Nummer 1 Biologie?

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3 Antworten

Moin,

also zunächst einmal könntest du jede einzelne dargestellte Beziehung auch "rückwärts" lesen. Dann würdest du aus den linearen Beziehungen Regelkreise machen. Dabei musst du bedenken, dass die Plus/Minus-Symbolik nicht in erster Linie meint, dass hier ein negativer Einfluss (Minuszeichen) oder ein positiver Einfluss (Pluszeichen) ausgeübt wird, sondern dass hier eine "Je mehr..., desto weniger..."-Aussage (Minuszeichen), aber auch eine "Je weniger..., desto mehr..."-Aussage (ebenfalls mit Minuszeichen) getroffen wird. Wenn du das jetzt nicht verstanden hast, gehen wir das mal an einem Beispiel durch:

Der Pfeil mit dem Minuszeichen am Ende, der von den Wölfen zu den Waipitihirschen führt, bedeutet: "Je mehr Wölfe es gibt, desto weniger Waipitihirsche gibt es." Er bedeutet aber auch "Je weniger Wölfe es gibt, desto mehr Waipitihirsche gibt es."
Es geht also nicht in erster Linie darum, dass die Wölfe die Waipitihirsche jagen und fressen (was aus Sicht der Waipitis natürlich ein negativer Einfluss ist), sondern es geht darum dass sich die Wolfs- und die Waipitipopulationen gegenseitig beeinflussen. Und zwar auch in dem Sinne, dass eine kleine Wolfspopulation dazu führt, dass sich die Waipitipopulation wieder erholt, weil es nun weniger Fressfeinde gibt (was aus Sicht der Waipitihirsche eben kein negativer Einfluss wäre).
Viele machen den Fehler, ein Minuszeichen in solchen Darstellungen so zu deuten, dass hier eine Art einer anderen Art Schaden zufügt. Darum betone ich noch einmal, dass hier eine gegenläufige "Je-desto-Beziehung" gemeint ist.
Dementsprechend könntest du also zum Beispiel einen Pfeil von der Waipitihirschpopulation zurück zu den Wölfen einzeichnen und an sein Ende ein Plussymbol hinschreiben. Dann würde man diesen Regelkreis so lesen:

Je mehr Wölfe, desto weniger Waipitis (Minuszeichen).
Je weniger Waipitis, desto weniger Wölfe (Pluszeichen).
Je weniger Wölfe, desto mehr Waipitis (es bleibt beim Minuszeichen).
Je mehr Waipitis, desto mehr Wölfe (es bleibt beim Pluszeichen).

Verstehst du? - Das entspricht dann auch wahrscheinlich deiner in der Aufgabe unterstellten Kenntnis über ökologische Zusammenhänge, denn hier läge ein klassisches Räuber-Beute-System vor, in dem es ja auch darum geht, dass viele Räuber die Beute dezimieren. Dann aber die vielen Räuber weniger Nahrung finden und so selbst dezimiert werden. Der Rückgang der Räuberpopulation führt dazu, dass sich die Beutepopulation erholt und wieder wächst, was dann wieder der Räuberpopulation gestattet zu wachsen, weil die Räuber wieder viel Nahrung finden...

Nochmal: Das Pluszeichen ist als "Je-desto-Beziehung" zu lesen, in der die Relation gleichsinnig ist (je mehr, desto mehr oder je weniger, desto weniger). Ein Minuszeichen spiegelt dagegen eine "Je-desto-Beziehung" wider, in der die Relation gegensinnig ist (je mehr, desto weniger oder je weniger, desto mehr).

Und solche Regelkreise könntest du nun aus jeder angegebenen Beziehung machen, die auf einem Räuber-Beute-Prinzip beruht. Dabei müsstest du eventuell manchmal aufpassen, ob es tatsächlich ein Regelkreis ist (ein Pfeil mit Pluszeichen, ein Gegenpfeil mit Minuszeichen) oder ob es eventuell ein Aufschaukelungskreis ist (Pfeil und Gegenpfeil mit Pluszeichen). Das könnte eventuell für ausgewählte Singvögel gelten, die möglicherweise die Früchte von Weiden fressen und dabei deren Samen verbreiten und somit zur Ausbreitung der Weiden beitragen. Dann wäre deren Beziehung: Je mehr Weiden, desto mehr Singvögel (weil die viel Nahrung und Schutz oder Platz für Nester vorfinden). Je mehr Singvögel, desto mehr Weiden (weil deren Samen stark verbreitet werden). Aber dazu müsstest du die Beziehungen genauer kennen.

Aber selbstverständlich kannst du auch noch völlig neue Beziehungen aufdecken. So fressen Wölfe nach dieser Darstellung offenbar auch Kojoten (wobei mir diese Nahrungsbeziehung neu ist). Und wenn die Wolfspopulation die Kojotenpopulation dezimiert, dann können die Kojoten nicht mehr so viele Nagetiere erbeuten. Darum würde die Nagetierpopulation von vielen Wölfen profitieren. Also besteht hier ein Aufschaukelungskreis in der Art: Je mehr Wölfe, desto mehr Nagetiere (weil es weniger Kojoten gibt). Je mehr Nagetiere, desto mehr Wölfe (weil das hohe Beuteangebot letztlich doch dazu führt, dass auch viele Kojoten geboren werden können, was dann wieder der Wolfspopulation zugute käme).
Du kannst auch festhalten, dass die Wölfe einen positiven Einfluss auf die Fuchspopulation haben könnte, weil der Wolf den Kojoten als Nahrungskonkurrenten des Fuchses dezimiert, so dass die Füchse nun mehr Nagetiere für sich haben...
Auch diese Beziehungen (quasi über direkte Beziehungen hinweg) kannst du einzeichnen, zumal sie auch mit dir (hoffentlich) bekannten ökologischen Zusammenhängen in Verbindung stehen. Hier zum Beispiel mit dem Umstand, dass es in der Natur selten Nahrungsketten, sondern eher Nahrungsnetze gibt, bei denen Viele Glieder in einem komplizierten Geflecht miteinander direkt und indirekt in Beziehung stehen.

Du siehst, vieles ist noch drin...

LG von der Waterkant.

Man könnte höchstens noch sagen, dass Biber durch ihren Dammbau die Fließgeschwindigkeit der Gewässer verlangsamen... mehr weiß ich jetzt auf den ersten Blick auch nicht, die Grafik ist etwas zu klein...

Mit + ist ein positiver Einfluss gemeint, mit - ein negativer. Genaueres steht um Text links über der Darstellung....

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