Odyssee und Ilias-gute Lehren?

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3 Antworten

Erst mal zu der Zeit Homers: Damals wurden solche und andere Epen zu Festen gesungen, begleitet von Musikinstrumenten. Sie wurden mündlich von Lehrer zu Schüler weitergegeben. So eine Art Barden des alten Griechenlands. Es ist nicht mal sicher, dass es Homer überhaupt gab, und wenn, dann lebte er zwischen 1200 v.Ch. und 800 v.Ch., also lange Zeit vor Sokrates, Plato usw. "Homer" hat zwei der Lieder, nämlich Ilias und die Odyssee, niedergeschrieben. Merkwürdig ist es auch, dass wir seinen Namen kennen, da diese "Barden" immer anonym blieben. Deshalb kann es möglich sein, dass "Homer" nur ein Sammelbegriff oder ein Pseudonym ist für verschiedene Leute, die die Mythen zusammengetragen haben.

Die Odyssee und die Ilias sind zwei grundunterschiedliche Werke. In der Ilias steht die Tapferkeit im Vordergrund, die Schönheit des Krieges. Die Helden sind alles Kämpfer. Beispielsweise wird ganze zwei Seiten lang die Rüstung von Achilles beschrieben.

In der Odyssee steht die Weisheit und Überlegtheit im Vordergrund. Scheinbar stärkere Gegner kann Odysseas durch seine Schlauheit besiegen. Der Krieg wird hier nicht verherrlicht, es herrschen die Sehnsucht nach Heimat und Frau und die Verluste einer schweren Reise vor.

Deshalb gibt es die "Homerische Frage", nämlich, ob Homer, falls es ihn überhaupt gab, eine Person war oder mehrere. Manche Historiker meinen, dass die Werke so unterschiedlich sind, dass sie von verschiedenen Leuten geschrieben wurden. Andere glauben, dass die Verschiedenheit daran liegt, dass Homer die Ilias als junger Mensch geschrieben hat, und bei der Odyssee viel älter war, sodass sich seine Werte im Laufe des Lebens geändert haben.

Lernen tut man eine Menge durch diese Epen. Man lernt über damalige Leute, Städte, Geschehnisse und Orte bescheid. Troja, die Stadt, wurde lange als Fantasieort abgetan, bis Schliemann sie ausgrub. So gibt es auch viele andere Orte die dort beschrieben sind. Dann lernt man über die damaligen Werte bescheid. Durch diese riesigen Gedichte kann man nachvollziehen, wie fortgeschritten die Kultur damals schon war. Im jüngeren alten Griechenland (zu Platos Zeiten) mussten die Jungen in der Schule diese Gedichte auswendig lernen, um so die guten Charaktereigenschaften der Helden zu übernehmen. Man kann die Werke also auch als Kodex ethischen Verhaltens betrachten.

Zeitlos kann man Homer nicht nennen, wenn man die ganzen Werke betrachtet. Wie gesagt, Trojaner zb gibt es nicht mehr. Aber was die Geschichte angeht, die Ängste, die Sehnsüchte, den Zorn und die Eifersucht der Menschen, so sind diese heute noch genauso ausgeprägt und von daher kann man immer noch was davon lernen.

In deinem letzten Absatz lieferst du eigentlich genau die Begründung dafür, warum das Werk Homers eben doch als zeitlos betrachtet werden kann. Du beschreibst ja, dass u.a. allgemein menschliche Tugenden, Fehler und Probleme theamtisiert werden.

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@adabei

Deshalb sage ich ja, "zeitlos kann man Homer nicht nennen, wenn man die ganzen Werke betrachtet". Aber was die menschlichen Eigenschaften betrifft, undsoweiter, undsoweiter.

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Zu deiner ersten Frage kann ich nicht viel sagen (hab mir vor etwa 2 Jahren vorgenommen sie endlich mal zu lesen ;)

Was zweitens angeht, ist die Frage ja schon dadurch beantwortet, das immer noch darüber gesprochen / es gelesen wird.

Ich denke, dass Homer damals Geschichten und Erzählungen gesammelt hat, um sie zu erhalten. Schriftliches hält halt länger. Da es die damaligen Blockbuster waren und auch heute noch sich Hollywood darum kümmert, um es uns mit Troja oder ähnlichen Werken ans Herz zu legen, sind es wohl nur die ewigen Storries um gut und böse.

Da musst Du aber ein gänzlich anderes Werk gelesen haben! In der Ilias gibt es überhaupt nicht, in der Odyssee nur ein wenig Kategorien von "Gut und Böse". Eben weil es kein "Gut und Böse" darin gibt, erlebten die Erzählungen in der Moderne (19. und 20. Jahrhundert) eine so große Renaissance

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