Notwehr mit einer Stichwaffe wie z.B Messer erlaubt/gerechtfertigt!?

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13 Antworten

Der Notwehr-Begriff wird in § 32 Strafgesetzbuch geregelt. Theoretisch darf man sich mit allen Mitteln verteidigen, allerdings nur solange, bis die Gefahr beseitigt ist. In der Praxis, d.h. vor Gericht, kommt es dann allerdings darauf an, wie das der Richter sieht und wie gut dein Rechtsanwalt ist.

(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig. (2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__32.html

Hier greift erstmal das Strafgesetzbuch §32 ... zu prüfen wäre jedoch die Situation - ob du in Lebensgefahr warst. Aber: Überschreitet der Verteidiger das Maß der Notwehr, mithin die Erforderlichkeit seiner Abwehrhandlung, so liegt ein intensiver Notwehrexzess vor und ist somit rechtswidrig!!!!!! Egal ob mit Messer oder ohne!!!!

Er (Verteidiger) bleibt jedoch straflos, wenn die Notwehr aus Panik, Furcht oder Verwirrung erfolgte - wird meistens ein medizisches Gutachten erstellt. Die Richter prüfen auch die Verhältnismässigkeit... dein Angreifer ein 1,60m, 60kg schwerer Gegner -> du 120kg, 2m groß und dazu noch ein Messer... hmmm ... es wäre schwierig zu beweisen, dass für die Selbstverteidigung ein Messer notwenig wäre.

Nein mit einer Stichwaffe nur im äußersten Notfall. Mit einem guten Anwalt kannst du zwar möglicherweise nicht belangt werden aber im Normalfall bist du dann der Schuldige.

genau kenne ich mich da nicht aus aber rein aus dem bauch heraus würde ich sagen dass es keine notwehr ist. weil du weiß,t dass dieser angriff warscheinlich kommen wird und du ihm nicht einfach aus dem weg gehst, sondern vorsätzlich eine waffe mitnimmst, mit der absicht, die andere person zu verletzen.

Zunächst einmal etwas zu Kampfunfähig machen, mit einem Messer ist das Resultat verdammt schnell der Tod des Angreifers. Patrick hat absolut recht, du darfst dich mit allen was du dabei hast verteidigen, es gibt steht im Gesetz auch nichts von verhältnismäßig, es darf nur kein grobes Missverhältnis zwischen dem betroffenen Rechtsgut und der Notwehrmaßnahme bestehen, also eine Apfeldieb erschießen ist nicht. Ich persönlich würde allerdings davon abraten ein Messer zu ziehen, Notwehr mit dem Messer führt gerade bei ungeübten eher dazu das man sich selber gefährdet.

ja sicherlich aber das kann ziemlich schnell nach hinten losgehen. auch sollte es im verhältniss stehen... also ein 130 Kg Kraftsportler wird von einer Frau 50 Kg geschlagen und er sticht sie mit 6 Stichen nieder... anders rum wärs eher gerechtfertigt. Und es gibt dann noch überschreiten der Notwehr...

Prinzipiell darf alles (!) zur Notwehr benutzt werden. In dem Moment spielt es noch nicht mal eine Rolle ob es legal ist. Allerdings wirst du dich danach z. B. für den Besitz einer illegalen Waffe natürlich rechtfertigen müssen - für die eigentl. Notwehr nicht.

Was ist Notwehr???????? : Die Abwehr eines rechtwidrigen, gegenwärtigen (!!!) Angriff's.......... ------ lies bitte selbst nach -----.........dabei ist die Verhältnismäßigkeit der Mittel zu beachten. 124 Messerstiche wären z.B. ein wenig unglaubwürdig ;-)

"Du solltest nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen" will man damit sagen. Jemandem der auf dm Boden liegt schlägt man nicht mehr, jemandem der "nur" droht , hat "noch" nichts getan.

