Nutzungsänderung für Bebauung im Außenbereich

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4 Antworten

Hallo Katrin, so nach Deiner bisherigen Info kann ich Dir leider nicht viel Hoffnung machen. Wir haben nach diesen Vorschriften zwar in NRW, Du offensichtlich in Sachsen, ein ähnliches Vorhaben in Angriff genommen, das schließlich an den immensen Kosten scheiterte. Die Genehmigung für Nutzung "Urlaub auf dem Bauernhof und Seminarräume hätten wir bekommen, da der Betrieb noch nicht aufgegeben ist, und damit ein zweites Standbein den längerfristigen Erhalt auch der Landwirtschaft bedeutet hätte, aber sobald, wie auch bei Deinem Vorhaben, Räumlichkeiten der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden, sind die Auflagen wahnsinnig teuer.

Aus Deiner vorherigen Frage entnehme ich, dass noch nicht mal ein Stromanschluss existiert, dann wird wohl auch keine intakte Kläranlage vorhanden sein. Das sprengt doch alle Kosten, soetwas für ca. 30 - 50 Personen neu zu bauen, wobei das höher berechnet werden wird, eben auf die Spitze der zu erwarteten Besucher, mal unabhängig von der Genehmigungsfähigkeit, wird ein Architekt da ein Millionenprojekt draus machen. Denn ohne Architekt wird auch keine Genehmigung erteilt werden, das zum einen. Das nächste ist doch, dass ein Wohnen nur jemanden genehmigt wird, der zu den priviligierten Berufen für den Außenbereich gehört. Und dbzl. ein Konzept hat, d.h.damit nachweislich seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Bedeutet, entweder betreibt man dort Land-und Forstwirtschaft als Haupterwerb, denn dort nur zu wohnen und anderswo zu arbeiten, bzw. Hobbymäßig Tiere zu halten ist im Außenbereich nicht möglich.

Dass dort mal eine "Papierfabrik " war, ist wohl eher eine Zellulosefabrik gewesen, mit evtl. dazugehörigen Sägewerk, bedeutet doch, dass der Eigentümer über den dazugehörigen Wald verfügte, die Produktion also mit dem im Außenbereich genehmigunsfähigen Tätigkeiten direkt etwas zu tun hatte.

Veanstaltungen mit Gästen haben diese priviligierte Stellung jedenfalls nicht, die will man mit dem außerdem erhöhten Verkehrsaufkommen nicht im Außenbereich haben.

Ich könnte mir da nur ein Konzept vorstellen, das u.U. mit der Gründung einer Stiftung zum Erhalt eines schützenswerten Gebäudes evtl. Industriedenkmal, falls es das ist, einhergeht.

D.h. jede Menge Leute involviert sind, denen es um den langfristigen Erhalt des Baus geht, und ein Konzept entwickelt wird, wie man finanziell auf min.20 Jahre gesehen das ganze halten will. Denn die Genehmigung wird nur erteilt werden, wenn ein gehöriges Geldpolster dahintersteht, und nicht nur als Wohntraum eines Familiendomizil seitens einer Familie daherkommt. LG Lukull

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Kommentar von Lukull
25.08.2012, 09:49

Noch eine Anmerkung: Allein der Brandschutz bei uns war mit ca. 1000.000€ bei 500m² Grundfläche berechnet, nur durch die Verwendung anderer Materialien nicht durch Umbau.

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Kommentar von Seehausen
26.08.2012, 12:01

Was Ihr alles zu wissen glaubt!! Alles nicht gsanz richtig und irreführend und baurechtlich falsch.

