was bringt der Euro für den EU-Bürger noch?

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Diese Frage wurde im Rahmen des EU-Themenspecials zur anstehenden Europawahl gestellt. Vom 13.05. - 15.05.2019 beantwortet dann die deutsche Vertretung der EU Kommission gemeinsam mit dem Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland Eure Fragen.

Weitere Informationen zur Aktion findet Ihr unter https://gutefrage.net/aktionen/themenspecial_europawahl

7 Antworten

Die Gemeinschaftswähreung € spaltet die EU und wurde nachdem die No Bail-Out Klausel durch ESM ersetzt wurde zur Schuldengemeinschaft.

Griechenland ruft um Hilfe, Europa und der IWF gewähren sie. Ökonomen sehen darin einen klaren Verstoß gegen den Vertrag von Maastricht. Der Sachverständige Christoph Schmidt sagte der F.A.Z., die selbst gesetzten Regeln würden ganz „offensichtlich umgangen“ - mit verheerenden Folgen.
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/konjunktur/griechenland-hilfen-oekonomen-sehen-verstoss-gegen-maastricht-vertrag-1970452.html
Die Nichtbeistandsklausel im Artikel 125 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union schließt aus, dass EU-Staaten oder die EU als ganzes Haftungen für ein einzelnes Mitgliedsland übernehmen. Die gemeinsame Haftung der Euro-Länder für Kredite an Griechenland, Portugal, Spanien, Irland und Zypern wird deshalb von einigen Rechtsexperten als Bruch des gemeinsamen Rechts interpretiert.......Die No-Bailout-Klausel war auf Drängen von Deutschland und weiterer Staaten 1991 beschlossen worden. Sie sollte sicherstellen, dass Mitgliedstaaten für ihre Haushaltsführung selbst verantwortlich bleiben. Die deutsche Regierung war dafür eingetreten, dass auch eine freiwillige Übernahme von Haftungen ausgeschlossen werden, setzte sich damit aber nicht durch. 
https://diepresse.com/home/politik/eu/europalexikon/1545853/NoBailoutKlausel

Der Europäische Stabilitätsmechanismus (kurz ESMenglisch European Stability Mechanismfranzösisch Mécanisme européen de stabilité) ist eine internationale Finanzierungsinstitution mit Sitz in Luxemburg. Er wurde durch einen am 27. September 2012 in Kraft getretenen völkerrechtlichen Vertrag gegründet.[1] Der ESM ist Teil des „Euro-Rettungsschirms“ und wird die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) ablösen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ischer_Stabilit%C3%A4tsmechanismus

Griechenland,Spanien,Frankreich und allen voran Italien das de facto Staatsbankrott ist,werden den € schwer belasten.

Nullzinsen für € Sparguthaben sind unter Berücksichtigung der Inflationsrate Negativzinsen.Lebensversicherungen und Banken kaufen ihre Langzeitverträge zurück;die Alterssicherung einer ganzen Generation steht auf dem Spiel.

BGH-Urteil

Banken dürfen teure Sparverträge kündigen

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bgh-urteil-sparkassen-sparvertraege-kuendigen-1.4445859

Auch wenn Kanzlerin Merkel gebetsmühlenartig skandiert das Deutschland (EU) den € braucht;Liebe Frau Kanzler,Deutschland war zu Zeiten der D-Mark Exportweltmeister,es ging anscheinend auch ohne die Schuldengemeinschaft € !

Wegen Merkels €-Rettung/Griechenland gründete sich die Partei AfD unter Prof.Lucke,wegen Merkels Grenzöffnung /Flüchtlinge wurde die AfD zweistellig.

Zu Italien meinen Finanz und Europarecht-Experten,das es nicht möglich ist diese Volkswirtschaft auch wie Griechenland aufzufangen.

Man hat als Szenario das Italien den € verlassen wird um sich mit der Lira zu konsolidieren,wobei es so einige EU-Recht-ler auch zu einem EU-Austritt kommen müsste;nur raus aus der Gemeinschaftswährung ist wohl nicht möglich.

Hallo Mella!

