Novemberrevolution 1918 - Eine gescheiterte sozialistische Revolution

5 Antworten

Gegenfrage: Sind die punischen Kriege für Rom gescheitert? Schließlich ist Rom ja irgendwann danach unter gegangen... Soll heißen: Wenn ich nur weit genug nach vorne schaue wird alles irgendwann abgelöst, wiederlegt und scheitert.

Also zuerst mal war die Revolution im Moment der Revolution erfolgreich. Und die Revolutionäre haben danach auch sehr erfolgreich die Regierung übernommen. Vielleicht würde ich sie eher als missglückt bezeichnen..

Danke.

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Ja natürlich ist sie gescheitert. Ebert und Konsorten haben sich an ihre Spitze gestellt, um sie abzuwürgen, wobei sie ihre eigenen Wähler verraten haben. Zudem haben sie ihre Wähler von rechtsradikalen Freikorps massenweise abschlachten lassen. Hierzu hat man bis 1923 einen Bürgerkrieg geführt.

Ist natürlich tragisch, dass die Kommunisten nicht an die Macht gekommen sind... Achtung: Ironie!

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@Rauhreif

Wenn ich schreibe "die eigenen Wähler", dann hat das seinen Grund. Und wenn Du hier von Kommunisten sprichst, zeigt das, wie wirkungsvoll die konservative Propaganda über die Novemberrevolution war und bis heute ist.

Tatsächlich hatten die Kommunisten nur marginalen Einfluß auf das Geschehen. Liebknechts und Luxemburgs Arbeit bestand darin, zu publizieren. Von einer durchorganisierten revolutionären Partei war man Lichtjahre entfernt. Bei den revolutionären Obleuten z.B. machte man sich darüber als "revolutionäre Gymnastik" lustig. Die Revolution hat Liebknecht und Luxemburg überhaupt erst aus dem Gefängnis geholt. Die KPD wurde erst Silvester 1918 gegründet. Wie hätte man da so schnell arbeitsfähig sein können? Auch Karl Radek notierte dazu desillusioniert in sein Tagebuch, daß man erschreckend wenig Einfluß auf die Revolution hätte.

Tatsächlich waren die Arbeiter- und Soldatenräte sozialdemokratisch dominiert. Ich habe das in dem Kommentar weiter unten herausgestellt und verlinkt. Fast 70 % SPD-Mitglieder, 20 % USPD und gerade mal 2-3 % Spartakisten.

Wie bitteschön hätten bei solchen Mehrheitsverhältnissen die Spartakisten/Kommunisten an die Macht kommen sollen???

Tatsächlich wurde die Rolle der Spartakisten/Kommunisten weit überhöht - von ihren Feinden, um sie als Schreckgespenst und Teufel an die Wand malen und unter diesem Vorwand die Revolution mit Mord und Totschlag bekämpgfen zu können - und später in der kommunistische Geschichtsschreibung selbst, um die eigene Bedeutung größer Darzustellen.

Die historische Wahrheit ist, Ebert und Noske haben von den Freikorps vor allem ihre eigenen Wähler und Parteimitglieder - Sozialdemokraten massakrieren lassen

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@FloydPepper

Erstklassige Erwiderung, FloydPepper. auf den immer wieder kolportierten Blödsinn über die Novemberrevolution.

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In Hinsicht auf die Bildung der weimarer Republik war die Novemberrevolution erfolgreich. Dass sich die weimarer Republik "nur" 15 Jahre lang gehalten hat, konnte im Jahre 1918 noch keiner absehen. Also plädiere ich für : erfolgreich. Was die späten Jahre der weimarer Republik betrifft : es wäre natürlich schon eine interessante Spekulation, ob die Nazis an die Macht gekommen wären, wenn sich eine Volksfrontbewegung von Sozialdemokraten und Kommunisten gebildet hätte, der dann vielleicht auch noch kleinere Parteien aus der demokratischen Mitte und der restlichen Linken beigetreten wären. Vergleiche hierzu den Aufruf Bertolt Brechts : "reih Dich ein in die Arbeitereinheitsfront, weil Du auch ein Arbeiter bist." Dazu kam es ja dann - leider - nicht.

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