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Liebe Katrin, das Bundesland wäre auch noch interessant. Grundsätzlich geniest das Gebäude Bestandsschutz. Evtl hat diese Papierffabrik eine eigene Bauordnung als Ausenbereichssatzung oder einen Bebauungsplan. Wenn am Außenbereech nicht zu viel verändert wird ist eine Nutzungsänderung durch aus möglich. Am Besten eine Bauvoranfrage stellen und evtl. dann auch eine Klage beim Verwaltungsgericht stellen. Bei Gute Frege kann das so nicht beantwortet werden. Beste Grüße MK

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Kommentar von Lukull
25.08.2012, 10:19

Der Bestandschutz bezieht sich aber auf die ursprünglich genehmigte Nutzung und auf dessen Eigentümer. Eine Nutzungsänderung fällt unter ganz andere Kriterien.

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Hallo Karin, das ist eine sehr komplexe Angelegenheit, die hier nicht so schnell beantwortet werden kann.

Da du ja den §35 Außenbereichsbebauung und Nutzung schon gelesen hast, vorerst kurz darauf.

Die sieben Jahre beziehen sich auf die Zeit nach der ursprünglichen Aufgabe der Nutzung. D.h. innerhalb von sieben Jahren hätte hier bis 2001 die Nutzungänderung beantragt werden müssen. Außerdem spielt die Priviligierung eine Rolle. Es gibt nur diese Ausnahmen zur Änderung der ursprünglichen Nutzung für damals schon priviligierte Nutzung.

Land-und Forstwirte, und wenig andere könnten eine Nutzungsänderung beantragen, die bis zu 6 Wohneinheiten beinhalten darf, um dadurch alte Gebäudestrukturen auch den dörflichen Charakter zu erhalten und auf neue wirtschaftlich tragfähige Beine zu stellen. Ich würde an Deiner Stelle auch mal recherchieren, warum die Papierfabrik aufgegeben hat. Sowieso einfach mal mit dem Leiter der oberen Baubehörde sprechen beim Landkreis also, vielleicht ist die Fabrik ein erhaltenswertes Kulturdenkmal, nur darüber wäre etwas zu machen. So meine Kartoffeln kochen, bis später lG

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Kommentar von Seehausen
26.08.2012, 12:03

Sehr naiv und wenig fachgerecht!

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Die Gebäude stehen im Außenbereich nach § 35 BauGB und die Nutzung hat keinen "baurechtlichen Bestandsschutz" mehr. Also:

jede neue Nutzung und jeder Umbau muss nach § 35 BauGB genehmigt werden, d.h. keine "öffentlicher Belang" darf dadurch beeinträchtigt werden.

In der Preaxis hört die Bauasufsicht etwa 30 "TÖB" ("Träger öffentlicher Belange") an, z.B. Gemeinde, Wasser- und Naturschutzbehörden, Regionalbehörden, Denkmalbehörden, Landwirtschaftsbehörden etc; und wenn einer davon nur die Stirn runzelt muss versagt werden.

Es kommt also auf den Einzelfall an; bei gutefrage.net gibts keine Patentrezepte!!

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Kommentar von Lukull
26.08.2012, 12:41

Schön, endlich jemand vom Fach.

Das ist doch eigentlich das was ich sagen wollte, ich habe lediglich an unserem Beispiel erläutern wollen, dass beim Fragesteller kein Bestandsschutz und auch keine Priviliegierung gegeben ist.
Vor Allem aber, weil ich die vorherige Frage von Katrin bzgl. eines BHKW's für dieses Anwesen mit einbezogen habe, habe ich einige wenige Kosten für den Genehmigungsfall gelistet, da sie sich offensichtlich der Tragweite ihres Vorhabens nicht bewusst ist. LG Lukull

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Kommentar von Lukull
26.08.2012, 12:59

Aber mal anders gefragt, man nimmt also hin bzw. geht davon aus, dass solche Gebäude verfallen und langsam von selbst verschwinden? Außer es kommt jemand mit dem nötigen Keingeld und der kann damit alle Auflagen der 30"TÖB" erfüllen. Da gibt es mancherorts die übelsten Auswüchse, natürlich im Interesse Aller. Schönen Sonntag noch Lukull

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