Ob mir ein/e Bayer/in das Phänomen CSU erklären kann?

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6 Antworten

Es ist zum Teil so, dass die CSU die politische Haltung vieler Bayer*innen widerspiegelt. 

Bayern war ja auch nach Sachsen-Anhalt 2015 das fremdenfeindlichste Bundesland , was ja nicht heißt, dass alle dort so sind. Ich komme selbst aus Bayern und speziell letztes Jahr hat man am Münchner Hauptbahnhof gesehen, dass Geflüchtete mit offenen Armen empfangen werden. Wobei natürlich in München auch mehrheitlich nicht CSU gewählt wird.

Quelle dazu übrigens: http://www.sueddeutsche.de/bayern/mitte-studie-auslaenderfeindliche-einstellungen-in-bayern-weit-verbreitet-1.2423644

Zusätzlich hat die CSU als einzige relevante Partei noch den Vorteil, dass sie quasi im Bund die Stimme Bayerns ist und die Bayern ja sich gern vom Rest Deutschlands distanzieren. Bei anderen Parteien ist der Landesverband ja immer noch dem Bundesverband unterstellt, das ist in der CSU nicht so.


Zum anderen Teil ist es, dass viele Leute in Bayern, wie in anderen Bundesländern auch, keine Lust haben sich mit Politik zu beschäftigen und einfach das wählen, was in ihrem Bekanntenkreis gewählt wird oder was sie halt schon immer wählen und das ist eben in Bayern schon immer die CSU gewesen.

"Wobei natürlich in München auch mehrheitlich nicht CSU gewählt wird."

In München wird sehr oft mehrheitlich CSU gewählt, wenn es um den Bundestag oder den Landtag geht.

Aber die Oberbürgermeister heißen Vogel, Kronawitter, Ude und Reiter und sind fast alle von der SPD.

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Die CSU kann es sich einfach leisten, populäre Forderungen aufzustellen, ohne die Verfassungsmässigkeit zu prüfen.Das ist besonders populär 1 Jahr vor der Bundestagswahl. 

Siehe Autobahnmaut für Ausländer. Thema besetzen damit Wahlkampf machen, obwohl man wissen könnte, dass es eh hiterher von Gerichter verworfen wird.

Die "Bayernpartei" konnte sich NIE richtig durchsetzen, so dass das "CDU-Anhängsel CSU durch die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU dem "bayerischen Nationalgefühl" ordentlich schmeicheln konnte. Zum großen Leid der Bayern war UND IST kein solch charismatischer CSU-Chef wie FJS weit und breit  in Sicht.

Die CSU hat in Bayern nicht die Macht und den Rückhalt wie es nach aussen scheinen mag.

Fast alle grossen Städte werden von der SPD regiert und es gibt da auch noch die Freien Wähler die auch sehr viele Stimmen bekommen. München ist seit ewigen Zeiten rot, Nürnberg auch, in Augsburg gibt es häufige Wechsel zwischen CSU und SPD.

Die CSU ist nur teilweise auf dem platten Land stark. Also, die Politik in Bayern wird sehr wenig von der CSU bestimmt. Dass Bayern wirtschaftlich und gesellschaftlich so gut dasteht hat am allerwenigsten mit der CSU zu tun.

Und ja, auch ich kann über die CSU-Grössen nur immer wieder den Kopf schütteln. Das Problem hier ist nur, dass die SPD einfach auf Landesebene personell unheimlich schwach ist, da sind ganz unscheinbare graue Mäuse am Werk.

Bei den Grünen sieht das schon anders aus, und zu Zeiten eines Sepp Daxenbergers hätte ich auch in Bayern eine Regierungsübernahme wie in B-W für möglich gehalten.



Natürlich ist die CSU in Bayern nicht allmächtig, aber es spricht schon für die CSU, dass sie in einem Flächenland alleine regieren kann, sowas ist mittlerweile einzigartig in Deutschland.

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@MrHilfestellung

In der letzten Legislaturperiode brauchte sie dazu auch die FDP. Und ich glaube auch nicht, dass die CSU jemals wieder die absolute Mehrheit in Bayern bekommt.

Das dürfte das letztemal gewesen sein. Genau deshalb auch der bayerische Löwengesang in der Bundesrepublik, man versucht das zu verhindern weiss aber sehr genau, dass es kaum gelingen wird.

Wo die CSU am stärksten ist, das ist die Landkreisebene. Und das wird wohl noch lange so bleiben.

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@Augsburgblick

Joa ich denke auch, dass es ab 2018 wieder schwarz-gelb sein wird oder schwarz-blau, je nachdem wie weit die AfD sich schon etabliert hat.

Ich bin jetzt nicht komplett auf dem Land aufgewachsen, aber schon ländlicher und was hier die CSU für einen Einfluss hat ist schon manchmal gruselig.

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Die CSU hat in der Bundesrepublik eine außerordentliche Machtposition. 
z.B. das Bayrische Integrationsgesetz genügte von Anfang an keinen verfassungsgemäßen Richtlinien und hat mit Punkten wie der Wohnsitzzuweisung ohnehin auf Bundesrecht gezielt. 
Was die CSU damit geschafft hat, ist ein Bundesintegrationsgesetz an zu schieben, welches ihre reaktionären Forderungen zu großen Teilen erfüllt (wieder Beispiel Wohnsitzzuweisung). 

Wieso die CSU wählbar ist ? Sie spricht glaub ich mit ihrer extrem Rechtskonservativen Position und ihrem Aufmucken gegen die Bundesebene viele Bayern in ihren Einstellungen an, das denke ich schon. 
Viele vermeintliche Niederlagen auf Bundeseben sind in Bayern Siege weil sie Vorstöße sind gegen eine allgemeine Regierungspraxis, die in Bayern abgelehnt wird. 
Die CSU ist der Stachel im Fleisch der CDU, der diese nach rechts treibt, das war schon immer so. 

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Ich hab selbst 17 Jahre in Bayern gelebt.

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Der Horizont der CSU beschränkt sich immer mehr auf "Absolute Mehrheit" in Bayern, koste es, was es wolle,

auch die nächste Bundestagswahl und das Ansehen der "Schwesterpartei" (welche immer noch von "Union" faselt)

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