Vielen Dank für die Frage, die uns Gelegenheit gibt, einige grundsätzliche Dinge über die Vorteile der Gemeinschaftswährung Euro für die Bürgerinnen und Bürger zu erläutern. Der Euro ist eine stabile und sichere Währung, inzwischen die zweitwichtigste Währung der Welt. In einem sich rasch wandelnden internationalen Umfeld kann Europa seine Wirtschaftskraft und sein Netz der sozialen Sicherheit nur mit einem starken Binnenmarkt und einer global bedeutsamen Währung wahren.

Dass der Euro ein „Teuro“ sei, stimmt nicht, auch wenn es immer wieder behauptet wird. Tatsächlich ist die Inflationsrate seit der Euro-Einführung 1999 niedriger als zu D-Mark-Zeiten. Die Euro-Rate lag im Schnitt unter 2 Prozent - deutlich niedriger als in den 20 Jahren vor der Euro- Einführung (1979 bis 1998) mit durchschnittlich 2,89 Prozent. Zu D-Mark-Zeiten, in den 1970er und 80er Jahren, betrug die Teuerungsrate gar noch knapp vier Prozent, 1992 überschritt sie sogar die Marke von fünf Prozent.

Eine niedrige Teuerungsrate macht die Ersparnisse der europäischen Bürger sicherer. Das steht ganz im Gegensatz zu den Befürchtungen von Euro-Gegnern, die bei der Einführung der Gemeinschaftswährung glaubten, dass der Euro zu einer Inflationsgemeinschaft werde, weil der Konsens darüber fehle, wie wichtig stabile Preise sind.

Viele Verbraucher hatten den Eindruck, dass der Euro die Preise in Deutschland angeheizt hat. Dieses Gefühl kam daher, dass Kneipen und Restaurants ihre Preise nach der Bargeld-Einführung 2002 deutlich anhoben und auch Lebensmittel – wegen globaler Preissteigerungen - teurer wurden. Das war aber absolut nicht die Schuld des Euro.

Nach den Prophezeiungen der Euro-Kritiker sollte die Euro-Zone zum Hochzinsgebiet werden - was nun wirklich nicht so gekommen ist. Der Leitzins ist derzeit auf einem historisch niedrigen Niveau, Banken bekommen frisches Zentralbankgeld zu null Prozent Zinsen. Dass die Euro-Zone in der Schuldenkrise ab 2010 in die Krise kam, lag nicht am Euro selbst, sondern an anderen Ursachen, mit denen der Euro an sich wenig zu tun hatte: Der Misswirtschaft in Griechenland, den Immobilien-Crashs in Spanien und Irland und vor allem einer Jahrhundert-Bankenkrise.

Der Euro fördert Handel und Beschäftigung und schützt vor Währungsschwankungen 

Seit Einführung des Euro im Jahr 1999 ist das Durchschnittseinkommen im Euroraum (EA19) von 20.900 Euro auf 33.900 Euro gestiegen (2018). Im gleichen Zeitraum ist die Erwerbstätigenquote von 63,6 auf 71,0 Prozent geklettert. Daher eine Rückfrage: Wie belegst Du die Behauptung, seit Einführung des Euros sei die "Kaufkraft um rund ein Drittel gesunken"?

Verbraucher und Unternehmen profitieren vom Euro, weil sie beim Reisen ins europäische Ausland keine Wechselgebühren mehr zahlen müssen. Viele Waren wurden billiger, weil die Preise von heimischen und ausländischen Produkten leichter vergleichbar sind. Die Stabilität des Euro macht es für Unternehmen weltweit im Handel mit Europa attraktiv, in Euro angegebene Preise zu akzeptieren. Dies spart den europäischen Unternehmen die mit Wechselkursschwankungen und der Umrechnung in andere Währungen verbundenen Kosten.

Außerdem wird für die Länder, die den Euro verwenden, der Handel untereinander viel einfacher und billiger. Unternehmen müssen nicht mehr die wettbewerbsverzerrenden Abwertungen in anderen Ländern fürchten, wie sie vor der Währungsunion zum Beispiel in Italien immer wieder vorkamen. Die Kosten für Überweisungen in den Euro-Raum sind weggefallen, weil solche Überweisungen genau wie Inlandsüberweisung behandelt werden. Der mit dem Euro verbundene Wegfall all dieser Handelshindernisse führte zu einer Vertiefung des europäischen Binnenmarkts, aus der Deutschland erhebliche wirtschaftliche Kraft schöpft.

