Öffentliche Ermordung einer Giraffe im Zoo - was sagen Tierschützer dazu?

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5 Antworten

Ich denke, dass Tierschützer generell das Vorhandensein von Zoos allein schon fragwürdig finden....

Kruemel2v9 12.02.2014, 00:49

Ja, das finde ich auch ziemlich fragwürdig :o mir geht es hier aber speziell um den Vorfall :)

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salty1 12.02.2014, 14:35
@Kruemel2v9

Ich bin selbst am Tierschutz interessiert/ darin aktiv und keineswegs mit der Zoohaltung auf Kriegsfuß, im Gegenteil ich bin dafür.

Warum?

Ganz einfach ohne die Zootierhaltung, wären etliche Arten ausgestorben und große Gebiete der Natur für Wirtschaftszwecke wären geopfert worden.

Das ich natürlich für die "artgerechte" Tierhaltung bin (der Begriff artgerecht, ist ein Rechtsbegriff der mehr als fragwürdig ist und von vielen Organisationen falsch verwendet wird, weshalb ich die Bezeichnung naturnah, also nicht naturgleich, besser fände), ist dabei ein Ding der Selbstverständlichkeit.

Gruß Salty1

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Undsonstso 12.02.2014, 17:08
@salty1

Okay,, Tiere, die dank Zoos nicht mehr aussterben, werden aber auch nicht ausgewildert...... (Deine Zoo machen dann Nationalparks überflüssig.... Könnte man dann ja auch abschaffen)

Aber Fakt ist, wilde Tiere die nicht bedroht sind werden zur Belustigung des Menschen gehalten...... Das ist in meinen Augen Definitiv kein Tierschutz.

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salty1 12.02.2014, 17:16
@Undsonstso

Vergleiche mein Kommentar unter meiner Antwort, dort bin ich bereits genauer auf Zootierhaltung, die Geschichte der Zootierhaltung und Auswilderungsprojekte eingegangen.

Anbei möchte ich bemerken, dass Tiere durchaus ausgewildert werden, dass Nationalparks nicht die Zusatzfunktionen des Zoos und Zoos nicht die Funktionen eines Nationalparks ersetzen, daher beide relevant sind. Zootierhaltung aus heutiger Sicht nicht mit Belustigung gleichgesetzt werden sollte (vgl. hierzu auch mein Kommentar)

Gruß Salty1

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salty1 13.02.2014, 19:18
@salty1

zwischen Nationalparks und ersetzen fehlt ein nicht, ich habe es wohl beim Fettdrucken aus versehen gelöscht....

Gruß Salty1

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  1. Tierschützer sind da geteilter Meinung, so wie überhaupt alle Meinungen, die man da derzeit lesen kann. Die Zoobetreiber verstehen sich ja auch als Tierschützer, genauso wie Peta, die dagegen sind. PS: Peta ist selbst nicht so ganz unschuldig, wenn es um das Töten von Tieren geht, die anderswo keinen Platz finden. Siehe hier: http://www.petatotettiere.de/

  2. Sie wurde nicht öffentlich ermordet. Sie wurde lediglich öffentlich zu Lehrzwecken seziert, so wie das in diesem und anderen Zoos und auch anderen Einrichtungen immer wieder mal geschieht. Die Tötung selbst aber fand nicht vor Publikum statt!

  3. Es haben nunmal beide Seiten ihre Meinung, da wird keiner auf die Arguemnte des anderen eingehen. Könnte ja sein, dass man seine Meinung ändern muss...

Kruemel2v9 12.02.2014, 01:06

Man kann echt fast keinem mehr vertrauen, schade. Danke :)

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Die drei Punkte die hydralernae aufgegriffen hat kann ich nur unterstützen und stimme da vollkommen zu.

Möchte die hier auch noch ein paar Fakten bezüglich der Begründung der Einschläferung der Giraffe hinzufügen.

Die Giraffe wäre von anderen Zoos/Tierparks aufgenommen (bestätigt von der PETA & Co), dass diese vorher kastriert werden sollte, um eine Verpaarung zu vermeiden (um wahrscheinlich Eintreffende Gendefekte und damit schwerwiegende Behinderungen zu vermeiden), dass eine Giraffenkastration unter voll Narkose erfolgt und diese zu 90 % während der OP sterben, sollte hier noch erwähnt werden (PETA & Co äußern sich hierzu überhaupt nicht oder nur sehr gering)

Außerdem wurde die sezierte Giraffe an die Löwen verfüttert, was den Löwen damit zu gute kam (Abwechslung beim Ernährungsplan, die Überreste der Tiere wurden nicht einfach im Müllcontainer entsorgt)

Gruß Salty1

P.S.:

