Notruf für Gehörlose?

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5 Antworten

Guten Morgen, die frage finde ich sehr interessant und sie zeugt von ehrlichem Interesse. Deshalb möchte ich auch versuchen, sie so umfassend wie möglich zu beantworten. Generell gibt es das sog. Notfall- Fax. Dies ist eine Faxnummer, die die Hörgeschädigten kennen und wo ein Nutruf hingefaxt werden kann. Es gibt sogar Vordrucke für diesen Notruf, sodass man nur ankreuzen muss, welche Art der Hilfe benötigt wird. Manche Leitstellen (zB Potsdam) bieten darüber hinaus noch eine Notfall-SMS an. Dies ist eine besondere Nummer, die nur an die Landesgehörlosenverbände rausgegeben wird und die dann deren Mitglieder erhalten. Hier eingehende Notrufe werden auch umgehend bearbeitet. Eine dritte Möglichkeit ist die Selbstorganisation. Manche Gehörlose verwenden zum Beispiel einen Mittler (Mama, Tante, Opa, Sohn) den sie anrufen und der den Notruf absetzt. Das kann (besonders wenn man ein eingespieltes Team ist oder besondere Situationen vorliegen, wo Fremde viele Nachfragen hätten, oder einfach Expertenwissen nötig ist [zB Papa hat eine Allergien bzw ist diabetiker, ...] trotz des Zeitverlustes eine sinnvolle Alternative sein. Soweit ich weiß, hat Hamburg auch mal versucht ein Bildtelefon einzurichten (oder es war mal Planung) aber hier kenne ich den aktuellen Status nicht. Lg

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Das ist derzeit noch abhängig von der jeweiligen Leitstelle.

Eigentlich überall gibt es die Möglichkeit eines Notfallfax. Einige Leitstellen bieten auch die Möglichkeit einer Notfall-SMS.

Beispiel: https://www.leitstelle-lausitz.de/lst/dokumente/

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Man kann auch eine SMS an die 110 oder 112 schicken.

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Kommentar von bonniedaniels
08.06.2016, 00:34

Ich zitiere mal den oben erwähnten Artikel:

"Bei SMS kann nämlich keine Echtzeitkommunikation garantiert werden, Und sie wird nicht mit Vorrang weitergeleitet. Deshalb gilt sie per Gesetz nicht als Notruf. Da sich auf dem Gebiet offiziell nichts tut, gibt es jede Menge private Anbieter mit Notruf-Apps. Dort speichern Hör-und Sprachgeschädigte ihre Daten und können nach einem Knopfdruck per GPS geortet werden. Diese Dienste sind kostenpflichtig und gehen meist nicht direkt in den Notrufzentralen ein, sondern erreichen zunächst Vertrauenspersonen oder Sicherheitsdienste. Eine Umfrage von MDR AKTUELL bei den mitteldeutschen Innenministerien ergab, dass weder in Thüringen, noch in Sachsen oder Sachsen-Anhalt in den Notrufzentralen SMS-Nachrichten oder App-Notrufe empfangen werden können. Lediglich in Berlin und Brandenburg gibt es entsprechende Möglichkeiten in Absprache mit einem privaten Anbieter."

Also kann das wohl auch keine sonderlich gute Lösung sein..

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In aller Regel nutzen Hör- oder Sprachgeschädigte das Notfallfax

Hier alle wichtigen Informationen dazu: http://feuerwehr-neuzelle.de/index.php?page=notfall-fax

Dieses wird vom Disponenten unterschrieben und sofort wieder zrückgefaxt, damit der Hilfesuchende weiß, dass sein Notruf angekommen ist.

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Es gibt spezielle Apps für stumme und Taube.

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Kommentar von bonniedaniels
08.06.2016, 00:33

Ich zitiere mal den oben erwähnten Artikel:

"Bei SMS kann nämlich keine Echtzeitkommunikation garantiert werden, Und sie wird nicht mit Vorrang weitergeleitet. Deshalb gilt sie per Gesetz nicht als Notruf. Da sich auf dem Gebiet offiziell nichts tut, gibt es jede Menge private Anbieter mit Notruf-Apps. Dort speichern Hör-und Sprachgeschädigte ihre Daten und können nach einem Knopfdruck per GPS geortet werden. Diese Dienste sind kostenpflichtig und gehen meist nicht direkt in den Notrufzentralen ein, sondern erreichen zunächst Vertrauenspersonen oder Sicherheitsdienste. Eine Umfrage von MDR AKTUELL bei den mitteldeutschen Innenministerien ergab, dass weder in Thüringen, noch in Sachsen oder Sachsen-Anhalt in den Notrufzentralen SMS-Nachrichten oder App-Notrufe empfangen werden können. Lediglich in Berlin und Brandenburg gibt es entsprechende Möglichkeiten in Absprache mit einem privaten Anbieter."

Also kann das wohl auch keine sonderlich gute Lösung sein..

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