Notfallrucksack als Verbandkasten-Ersatz?

11 Antworten

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Als Rettungsassistent habe ich im PKW ebenfalls einen Notfallrucksack mit erweiterter Ausrüstung dabei, zu der u.A. Infusionslösungen und -zubehör, Stifneck, Larynxtuben und ein Ambubeutel gehören. Bisher hatte ich beim TÜV und Verkehrskontrollen, sofern überhaupt danach gefragt wurde, nur ein einziges Mal ein eher lächerliches Problem: Ein übereifriger Jungpolizist fragte allen Ernstes nach der Erste-Hilfe-Broschüre, die nach DIN vorgeschrieben sei. Die Notwendigkeit einer solchen Broschüre für einen Rettungsassistenten wurde dann aber sehr schnell mit dem Vorgesetzten des Beamten zu meiner Zufriedenheit geklärt...

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Danke für den Tipp. Diese Broschüre habe ich, damit auch alles der DIN entspricht, im Notfallrucksack dabei. ;-) Irgendwo im "Papierfach" vergraben.

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@Reiswaffel87

Bitteschön, Herr Kollege. Diese Erfahrung hat mich aber wieder einmal darin bestärkt, niemals die Dummheit anderer Menschen zu unterschätzen, auch wenn es sich dabei um so genannte "Respektspersonen" handelt....

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@LondonerNebel

Ich habe bei der Gelegenheit mal angeboten, den Verbandkasten des Polizeifahrzeugs zu überprüfen - "lieber nicht" lautete die Antwort. :)

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Infusionslösung im Auto?!? Na hoffentlich nicht im Winter :) Währe ja kontraproduktiv mit ner kalten Infusionslösung die Körpertemperatur runterzuknallen :D Da Ärgert sich nur der Doc bei der Reanimation :)

Nabic >> wenn's mal wieder länger dauert :D >>>> und dann hoffen dass er kein Herz aus Stein (stone heart) bekommt ^^

Ich bleib beim mit Ambu und Stifneck gepimpten Erste Hilfe Koffer. Warum auch ne din 13155 im Auto rumliegen haben? lg Morphy

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Auf (4) kannst du dich berufen. Führ das am Besten mit (also einen Ausdruck), dann können dir die werten Ordnungshüter garnichts. Verzichte aber bloß nicht auf den Ausdruck, dass du die Rechtslage kennst reicht den meisten Polizisten (ganz besonders den jungen!) nicht.

Rein rechtlich bist Du mit einem Notfallrucksack, der mindestens das nach DIN geforderte EH-Material eines KFZ-Verbandkastens enthält, tatsächlich auf der sicheren Seite.

Für alle, die andere Erfahrungen haben (ich auch): diese Rechtsnorm wurde vor einigen Jahren mal geändert bzw. der Absatz 4 eingefügt, früher war tatsächlich allein der Verbandskasten gültig, keine sonstige gleichwertige Ausstattung.

In der Praxis muss das allerdings überprüfbar sein. Und ich kenne Fälle, in denen die Polizei die private Sanitätstasche Stück für Stück hat auspacken lassen. Das ist nervig. Es hilft vielleicht, wenn man ein Inhaltsverzeichnis "nach DIN" präsentieren kann.

Ich persönlich habe daher meine Notfalltasche dabei und kaufe mir alle paar Jahre zusätzlich einen billigen Verbandkasten (5 EUR im Supermarkt), den ich bei einer Verkehrskontrolle herzeige. Spart einfach die Diskussion und damit Zeit, kostet ja auch nicht viel und man muss nicht aufpassen, ob wirklich alles in der eigenen Tasche drin ist, was man sonst nie braucht (siehe DIN des Verbandkastens, da ist auch viel in Profi-Händen ungebräuchliches enthalten). Zudem kann man die Tasche dann auch ohne viel Nachdenken mal rausnehmen, falls man sie woanders braucht. Die Notfalltasche liegt bei mir griffbereit hinter dem Fahrersitz, der KFZ-Verbandkasten irgendwo unten/hinten im Kofferraum.

Wenn sich ein Polizist dann noch aufregt, dass der noch originalverpackt und damit nicht einsatzbereit sei (auch schon vorgekommen), dann weise ich darauf hin, dass das schließlich Sterilmaterial ist. :)

Aber für alle, die meinen, ein RTW braucht keinen Verbandskasten - das gilt nur solange, solange er auch das medizinische Material mitführt, das kann z.B. bei einer Werkstattfahrt schnell anders sein. Auch bei einem Gerätewagen-Sanitätsdienst gibt es Fälle, in denen der leergeräumt ist und dann ohne aktuellen Verbandkasten beanstandet werden kann, auch wenn er normalerweise Material für 50 Verletzte rumkutschiert.

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