In der Finanzkrise war der Euro ein wichtiger Schutzschirm. Der Euro hat die Kosten von Währungsschwankungen innerhalb des Euro-Raums beseitigt und die Menschen und Unternehmen vor kostspieligen Ausschlägen an den Devisenmärkten geschützt, die vor der Währungsunion in einigen Ländern das Vertrauen untergruben, Investitionen hemmten und wirtschaftliche Instabilität verursachten. Vergessen wir nicht, dass wir vor dem Euro sehr heftige und teure Währungskrisen in Europa hatten, bis in die 1990er Jahre hinein.

Die Erfolgsgeschichte des Euro zeigt sich auch daran, dass immer mehr Länder der Wirtschafts- und Währungsunion beitreten: Der Euro-Raum wuchs von elf auf inzwischen 19 Staaten. Im Jahr 2018 unterstützten 74 Prozent der Europäerinnen und Europäer eine europäische Wirtschafts- und Währungsunion mit einer einheitlichen Währung, dem Euro. Die Zustimmung war noch nie größer.

Weitere Informationen zu 20 Jahre Euro:
https://europa.eu/euroat20/de/

Auch noch ein paar Anmerkungen zur Nullzinspolitik. Geht die Niedrigzinspolitik der EZB zulasten der Sparer? Meist lautet der Vorwurf so: Die Zentralbank habe den Leitzins so stark gesenkt, dass die „kleinen Leute“ für ihre  Spargroschen von der Bank keine Zinsen mehr erhalte. Kredite würden durch niedrige Zinsen für Schuldner günstiger, während für die Gläubiger unter dem Strich kaum noch etwas übrig bleibe; schuld daran sei die Zentralbank.  

Studien zeigen, dass nicht die Zentralbank die realen Erträge der Sparer – also nach Abzug der Inflationsrate – auf längere Sicht bestimmt. Die reale Verzinsung von Geldanlagen hängt in der mittleren Frist vielmehr davon ab, wie erfindungsreich eine Wirtschaft ist und wie jung die Bevölkerung des zugehörigen Landes, wie gut die Straßen und die sonstige Infrastruktur sind, wie flexibel der Arbeitsmarkt und wie wachstumsfreundlich die Politik der Regierung. Es ist die Realwirtschaft, die reale Erträge erwirtschaftet. Die Zentralbank unterstützt dies, indem sie Preisstabilität sichert. Würde die EZB absichtlich eine unangemessene Geldpolitik festlegen, könnte das die Wirtschaft zusätzlich bremsen und damit auch die langfristigen Ertragsaussichten für die Sparer eintrüben.

Für alle Sparer im Euroraum ist die wirtschaftliche Schwäche im Währungsraum und das damit verbundene niedrige Zinsniveau ein ernstes Thema. Geringe Erträge bedeuten, dass es viel länger dauert, eine bestimmte Summe anzusparen. Vielleicht muss der Kauf des neuen Autos aufgeschoben werden, oder es muss mehr auf die hohe Kante gelegt werden, um im Alter die gleiche private Zusatzrente zu bekommen.

Entscheidend ist in diesem Zusammenhang jedoch nicht, wie hoch die nominale Verzinsung der Geldanlagen ist. Viel wichtiger ist, wie viel die Ersparnisse nach Abzug der Geldentwertung durch Inflation einbringen. Die für den Sparer entscheidenden realen Renditen hängen von realen Faktoren, wie Innovation, Demografie und Arbeitsmärkten ab.

Vor allem eine wachstumsfreundliche staatliche Politik kann die Realwirtschaft stärken. Nur das ermöglicht, dass die Bürgerinnen und Bürger des Euroraums wieder mit höheren Erträgen ihrer Spareinlagen rechnen könnten.

