Nutzt der Mensch nur 10% seines Gehirns?

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10 Antworten

Prozentaussagen beziehen sich auf die Vorstellung „brachliegender Kapazitäten“, die auf der hirnphysiologisch nicht haltbaren Annahme gründet (kein Beitrag eines Wissenschaftsjournals mit Gutachterverfahren (Nature, Science, Neuroscience, Brain Research, etc.), stützt diese Überlegung), dass eine möglichst große Aktivierung und damit verbunden ein möglichst hoher Energieverbrauch eine ideale Voraussetzung für Leistung und Lernen darstelle. Tatsächlich wurde sogar beobachtet, dass Experten weniger Neuronen und Gehirnstrukturen für ihre hoch geübte Tätigkeit nützen als Novizen. Es hat sich zudem gezeigt, dass die Gehirne von Personen mit höherer Intelligenz ein geringeres Aktivierungsniveau beim Lösen bestimmter Aufgaben benötigen als die Gehirne von Personen mit geringerer Intelligenz (neuronale Effizienz). Dabei macht wohl die Deaktivierung neuronaler Verbindungen, die nicht benötigt werden, (Pruning) die Inputverarbeitung im Gehirn effizienter. Je mehr gelernt wird, desto höher offensichtlich die Synapsenzahl und die Verästelung der Dendriten in einigen Hirnbereichen – so könnte man von einer höheren Kapazität eines „trainierten“ Gehirns sprechen. Zudem tritt dieser Vorstellung auch ein konzeptionelles Problem entgegen: Wenn alle Zellen gleichzeitig feuern würden (also 100 %), kommt nichts zustande. Das Gehirn arbeitet sehr wahrscheinlich über Populationscodes. Dabei formen aktive Neurone, aber auch nicht-aktive Zellen eine Repräsentation aus. Unterschiedliche Neurone/Zellnetzwerke sind für unterschiedliche Aufgaben zuständig und auch dafür sind Hemmvorgänge genauso notwendig wie neuronale Aktivierungsprozesse. Dass also bestimmte Nervenzellen still sind (bzw. nur tonisch aktiv), hat auch Kodierungsrelevanz. Wir nutzen in dem Sinne immer unser ganzes Gehirn!! Ein Bild, das hierzu passt, ist der menschliche Körper im Sport. Damit man möglichst weit springt, müssen viele Muskeln zur rechten Zeit ein-, aber auch wieder ausgeschaltet werden. Wenn alle Muskeln mit einem Schlag aktiv sind, kommt man nicht sehr weit. Das Gelabere von Prozentaussagen gründet auf esoterischem Gedankengut und ist mit traditionellem westlichem Neurowissenschaftsverständnis nicht prüfbar und haltbar. Hohe Relevanz haben diese Aussagen allerdings insbesondere aus ökonomischen Gründen! Es lassen sich in diesem Bereich alltagspsychologisch-inhaltslogische Plausibilitätsargumentationen entwickeln, die sich toll vermarkten lassen. Ähnlich sieht es bei „linkes/rechtes Gehirn nutzen“ aus: 40 Euro erscheinen günstig für ein „Gehirnförderungsarmband“, wenn man Hoffnung hat, dass dieses irgendwie helfen könnte, intelligenter, konzentrierter oder besser im Bett zu werden. Die Lateralität wird dabei neurowissenschaftlich gestützt, jedoch die Argumentation hinkt, dass durch Sensorik/motorische Handlungen bestimmte neuronale Teilprozesse gefördert werden und damit bessere Leistungen erzielt werden. Der springende Punkt ist aus traditionellem Wissenschaftsverständnis deshalb nicht, wie viel Du Dein Gehirn nutzt, sondern WELCHE Informationen in Deinem Gehirn repräsentiert sind und wie Du damit auf die Welt einwirkst! So kannst Du Dein Gehirn mit vielfältigen Erfahrungen und Erlebnissen füttern und wirst dadurch sicherlich in einigen Leistungskategorien oder im Leben allgemein „leistungsfähiger“ – aber dies hat nichts mit irgendwelchen Prozent zu tun, die brach liegen…

Sind ja lustige Antworten bei. Die Evolution produziert nur so viel wie gebraucht wird, total rationell und ökonomisch. Also alles was wir an Gehirnmasse im Schädel haben wird von unserem Körper 100% genutzt. Mann kann natürlich die Anzahl der Synapsen und deren Verbindungen vermehren. Das alles sagt aber nichts über die sozialen, geistigen, kreativen oder intellektuellen Fähigkeiten aus. Den Bereich den wir "bewusst" gebrauchen nimmt vorgegebenerweise wenige Prozente ein. Wenn wir ( z.B ) jedes Geräusch aller Frequenzen, alle Spektren des Lichtes warnehmen würden, könnte unsere Biologische Einheit sich nicht mehr richtig koordinieren. Unser Gehirn blendet alles aus, was auf unserer bandbreite ( Mensch ) nicht unbedingt zum überleben Wichtig ist.

bei 5 Antworten hätte man glauben können da wäre schon was brauchbares dabei gewesen. na dann: max.10% des Gehirns besteht aus Neuronen, der Rest aus Gliazellen welche verschiedene Funktionen haben darunter auch einen gewissen Einfluss auf die Informationsverarbeitung, -speicherung und -weiterleitung. Da man das fr¨her nicht wusste glaubte man nur die Nervenzellen wären wichteg für die neurol. Vorgänge deshalb ist auch dieses "nur 10%" entstanden welches sich aber als falsch erwiesen hat.

Diese These stammt von L. Ron Hubbard, dem Gründer von Scientology. Seine "Jünger" nutzen dies noch immer, um Leute in die "Kirche" oder an einen Stand in der Fußgängerzone zu locken. Dort können die Ahnungslosen dies anhand eines "Stresstests" auch nachverfolgen. Um die übrigen 90 Prozent zu nutzen, gibt es dann gleich Angebote für Seminare bei Scientology. Nimmt man diese an, ist man schon drin im Apparat, schneller als man glaubt.

und ratz-fatz kauft man dann so völlig überteuerte heizdecken.

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Beim Dösen sicher ja, ansonsten gibt es sicher viele Situationen, in denen der Prozentsatz etwas höher sein dürfte.

Das behaupten die Gesinnungsgenossen von Tom Cruise. Ob es stimmt weiß ich nicht ist mit auch ziemlich egal.

Dass man sich jeden Tag hier auf völlig neue, unerwartete Fragen freuen darf, sobald einmal jemand die restlichen 90% seines Gehirns zu nutzen beginnt.

Ich hielt es lange für ein Gerücht, bis ich des öftern hier war.. :-)) Aber bestimmt haben alle Menschen noch Kapazitäten.

Da muss ich Dir widersprechen, Rebecca - Hier gibt es Leutchen, deren Kapazitäten reichen nichtmal ansatzweise für die 10 % :-)

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Das wir nicht 100% nutzen ist klar. aber 10% halte ich dann doch für reichlich wenig. Bei manchen Menschen mag das aber zu treffen gg

Ja, stimmt, es sind genau 10,0 Prozent. Das hat Prof.Dr.Dr. G. Hirn mehrfach nachgemessen. Obwohl manche Zeitgenossen steif und fest behaupten, soviel Prozent hätte ein Gehirn gar nicht.

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