Nullzinspolitik der EZB - Bedeutung?

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4 Antworten

Die Nullzinspolitik hat auf keinen Fall die "sensationelle" Bedeutung, die ihr manche Schmalspurmedien beimessen.

"Vor" der Nullzinspolitik hatten wir die "0,05 % Politik" , man sieht also sofort, der Unterschied ist marginal.

Daher ändert sich auch nicht viel bis garnichts, außer das jetzt wieder "Experten" wie Pilze aus dem Boden schießen, und so tun, als wäre etwas ganz ganz großes passiert.

An der Ziel- und Stoßrichtung der EZB hat sich nichts geändert im Vergleich zu den Zinsschritten zuvor.

Vorrangig soll die Inflation wieder erhöht werden, wobei dies indirekt über ein höheres Wirtschaftswachstum und eine schwache Währung erfolgen soll. Also ein uralter Hut, den wir schon seit Jahren aufhaben.

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Durch die Nullzinspolitik der EZB sind Kredite billig.

Der Plan/die Idee dahinter:

billige Zinsen, Unternehmen und Staaten investieren, durch Investitionen wird die Wirtschaft angekurbelt, Arbeitsplätze geschaffen usw.

Leider klappt das aber nicht, weil weder die Staaten, noch die Unternehmen investieren.

Das einzige, was Ansatzweise klappt, weil es keine Zinsen gibt konsumieren die Haushalte mehr, wodurch die Umsätze etwas steigen.

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Diese Null-Zins-Politik soll der Wirtschaftsförderung /-ankurblung oder wie man es nennen möchte dienen. Spareinlagen werden kaum verzinst und Kredite hinterhergeschmissen. Es lohnt sich also Investitionen zu tätigen.

Für die Banken kann es verschiedene Auswirkungen haben. Im schlechtesten Fall muss die Bank sogar noch Zinsen zahlen, damit sie ihr Geld bei der EZB einlagern "darf".

In Deutschland müsste das Zinsniveau inzwischen eigentlich höher liegen, da wir eine (schon seit längerem) gut laufende Wirtschaft haben. Da die EZB aber die "europäische Wirtschaft" sieht, herrscht auch hier noch der geringe Zinssatz...

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Ferrum77 25.03.2016, 16:41

Inwiefern kurbelt diese Politik die Wirtschaft an und warum passiert das gerade jetzt?

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Janitschka 25.03.2016, 16:54
@Ferrum77

Nunja, wie beschrieben kann man bei geringem Zinsniveau sich für "billig Geld" Kredite bei der Bank nehmen.

Privatpersonen und Unternehmen nutzen dies gerne um z.B. in Wohn- oder Geschäftsbauten, Fahrzeuge etc. zu investieren.

Solche Investitionen bedeuten Aufträge für Handwerk / Baufirmen, Absatz bei Automobilkonzernen. Diese haben entsprechend mehr Geld zur Verfügung, höhrere Kapazitätenauslastung und stellen neues Personal ein usw.

So wird die Wirtschaft "angekurbelt".

Dazu kommt noch, dass man nicht nur Kredite mit geringem Zinssatz bekommt, sondern auch, dass man für gespartes Geld keine (kaum) Zinserträge sieht. Das lohnt sich für viele nicht (kein Anreitz zum Sparen) und daher wird das Geld lieber ausgegeben.

Warum jetzt? Wie gesagt, in Deutschland läuft die Wirtschaft gut und daher sollten wir eigentlich ein höheres Zinsniveau haben. Da es aber im Hinblick auf Griechenland, Osteuropa etc. nicht all zu rosig aussieht, setzt die EZB auf diesen Niedrig- bzw. Null-Zins-Kurs. Sie sieht ja die Gesamtwirtschaft und nicht nur Deutschland bzw. jeses Land einzeln.

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Gut für all Jene, die so Kredite sehr günstig aufnehmen und dann investieren können, schlecht für alle Sparer, die dadurch leer ausgehen.

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