Obdachlose (hier in Deutschland) mit kleinen Geldspenden unterstützen

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5 Antworten

Ich habe 6 Jahre in einer Nichtseßhafteneinrichtung gearbeitet. Unter einigen 100 Personen, die ich dabei kennen gelernt habe, waren 2 dabei, die ich nicht als alkoholabhängig bezeichnen würde. Alle anderen waren es und haben (damals) jede (erbettelte) Mark in Alk umgesetzt. Egal ob die Leute wegen Alkohol auf die Straße gekommen sind oder ob sie erst danach angefangen haben zu trinken, der Alkoholkonsum hindert sie daran wieder in ein normales Leben zurückzufinden. Geldspenden verlängern genau dieses Leiden. Es gibt für diese Leute keinen anderen Weg als sich irgendwann hoffentlich dazu zu entschließen wieder in einer Einrichtung die für sie erforderliche Hilfe anzunehmen bevor es zu spät ist. Wenn Du jemand aus dieser Szene eine warme Mahlzeit an einer Imbißbude anbietest, ist das eine großartige persönliche menschliche Geste, die so jemand ermutigen sollte nochmal zu versuchen seine Probleme beim Schopf zu packen.

Pedro21 27.11.2013, 05:46

So hoch ist die Zahl Suchtkranker Obdachlose? Gibt es denn Einrichtungen das man Unterstützen kann, welche warmes Essen und eine nächliche Unterkunft für mehrere Personen bietet.

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Suedseite 27.11.2013, 06:02
@Pedro21

Es gibt spezielle Einrichtungen für Nichtseßhafte. Normalerweise dürfen die Männer dort 3 Tage bleiben mit Übernachtung und Essen. Bis dahin müssen sie sich entscheiden ob sie eine Reha-Maßnahme annehmen oder nicht. Während diese Reha-Maßnahme beantragt wurde, mußten sie nach diesen 3 Tagen tagsüber bis zu 6 Stunden leichte Arbeit verrichten, sich insgesamt kooperativ verhalten (also nichts tun, was die Maßnahme gefährden würde) und sie durften natürlich keinen Alkohol mit in die Einrichtung bringen. Die meisten sind in den ersten 2-3 Wochen wieder gegangen. Einige haben es bis zu einem Jahr geschafft, sind aber dann später in ihrer eigenen kleinen Wohnung wieder im Alkohol versumpft. Daher meine traurige Bilanz.

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Ich finde diesen Weg auch gut. Ich wurde auch schon des öfteren um Geld gebeten um (angeblich) Essen kaufen zu können, wenn ich dann angeboten habe mitzukommen um ein Essen zu kaufen, wurde es dann dankend abgelehnt!?! Also ist Geld geben nicht die "erste Wahl" um zu helfen.

Pedro21 27.11.2013, 05:28

Ja, leider wird von vielen nur Bier, Zigaretten oder Drogen gekauft (wobei nicht alle so sind), aber damit hilft man den Leuten ja auch nicht.

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Gelegentlich stehen Obdachlose in der Fußgängerzone und verkaufen Obdachlosenzeit-schriften. Ich helfe ihnen, indem ich ihnen eine Zeitschrift abkaufe. Denn sie tun wenigstens etwas, um an ein wenig Geld zu kommen. Und ich denke mal, dass hier die Wahrscheinlich-keit höher ist, dass dieses Geld dann auch sinnvoll(er) eingesetzt wird als anschließend sofort in Alkohol umzusetzen.

Frage sie, wie du ihnen im Moment helfen kannst.

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