass es keine milderen, weniger einschneidenden Maßnahmen geben darf.

Die Frage, ob eine Abmahnung erforderlich ist, stellt sich nur bei verhaltensbedingten Kündigungen.

Das Fehlverhalten, dessentwegen das Arbeitsverhältnis gekündigt wird, muss schon schwerwiegend sein, damit nicht vorher abgemahnt zu werden braucht.

Wegen Unpünktlichkeit, Schwatzens im Dienst, unberechtigter privater Telefon- oder Internetnutzung u.ä. würde erst nach Abmahnung gekündigt werden.

Wenn man jedoch den Chef zusammenschlägt oder einen größeren Diebstahl begeht, kann man nicht darauf hoffen, dass der Arbeitgeber dies nur abmahnt und abwartet, ob sich ein derartiges Verhalten wiederholt.

Schwatzens im Dienst

soweit sind wir schon?

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@oxBellaox

Wenn man seine Arbeitszeit mit arbeitsfremden Tätigkeiten verbringt, erfüllt man nicht seinen Arbeitsvertrag. Es müsste natürlich schon extrem sein, wenn es aus einem solchen Grund zur Kündigung käme.

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@Paguangare

schwatzen im Dienst .. witzig öffentlicher dienst ... was sagt mein freund immer du arbeitest nicht bei der Stadt du bist da nur..

naja ganz so schlimm ist es nicht. aber wegen nene wir es schwatzen gäbe es bei uns nie eine Abmahnung oder Kündigung

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@Melinda1996

Okay ...

Aber selbst wenn in der Frage nicht schon etwas von einem Personalrat stünde: im öffentlichen Dienst gibt es immer einen.

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