Objektivität / Subjektivität?

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6 Antworten

Objektivität meint im allgemeinen die Unabhängigkeit vom betrachenden oder hier eben denkenden Subjekt. Wir Menschen sind aber immer solche Subjekte und können unsere Gedanken nicht unabhängig von uns selbst denken. Daher glaube ich nicht, dass wir objektiv denken können, so wenig, wie wir die Wirklichkeit unabhängig von uns als Betrachter wahrnehmen können.

Genau so seh ich das eben auch, sollte aber genau das in gewissen Fälle NICHT der Fall sein? Bei Gerichtsverhandlungen, da kanns einen gut oder eben schlecht treffen auf Grund der Subjektivität des Richters, Jury, etc.. Wo Menschen eben über andere richten, da sollte Objektivität schon gegeben sein, wird sie aber nie, da wir eben nie unsere eigene Meinung komplett ausenvorhalten können.

Denke da wahrscheinlich zuviel darüber nach, aber fasziniert mich eben, denn wenn mans so betrachtet gibts da in der Gesellschaft viele Grauzonen.

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@simple0

Maschinen können objektiv urteilen. Deswegen doch die Debatte um die Legitimierung von Kameratechniken an der Torlinie im Fußball.

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Der Mensch hat sich evolutionär als gesellschaftliches Wesen entwickelt. Schon als Kind sind wir auf Kommunikation angewiesen und Sprache ist ein kommunikatives Medium. Darum sind wir nie nur subjektiv. Unser ganzer Umgang mit der Umwelt und anderen Menschen ist Kommunikation, die uns immer wieder Rückmeldungen gibt zum Sein anderer. Aber wir sind die KOMMUNIKATIONSZENTRALE. Wir setzen die Perspektive. Insoweit sind wir immer in einem Kommunikationsgeflecht, deren Ränder wir Objektivität und Subjektivität nennen, aber wir sind immer in eine Position dazwischen. Es kommt auf die (teils auch anerzogene) Einstellung, den Willen und die Persönlichkeit an, ob wir eher unsere eigene Mitte in den Vordergrund stellen oder die Reaktionen der Anderen. Mode mitmachen, dem Mainstream folgen, das sind alles Eingliederungen in den Kommunikationsstrom, der von anderen kommt. "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?" ist durch dieses Phänomen mitbestimmt, dass wir in bestimmten Rollen sehr außenorientiert sind, in anderen eher innenorientiert.

Im Grunde hast du Recht. Man kann als Mensch nicht 100% objektiv sein, da man bei jedem Handeln auch von Gefühlen geleitet wird. Der Mensch wägt seine Entscheidungen ab und denkt normalerweise darüber nach, was er tut. Es wird z.B. auch nie vollwertig gelingen, den religiösen Moralen folge zu leisten, da der Mensch von Natur aus anders tickt und vermutlich nie biblisch "perfekt" sein wird. Aber genau das macht uns Menschen ja aus.

Sämtliche Reize werden von der entwicklungsgeschichtlichen ältesten Hirnregion, dem Stammhirn, gefiltert. Was den Menschen heute ausmacht, sind einst vegetative Prozesse, die eine "Kultivierung" erfuhren. Objektivität ist gleich der Freiheit -in Willen und Denken- eine Illusion. Vielleicht noch schmerzlicher dazu - ist überhaupt ein Ich?

Jeder Gedanke und jede Aussage ist ein wenig objektiv und ein wenig subjektiv.

Das ist sehr bewegend... ;)

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Das kann man nicht sagen. Zum Einen gibt es jede Menge rein subjektiver Aussagen und - je nach Thema - gibt es durchaus auch 100% objektive Aussagen (es regnet ...)

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@user1673

Gib mal für beide Extremmöglichkeiten jeweils ein Beispiel. Z.B. die Aussage "Es regnet." kann niemals rein subjektiv oder objektiv sein.

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Noch nie von Intersubjektivität gehört..?

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