Viele Grüße vom Presseteam der Europäischen Kommission in Deutschland


Woher ich das weiß: Berufserfahrung

Als ich damals kreuz und quer geschäftlich durch Europa gereist bin, musste ich im Auto immer eine Kiste mit Münzen aus den Europäischen Ländern bei mir haben. Lästiger kann ein Grenzübertritt nicht sein-permanent die Münzen wechseln.

Seit der EU gibt es NUR noch eine Währung zum Bezahlen, einfach herrlich....Man kann in jedem Land die Preise vergleichen ohne einen Währungsrechner zu bemühen.

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@IQDimma

Das sind durchaus Vorteile einer Gemeinschaftswährung. Aber sind dies die einzigen Vorteile des Euro? Und wiegen diese Vorteile die Nachteile und Gefahren einer Gemeinschaftswährung auf?

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@IQDimma

Der € bra hte speziell Urlaubsländern wie Italien/Spanien nachteile,weil Wechslegebühren entfielen,aber schlimmer noch--Es hat doch jeder, am letzten Abend seine Peseten auf den Kopf gehauen ;nun bleibt der € im Portemonnaie.

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@stormy

Oha, man konnte das Geld shcon vor Urlaubsantritt wecheln, dann entfielen ja die GEbühren auch für Italien oder Spanien. Überdies waren die Lire sowie die Peseta sher schwache Währungen, sowas sieht man nämlich am Wechselkurs!
Der Euro ist stabiler, als die Währungen vorher, und zwar in allen EU-Ländern.

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Der Euro ist seit der Aussetzung der No Bailout Klausel durch Kanzlerin Merkel eine Schuldengemeinschaft. Italien wird den € und-vermutlich die EU verlassen (müssen) um den Staatshaushalt zu konsolidieren.Nur ein Austritt aus dem € halten Eu-Rechtler für nicht möglich.

BR-Exit wird gegen Ital-exit wie ein tag auf dem Ponyhof sein,wenn ein EU und €-Land austritt.Für den Moment ist das Thema auf "Wiedervorlage".

Auch wenn gerne gebetsmühlenartig die Wichtigkeit des € für Deutschland betont wird:Hallo-zu Zeiten der stabilen D-Mark war Deutschland Exportweltmeister,es ging auch ohne den € ganz gut.

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Dass der Euro ein „Teuro“ sei, stimmt nicht, auch wenn es immer wieder behauptet "wird. Tatsächlich ist die Inflationsrate seit der Euro-Einführung 1999 niedriger als zu D-Mark-Zeiten. Die Euro-Rate lag im Schnitt unter 2 Prozent - deutlich niedriger als in den 20 Jahren vor der Euro- Einführung (1979 bis 1998) mit durchschnittlich 2,89 Prozent. Zu D-Mark-Zeiten, in den 1970er und 80er Jahren, betrug die Teuerungsrate gar noch knapp vier Prozent, 1992 überschritt sie sogar die Marke von fünf Prozent."

... D Mark gab es auch insgesamt weniger als Euro, daher halte ich das Argument als Falsch und sehr Dumm. Zudem war die D Markt auf ein Land begrenzt. Und das Daten "geschönt" werden ist ja sowieso bekannt.

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Allen positiven Antworten zum Trotz, für Sparer und speziell für die Altersvorsorge ist die Nullzinspolitik reines Gift. Sie dient dazu die Ostblockstaaten mit günstigen Krediten zu versorgen. Die Altersvorsorge wurde von vielen schon vor Jahren oder Jahrzehnten abgeschlossen, hier ändert sich plötzlich die Verzinsung, das beste Beispiel ist die Lebensversicherung, zuerst wurde die Beteiligung an den Bewertungsreserven auf fast 0 gesetzt. Jetzt verlagern die Gesellschaften die Versicherungen in "Run of Gesellschaften", damit sind sie die mittlerweile unprofitablen Verträge los und die mindern nicht mehr ihren Gewinn. Ich kann dabei keinen Nutzen für die Versicherten erkennen. Versprechen wie keine Nachteile...sind nur zur Beruhigung gedacht, da kann (will) sich später bei der Auszahlung meiner mehr erinnern...

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

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