Pattrick Lassan hat auch schon angedeutet daß es auch auf den Richter ankommt - da hat er leider Recht.

Reiswaffel87 09.05.2012, 21:32

Grundsätzlich richtig, wenn du den Begriff "Verhältnismäßigkeit" raus lässt. Der Rest stimmt.

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Ja, dürftest Du. Das Problem ist nur, dass, falls Du den Tatort nicht unerkannt verlässt, Du der Justiz verklickern musst, dass es tätsächlich Notwehr war! Das kann bös in die Hose gehen! Und die Notwehrfrage kann man nicht in jedem Falle eindeutig klären, da gibt's keine Sicherheit. Viele Mörder schreien hinterher "Notwehr". Nicht nur in billigen Western. Also hoffe mal am Besten, dass Du mit dem Problem nie konfrontiert wirst. Die Chancen sind groß. Ich hab nur einen Bekannten, der mal überfallen wurde. Und das war in Portugal........

Ja darfst du. Aber leg ihm lieber nochmal ein messer in die Hand wenn er auf dem Boden liegt, dann darfst du das auf jeden fall.

Nur wenn es nicht als Waffe gilr sonst darfst auch du es nicht bei dir tragen ( Z.B wenn es von alleine aufspringt) Als ''OPFER'' darfst du alle Möglichkeiten nutzen um dich zu schützen!

PatrickLassan 09.05.2012, 19:49

Das steht so nirgends im Gesetz. Grundsätzlich darf man sich mit allen Mitteln gegen einen Angriff verteidigen, ob das nun mit einer Waffe ist oder nicht.

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Anton96 09.05.2012, 21:42

Ich darf einen Angreifer sogar mit einer illegal mitgeführten Schusswaffe abwehren wenn das die einzige Möglichkeit ist den Angriff zuverlässig ab zu wehren.

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naja,aufkeinenfall im körperbereich,da knicken die meisten um ^^ eher Höhstens an den armen oder meinen,aber dan auch weglaufen und polizei rufen..das darf man aber auch nur wenn der täter ne waffe hat

erst wenn er geschlagen hat, sonst zeigt er dich an und du bist der ar*ch :S aber lieber einfach aus dem weg gehn ;D

dürft ich denn mein messer zücken und ihn mit hieben und stichen Kampfunfähig machen

Klare Antwort: Nein. Du dürftest den Angriff abwehren, mehr nicht.

Reiswaffel87 09.05.2012, 21:31

Indem man sich mit ihm duelliert oder wie?

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Kurushiyama 09.05.2012, 22:31
@Reiswaffel87

Nein, indem Du ihn so lange bekämpfst, bis er den Angriff beendet oder der Angriff beendet ist.

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Anton96 09.05.2012, 21:40

Deine Klare Antwort ist zum Glück falsch, Wenn du Angegriffen wirst darfst du dich geeignet verteidigen das bedeute es sind alle Maßnahmen erlaubt die den Angriff, zuverlässig beenden du bist nicht verpflichtet Methoden zu Verteidigung zu wählen die nicht zuverlässig den Angriff beendet. Erst wenn der Angriff erfolgreich abgewehrt wurde ist weiter Gewaltwendung nicht mehr erlaubt. Der Fragesteller tut allerdings gut daran das er erst zum Messer greift wenn ein Angriff unmittelbar bevorsteht ansonsten steht er verdammt schnell als Täter vor dem Richtertisch.

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Kurushiyama 09.05.2012, 21:47
@Anton96

Bullshit. Wenn Du mehr tust, als den Angriff zu abzuwenden hast Du einen Notwehrexzess an der Backe.

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Anton96 09.05.2012, 22:35
@Kurushiyama

Dann frage ich dich mal ganz direkt, ich kann mich nur sehr begrenzt verteidigen, das bedeute im Klartext ich habe bestenfalls ein mal die Möglichkeit ein mal eine Angriff ab zu wehren was soll ich deiner Meinung dann tun, wenn weg laufen auch keine Option ist, den Angriff nur Abwehren oder nicht doch dafür sorgen das es zu keinem erneuten Angriff kommen kann?