Das passt jetzt vielleicht nicht ganz so dazu, doch wenn dich artgerechte Zoohaltung interessiert, präsentiere ich hier gern noch eine meiner früheren Antworten (im folgenden Kommentar, da die Zeichenzahl nicht mehr ausreicht.):

salty1 12.02.2014, 14:48

Eine artgerechte Haltung bedeutet nicht zwangsläufig eine Umsetzung einer Tierhaltung die mit der Wildnis gleichzusetzen ist, das gilt für alle Tiere und nicht nur für Exoten. Das gilt für Elefanten, Haie und Krokodile wie für Hamster, Wellensittiche und Kaninchen. Der Begriff artgerecht äußert eine Haltung die sich an den Bedürfnissen der Tiere orientiert. Es handelt sich um einen Rechtsbegriff der aufgrund zunehmende publizistischer Organisationen von seiner eigentlichen Bedeutung entfremdet bzw. nicht korrekt dargestellt wird. Dabei wird ebenso auf das Bewegungsbedürfnis (durch eine fehlende Nahrungssuche bzw. Jagd, stark verringert), wie auch die klimatischen Begebenheiten des natürlichen Lebensraums mit ein berechnet. Zusätzlich werden die Sozialstrukturen der Tiere berücksichtigt. Das ein Zoo nicht die Wildnis ersetzt ist logisch und sollte auch von niemandem erwartet werden. Denn der Zoo ist von Menschen erbaut worden und nicht durch die Natur entstanden. Die Rechtsgrundlage für einen Zoo nach heutigem Stand ist vielen Menschen unbewusst und wird oftmals Missverstanden. Ursprünglich galten Zoos als Volksbelustigung. Heute sollen sie vor allem die Artenvielfalt durch Schutz, Zucht und Auswilderung stärken. Zudem sollen Forschungen betrieben werden um Tiere vor menschlichen Einflüssen zu schützen. Hier wäre vor allem das Projekt in dänischen Zoos zu nennen, die an einem intelligenten Fischernetz arbeiten umso unnötigen Beifang zu vermeiden (auch wenn das System nur auf Walartige, insbesondere Delfinartige wirkt). Zudem ist Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiger Bestandteil der Zoos, diese liegt stark im Fokus, da das meiste Geld von den Besuchern stammt, was die Zoos in eine prekäre Situation bringt. Hier sollte man beachten das, dass Verhalten der Zoos auf das Verhalten der Gesellschaft und der Besucher zurückzuführen ist. Würden sich Besucher nicht mehr in den Zoo bringen lassen, so würden der Zoo und seine Tiere in Gefahr geraten. Deshalb wird der Zoo lieber ein niedliches Bild posten o.ä., was dem zukünftigen Besucher eher im Kopf bleibt, als ihm zu erläutern welche wichtige Funktion der Artenschutz hat und wie dieser umgesetzt wird. Studien haben bewiesen, dass die meisten Besucher nach diesem einfach gestrickten Muster agieren, was die Naturschutzarbeit der Zoos nicht gerade fördert. Es handelt sich also wie so oft um ein gesellschaftliches Problem, was mit mehr Interesse und nachdenken seitens der Gesellschaft für die Natur und damit die Tiere weitaus leichter zu lösen wäre. Auswilderungen werden von Zoos durchaus praktiziert auch wenn diese weitaus mehr unternehmen sollten, allerdings kann ein Zoo nicht seinen ganzen Tierbestand auswildern, da ihm so die Zuchtgrundlage fehlt. Ebenso muss ein Austausch zwischen anderen Zoos stattfinden um den genetischen Pool (die genetische Variabilität) der gehalten Art nicht zu gefährden. Zudem wird die Auswilderung wenn überhaupt nur mit geringen staatlichen Mitteln unterstütz, was bedeutet das die Zoos sämtliche Kosten selbst tragen müssen, was für diese automatischen einen großen finanziellen Verlust bedeutet. Deshalb können Auswilderungen auch nur von gut verdienen Zoos unternehmen werden oder durch einen Verband aus Zoos. Gerade Säuger werden bevorzugt ausgewildert, hier ist die seit Jahren erfolgreich praktizierte Auswilderung von Nashörnern durch das EEP in Koordination vom Frankfurter Zoo zu nennen. Generell werden aber auch viele Reptilenartige (vor allem Schildkröten) wieder ausgewildert. Außerhalb der Exoten gibt es viele Tiere die interessant sind, keine von diesen kann man aber der Wildnis gleich entsprechend halten, seien es Hamster, Zaunkönig oder Marinkäfer. Zu weiteren Organisationen die Tiere auswildern, sollte man sich hier an lokale Organisationen wenden, die vor Ort Tiere pflegen, züchten und auswildern. Ironischer weise sind sie damit den Zoos nicht unähnlich, weshalb die Debatte um Auswilderung und zooartiger Haltung eigentlich hinfällig ist. Zudem haben Zoos schon viele (Unter)arten vor dem Aussterben gerettet, weshalb ein verschwinden der Zoos ein immenser Verlust für die Artenvielfalt unseres Planeten bedeuten würde, Beispiele hierfür sind: Wisent, Mesopotamischer Damhirsch, Prewalski-Pferd, Davidhirsch, Kalifornischer Kondor (all diese Tiere wurden auch von Zoos ausgewildert), es gibt hierfür noch weitaus mehr Beispiel, doch ist die Zeichenzahl leider zu begrenzt. Lange Rede kurze Aussage: Die Haltung von exotischen Tiere sollte nicht verboten werden. Es sollte vielmehr ein Umdenken in Gesellschaft und damit in Regierungsebene (die Gesellschaft formt die Politik der Regierung durch das Wahlverhalten) unternommen werden um so den Artenschutz und damit die Tierwelt zu unterstützen.

Bei Fragen diesbezüglich, ein Kommentar schreiben. ;)

Gruß Salty1

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