obdachlos wie

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9 Antworten

Natürlich gibt es Möglichkeiten vom Staat zumindest nichtmehr auf der Straße leben zu müssen, die meisten nehmen das nur aus Stolz und Hoffnung nicht an. Viele wollen ihr Leben eben noch selbst in die Hand nehmen, nicht auf irgendwelche Essensausgaben angewiesen sein und sich wieder einen Weg ins "normale Leben" erarbeiten. Wenn sie sich vom Staat helfen lassen ist der Gedanke: "Ich bin echt zu nix zu gebrauchen" wohl recht groß und das würde die Meisten wohl noch mehr fertig machen, als es ihr Alltag eh schon tut.

Gewitterhexe89 27.01.2013, 16:02

Wenn man wenigstens überall sowas wie "Essensausgaben" hätte....wir hätten alles dafür gegeben! Teilweise hat man nicht mal darauf Anspruch...wir haben nicht mal Lebensmittelgutscheine beim Amt bekommen...nichts...

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Gewitterhexe89 27.01.2013, 16:09
@FuckingBurnOut

Wir saßen n einer Kleinstadt fest...hier gab es Notunterkünfte mit der Möglichkeit auf ein klein wenig Taschengeld am Tag...aber darauf musste man einen Antrag stellen....welcher auch abgelehnt werden konnte. Das war bei uns der Fall. Man teilte uns mit das momentan kein Platz für uns sei und wir uns an die nächste Einrichtung zu wenden haben....in 35km Entfernung...ohne jeglichen finanziellen Mittel ein Ding der Unmöglichkeit.

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arbeitslos werden - kein oder wenig Geld haben - Mietschulden - Kündigung der Wohnung - obdachlos - wegen Obdachlosigkeit kein neuer Job - noch weniger Geld - unter der Brücke schlafen und verkommen

Man wird ganz schnell obdachlos.Ich war auch schon mal 2 Monate obdachlos!

Das kam so: Ich war verheiratet,habe mich getrennt weil ich unglücklich war und mich in einen anderen Mann verliebt habe,musste also aus dem gemeinsamen Haus ausziehen(das wäre sonst in Mord und Totschlag geendet). Meine Eltern haben meine kleine Tochter aufgenommen und mich hätten sie auch aufgenommen. Aber: Da war ja noch mein neuer Partner.Wir wollten zusammen sein.Er lebte bei seinem Vater,sein Vater hat ihn rausgeschmissen weil er eine Ehe kaputt gemacht hat (dabei war meine Ehe vorher schon kaputt) und so saß er wegen mir auf der Straße. Ich wollte das er bei meinen Eltern mit unterkommt aber die waren der selben Meinung wie der Vater meines neuen Freundes(er hätte meine Ehe zerstört). Er durfte also nicht zu meinen Eltern mit und konnte nirgends hin. Ich habe also meine Tochter da gelassen und ein paar Nächte mit meinem Freund im Auto übernachtet(im Frühjahr als es nachts noch sehr kalt war). Wir waren beim Jobcenter und wollten Hilfe aber dort hieß es nur "Sie haben keine Meldeadresse,tschüss" Und so saßen wir dann Nacht für Nacht in meinem Auto an immer anderen Stellen und mussten dort übernachten. Aber so lange wir zusammen waren war das alles halb so wild.Zwischendurch habe ich natürlich immer wieder meine Tochter besucht und versucht mit meinen Eltern zu verhandeln aber keine Chance. Eine Meldeadresse konnte ich keine finden denn meine Eltern ließen es nicht zu dass ich mich dorthin ummelde und auch Freunde waren keine bereit sowas mit zu machen( von diesen "Freunden" habe ich mich mittlerweile verabschiedet).

Zum Glück erklärte sich sein Vater nach 2 Monaten doch noch dazu bereit uns beide wieder aufzunehmen und von dort aus konnten wir uns dann übers Jobcenter eine Wohnung suchen.

Fakt ist: Ohne Meldeadresse(bei welcher man auch täglich zu erreichen sein muss) kein Hartz4. Ohne Hartz4 keine Wohnung. Ohne finanzielle Mittel keine andere Möglichkeit aus dieser Situation raus zu kommen. Ohne Wohnung natürlich auch keine Arbeit....wir hatten zeitweise nicht mal Geld zum tanken,essen kaufen oder sonstwas...dann haben wir Sachen verkauft die wir dabei hatten (wir haben unsere wichtigsten Sachen im Kofferraum gehabt u.a. haben wir meinen Subwoofer, PS3 Spiele und Filme verkauft).

Es war echt ne harte Zeit aber ich möchte diese Erfahrung nicht missen!

dustywoman88 27.01.2013, 19:22

aber das widerspricht sich doch..is doch logo das n obdachloser keine meldeadresse haben kann....na dann is das klar das es obdachlose gibt

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Gewitterhexe89 27.01.2013, 19:25
@dustywoman88

Natürlich ist es logisch dass man als Obdachloser keine Meldeadresse hat...das ist ja der Teufelskreis...ohne Adresse kein Hartz4 und Co...und ohne Hartz4 und Co keine Wohnung und somit Adresse.