Gerade in Notwehr Situation ist eine reine Abwehr oft keine Sinnvolle Option. Abwehr bedeute in der Regel nicht Kampfunfähig machen aber genau das darf man bei einem Angriff, Der Notwehrexzess kommt es zum Tragen wenn ich weiter Gewalt anwende obwohl keine Gefahr mehr von dem Angreifer ausgeht. Ich persönlich wäre auf alle Fälle eher bereit einem Richter rede und Antwort zu stehe als meine Gesundheit oder mein Leben durch dadurch zu gefährden das ich nicht dafür Sorge das keine weiteren Angriff erfolgen können und ich bin guter Dinge das der Richter das nachvollziehen kann.

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Kurushiyama 10.05.2012, 03:12
@Anton96

Ok, dann mal eine ganz direkte Antwort. Der Angriff ist beendet, wenn keine unmittelbare Gefahr für Leib oder Leben mehr besteht. Das ist m.E. dann der Fall, wenn der Gegner liegt und Du die Möglichkeit hast Dich zu entfernen.

Gerade in Notwehr Situation ist eine reine Abwehr oft keine Sinnvolle Option.

Das ist eine philosophische Frage, die wir hier nicht zu klären brauchen. My 2 cents: Ich sehe das anders. Es gibt durchaus Kampfkünste, die auf reine Abwehr ausgelegt sind. Man kann jemanden zum Beispiel auch mit Festlegetechniken kampfunfähig machen, ohne ihn direkt verletzen oder töten zu müssen. Ein herzhafter Tritt in die Weichteile tut es alternativ.

Kein berechtigtes Interesse ist es nach der Gesetzesintention dagegen, ein Messer zu Verteidigungszwecken mit sich zu führen.

Sagt zumindest das BKA und spiegelt sich in der aktuellen Rechtsprechung wieder.

Bei der Notwehr ist das relativ mildeste Mittel zu wählen, das das geringste Risiko für den Notwehrübenden bedeutet. Inwiefern die Verwendung eines Messers mein Risiko gegenüber der Verwendung meiner Faust minimiert, lasse ich mal dahingestellt. Ein legal zu führendes Messer ist meines Erachtens eh nur äusserst lausig zur Verteidigung geeignet (und bei dem Thema kenne ich mich wirklich aus).

Gefährlich ist auch folgender Umstand: Wenn Du Dich auf Dein Messer verlässt, kommt es schnell zu einer bewussten oder unbewussten Notwehrprovokation. In diesem Fall entfällt der Rechtfertigungsgrund und das jeweilige Verletzungungs- oder Totschlagsdelikt wird wie der vollendete Straftatbestand geahndet - wenn es ganz schlecht läuft u.U. sogar mit Feststellung niederen Beweggrunds.

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Kurushiyama 10.05.2012, 03:33
@Anton96

Wenn man sich die Beschreibung genau durchliest ergibt sich folgendes Problem:

also wenn ich bedroht werde und der feind auch zuschlagen würde

Ich persönlich denke, daß der OP für den Fall, daß er das Messer benutzt, bevor ein tatsächicher Angriff stattfindet, sehr ernsthafte Probleme haben wird. Allein schon deswegen, weil der andere sich angegriffen fühlen wird und bei der "Bedrohung" Aussage gegen Aussage stünde. Im Zweifel würde sich der Sachverhalt dem Gericht also nach Lage der Beweise als Angriff mit einem gefährlichen Gegenstand, einer gefährlichen (und vermutlich auch schweren) Körperverletzung, Totschlag im Affekt oder im schlimmsten Fall als Mord (wenn das Gericht einen den speziellen Mordmerkmalen nahestehenden sonstigen niedrigen Beweggrund erkennt) darstellen.

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