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Das kann ganz schnell gehen, brauchst nur mal im Mietrückstand zu sein und schon wird es äußerst problematisch. Ein solcher Mietrückstand stellt sich schnell ein, wenn denn Arbeitslosigkeit besteht oder ein Niedriglohnjob nur existiert. Kommen zu all dem noch Schulden hinzu, dann ist es um den/die Betroffene/n fix geschehen. Keineswegs ist es so, dass der Staat bzw. die Kommune für die Schulden aufkommt. Die Sozialbehörde schlägt in einem solchen Fall die Schuldnerberatung vor und weist darüberhinaus in sogenannte Schlichtwohnungen (=Nissenhütten) ein, sofern der Betroffene sich darauf einläßt. Da Obdachlosenasyle u.ä.m. Brutstätten der Kriminalität und Gewalt sind, wird von daher manch Betroffener lieber die Straße favorisieren, sprich "Platte machen".

Menschen werden aus verschiedensten Gründen - oft selbst verschuldet - aus der Bahn geworfen. Verlieren den Job, die Familie, die Wohnung - das Leben auf der Straße beginnt! Alkohol wird hier oft zur "Lösung". Ab jetzt beginnt ein Kreislauf, den diese Menschen kaum noch verlassen können! Neue Jobs gibt es ab jetzt nicht mehr. Wohnmöglichkeiten für Obdachlose sind rar, viele sind zu stolz, Sozialhilfe vom Staat anzunehmen. Mit Faulheit hat das Ganze in diesem Stadium nichts mehr zu tun!

sweetmouse464 10.02.2013, 19:52

Gegen den letzten Satz habe ich teilweise was. Aber ich sage da lieber jetzt nichts zu:-)) das artet nur in einer Diskussion aus:-)) Ich persönlich, würde am liebsten fast jeden Obdachlosen inclusive seines Hundes mit nach Hause nehmen. Ihn zwangsduschen und was warmes zu essen servieren. Trotzdem stört mich dein letzter Satz etwas, aber nur etwas:-))

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stonehenge255 10.02.2013, 20:07
@sweetmouse464

Ein Obdachloser ist nicht mit einem Arbeitslosen zu verwechseln! Es gibt Menschen, die die Rückkehr in ein halbwegs geordnetes Leben schaffen. Aber für gewöhnlich stecken diese Menschen schon viel zu weit unten, um aus diesem Teufelskreislauf noch rauszukommen.

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sweetmouse464 10.02.2013, 21:16
@stonehenge255

Ja, genau das weiß ich und deshalb würde ich auch gerne vielen von ihnen liebend gerne helfen. Trotzdem gibt es auch bei einigen von ihnen ,sogenannte " schwarze Schafe " Glaub mir das einfach mal :-)) Büdde, dass nun nicht vertiefen, du verstehst mich eh nicht:-) Nette Diskussionen noch:-P

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stonehenge255 10.02.2013, 22:16
@sweetmouse464

Ich glaub dir das einfach mal! Nicht nur das, ich glaube sogar, dass es unter den Obdachlosen sehr viele schwarze Schafe gibt. Ungeachtet ihres Vorlebens kommen aber nur die allerwenigsten wieder hoch, wenn sie einmal so weit unten waren!

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stonehenge255 11.02.2013, 21:46
@sweetmouse464

Es gibt welche, die Hilfe annehmen und rauskommen wollen. Der Großteil aber steckt so tief drin, dass sie Hilfe ablehnen (oft auch staatliche Hilfe) und nur ein paar Euro wollen, um sich weiter betäuben zu können!

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Manche sind aber zu faul Anträge auszufüllen oder gehen aus Stolz nicht aufs Amt. Eigentlich müsste es keine Obdachlosen geben.

dustywoman88 27.01.2013, 15:44

genau das war mein gedanke..aber lieber den stolz nen stück runtergeschraubt als auf der straße leben

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Gewitterhexe89 27.01.2013, 16:00

Das hat absolut NICHTS mit faul zu tun! Man rennt sich die Hacken ab aber bekommt keine Hilfe! Ich war selbst in dieser Situation und weiß wie schwer es ist da wieder raus zu kommen. Ohne Meldeadresse bekommt man keinen Cent vom Amt und ohne finanzielle Mittel sitzt man vor Ort fest....man kann das meiste,was eigentlich selbstverständlich st,nicht machen weil man keinen Cent mehr in der Tasche hat.

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wen du dein job verlierst, schulden hast. am ende bist

Viele von den Obdachlosen möchten auch einfach gar keine Hilfe vom Staat.

dustywoman88 27.01.2013, 15:45

aber WARUM..ich meine ich nehm lieber hilfe an als auf der straße zu vergammeln gesundheitlich wie finanziell

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Katzenkopf 27.01.2013, 16:12
@dustywoman88

DU nimmst vielleicht lieber Hilfe, andere leben lieber auf der Straße, als sich helfen zu lassen.

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Gewitterhexe89 27.01.2013, 16:17
@dustywoman88

Man bekommt die Hilfe aber nicht mit einem Lächeln angeboten(so würde es vielen leichter fallen sie an zu nehmen) man muss wortwörtlich um Hilfe BETTELN!!! Es ist sehr peinlich und entwürdigend seine persönliche Geschichte bis ins letzte Detail offen legen zu müssen. Wir mussten um jedes Fünkchen Hilfe bitten und betteln...oft wurden wir einfach abgewimmelt und oft wurde auch einfach gesagt man sein nicht zuständig.

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